Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

BLE-Marktbericht KW 15: Europäische Äpfel bildeten die Basis der Warenpalette

18. April 2019

Wie zu diesem Saisonzeitpunkt gewohnt bildeten die europäischen Produkte die Basis der Warenpalette. Elstar, Jonagold und Boskoop aus Deutschland, Granny Smith und Golden Delicious aus Italien sowie Jazz und Pink Lady aus Frankreich bestimmten das Geschehen. Die Güte der Früchte überzeugte durchweg und so veränderten sich die Preise kaum. Dies geht aus dem "BLE-Marktbericht KW 15 / 19" hervor.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
Bildquelle: Shutterstock.com

In Frankfurt verteuerten sich Pink Lady aus Italien und Frankreich wegen angehobener Eingangsforderungen. Die Importe aus Übersee dehnten ihre Präsenz aus: Erste neuseeländische Royal Gala trafen ein; sie gesellten sich zu denen aus Chile, Argentinien und Südafrika. Zusätzlich konnte auf Smitten aus Neuseeland zugegriffen werden, die in Frankfurt und Köln auftraten. In Köln wurden erste neuseeländische Cox Orange zu 24,- € je 12,5-kgKarton umgeschlagen. Die Anlieferungen von der südlichen Hemisphäre generierten meist nur wenig Interesse, da die Kunden sich eher auf die europäischen Artikel fokussierten.

Birnen
Das Angebot fächerte sich auf: Neu hinzu stießen chilenische Forelle, argentinische Anjou und südafrikanische Flamingo. Südafrika herrschte mit zahlreichen Varietäten vor; hauptsächlich stammten Packham`s Triumph und Williams Christ von dort, überdies Rosemarie und Abate Fetel. In Frankfurt tauchten zudem Celina, eine Kreuzung zwischen Williams Christ und Colorée de Juillet, auf. Abate Fetel aus Chile sowie Williams Christ aus Argentinien ergänzten die Szenerie. In Hamburg gab es chilenische Santa Rita, die 14,- € je 7-kg-Verpackung kosteten. Die üppige Versorgung führte nicht immer zu Verbilligungen, da die Nachfrage sich durchaus freundlich zeigte. Die Abwicklung ereignete sich ohne besondere Vorkommnisse. Die Bewertungen verharrten häufig auf dem bisherigen Niveau. Ähnliches war auch bei den italienischen Abate Fetel und den niederländischen Conference zu beobachten, die weiterhin bei der Vermarktung mitmischten und kontinuierlich untergebracht werden konnten.

Tafeltrauben
Südafrika dominierte mit einem breitgestreuten Sortiment. Vorrangig schlug man Crimson Seedless und Thompson Seedless um. Indische und chilenische Thompson Seedless wurden vor allem in Hamburg und München bereitgestellt und hatten an den übrigen Plätzen meist nur komplettierenden Charakter. Crimson Seedless aus Peru und Chile spielten lediglich eine untergeordnete Rolle. Das Interesse schränkte sich zum einen ferienbedingt ein, zum anderen dehnte es sich aber wegen des frühlingshaften Wetters auch aus. Der Bedarf konnte ohne jegliche Schwierigkeiten befriedigt werden. Kernlose Früchte befanden sich im Mittelpunkt, da sie bei den Kunden am beliebtesten waren. Verteuerungen wurden jedoch bloß örtlich durchgesetzt. Die Notierungen veränderten sich nicht wesentlich, sofern die Qualität der Produkte keine konditionellen Probleme aufwies. In Berlin beeinträchtigen Rückläufer aus dem LEH den Handel, was Verbilligungen unausweichlich machte.

Orangen
Auch wenn noch reichliche Mengen zur Verfügung standen, neigte sich die Saison erkennbar ihrem Ende entgegen. Die Nachfrage begrenzte sich. Hier und da waren Blutorangen, also Tarocco und Moro aus Italien, kaum mehr relevant. Saftware konnte relativ kontinuierlich verkauft werden. Einige Artikel litten unter organoleptischen Schwächen und mussten selbstredend mit Vergünstigungen abgewickelt werden. Hauptsächlich gab es in der sich ausdünnenden Warenpalette spanische Lane Late, Navelate und Salustiana sowie ägyptische Valencia Late. Importe aus Marokko, Washington Navel und Sanguinelli, rundeten das Geschehen in einem spärlichen Rahmen ab. 

Zitronen
Spanische Primofiori waren inzwischen konkurrenzlos, da sich die türkischen Produkte im Wochenverlauf aus dem Geschäft zurückgezogen hatten. Die angebotene Qualität überzeugte meist. Das nicht besonders stark ausgeprägte Interesse konnte problemlos gestillt werden. Trotz örtlich eingeschränkter Unterbringungsmöglichkeiten sahen die Vertreiber selten Anlass, ihre bisherigen Aufrufe zu modifizieren.

Bananen
Die Marktentwicklungen divergierten offensichtlich. Zum einen sanken die Bewertungen trotz der überschaubaren Zufuhren und ungeachtet einer relativ steten Abnahme im gesamten Sortiment oder nur bei den Zweit- und Drittmarken. Teilweise tat dies den Verkaufszahlen gut, die sich in der Folge ein wenig verbesserten. Zum anderen trafen aus den Reifereien lediglich knapp bedarfsdeckende Mengen ein. Daraus resultierten für alle Offerten, gestützt durch einen kontinuierlichen Zugriff, leichte Verteuerungen. Verschiedentlich stimmte dem entgegen das Maß der nicht zu üppigen Bereitstellung hinlänglich mit dem der eher unaufgeregten Nachfrage überein. Die Preise brauchten daher nicht verändert zu werden.

Salat
Eissalat stammte ausschließlich aus Spanien. Die Zugänge genügten, um das Interesse, welches sich örtlich eingeschränkt hatte, zu befriedigen. Die Notierungen zeigten ein uneinheitliches Bild, da sie angebotsbedingt mal abfielen, punktuell jedoch aufgrund einer begrenzten Verfügbarkeit auch anstiegen. Die Abladungen von einheimischem Kopfsalat wuchsen zwar an, sie waren aber generell nicht an jedem Platz erhältlich. Die intensivierte Versorgung setzte indes die dominierenden belgischen und italienischen Erzeugnisse unter Druck, was sich negativ auf deren Bewertungen auswirkte. In Köln verliefen die Geschäfte infolge zu hoher Händlerforderungen eher schlecht. Bei den Bunten Salaten gab es häufiger deutsche Chargen, die die italienischen und französischen verdrängten. Wegen der ausgedehnten Zuströme konnten die Vertreiber Vergünstigungen nicht vermeiden. Bei Endivien startete die belgische Saison: Maximal 9,50 € je 6 Stück mussten in Frankfurt gezahlt werden. Geprägt wurde dieser Bereich noch immer von Italien. Der Umschlag gestaltete sich nur in München zu ruhig. Inländischer Feldsalat generierte kaum Resonanz und verbilligte sich ab und an. 

Gurken
Die Anlieferungen von Schlangengurken aus den Niederlanden, Belgien und Deutschland waren sehr üppig; sie überragten die Unterbringungsmöglichkeiten bei Weitem. Also kamen die Verkäufer um Vergünstigungen nicht herum, sofern sie Bestände verhindern wollten. Manchmal verbilligten sich die Offerten der genannten Herkunftsländer gleichzeitig. Ab und an senkte man erst die Forderungen für die niederländischen Artikel, was letztlich die Notierungen der belgischen und inländischen Partien zum Wochenende hin mit nach unten riss. Spanien und Griechenland hatten insgesamt ergänzenden Charakter. Bei den Minigurken herrschten die Niederlande und Deutschland vor. In Berlin tauchten komplettierende Importe aus Ägypten auf. Spanien und die Türkei rundeten das Geschehen ab. Die Bewertungen mussten nur selten modifiziert werden, da die Produkte auf einen freundlichen Zuspruch stießen.

Tomaten
Die Niederlande und Belgien prägten die Szenerie. Die italienischen und spanischen Zufuhren begrenzten sich. Die Präsenz inländischer Früchte wuchs hingegen an. Marokko trat im Prinzip nur noch mit Runden Tomaten auf den Märkten auf, Kirschtomaten und Fleischtomaten waren rar. Die Nachfrage konnte mit dem Sortiment kaum Schritt halten. Dies zwang die Vertreiber immer wieder, ihre Preise zu reduzieren. Speziell für die weniger beliebten Fleischtomaten musste man Vergünstigungen hinnehmen. In München mussten die Kunden hingegen etwas tiefer in die Tasche greifen. Frankfurt berichtete von Verteuerungen, hervorgerufen durch erhöhte Eingangsforderungen. Dort konnten die marokkanischen Chargen dank Sonderangeboten auch recht flott platziert werden.

Gemüsepaprika
Die spanische Saison endet demnächst: Die Niederlande verdrängten Spanien von dem ersten Rang. Aus Belgien und Frankreich stammten bloß geringe Mengen. Marokko und die Türkei spielten ebenso nur eine kleine Rolle. Die verstärkten niederländischen Zuströme konnten den durch die fehlenden spanischen Erzeugnisse anbahnenden Engpass problemlos ausgleichen, sodass das Interesse jederzeit gestillt werden konnte. Allerdings waren die niederländischen Partien teurer als ihr spanisches Pendant, sodass sich die Notierungen summa summarum aufwärtsbewegten. Hauptsächlich die Preise der knappen grünen Produkte kletterten nach oben. Türkische Artikel wurden in Hamburg vermehrt beachtet, nachdem man die Forderungen zu Wochenbeginn reduziert hatte.

Spargel
Deutsche Stangen bildeten die Basis des sehr üppigen Sortimentes. Griechenland, Spanien, die Niederlande und Italien waren letztlich nur Lückenfüller. Die Nachfrage kam nicht so recht in Schwung; niedrige Temperaturen und Ferien machten den Vertreibern manchmal einen Strich durch die Rechnung. Eine Lagerleerung konnte nicht realisiert werden. Vergünstigungen sollten also das Geschäft beschleunigen, was aber nicht immer gelang. Es war ganz einfach zu viel Ware vorhanden. Auch am Freitag konnten die Überhänge kaum abgebaut werden. In Hamburg sorgten zudem Aktionen des LEH für eine schleppende Unterbringung von grünen Offerten am Platz. Die Vertreiber waren also selten zufrieden und hofften auf eine schnellere Abwicklung in der Karwoche, dem traditionell ersten Höhepunkt in der Kampagne. 
 


Weitere Informationen
Frankfurt
Das weniger freundliche Frühlingswetter ließ das Interesse an Erdbeeren stagnieren. Um bei dem reichlichen Angebot aus Belgien, Italien, den Niederlanden und Spanien größeren Bestände zu vermeiden, musste man preislich flexibel sein. Aus der einheimischen Erzeugung stiegen die Zugänge langsam an. Als neues Saisonobst wurden japanische Wollmispeln aus Spanien zu 4,50 bis 5,- € je kg bereitgehalten. Wegen Sonderaktionen des organisierten LEH vergünstigte sich Rhabarber. Auberginen blieben billig. Zucchini verteuerten sich sukzessive. Spanien stellte bei Gemüsezwiebeln auf Kühlhausware um. Chile komplettierte mit ersten Zufuhren zu 23,- bis 25,- € je 25-kg-Sack. Bei den Kräutern konnten inzwischen vermehrt deutsche Minze, Petersilie, Schnittlauch, Sauerampfer, Koriander und Pimpernelle geordert werden. Nur bei Dill musste man auf Importe zurückgreifen. Pfifferlinge in hervorragender Qualität waren trotz stolzer 48,- bis 50,- € je kg flott zu verkaufen.
Hamburg
Rechtzeitig zu Ostern erwartet der Handel erste kleinfallende Nektarinen und Pfirsiche aus Spanien und Marokko. Wollmispeln von der iberischen Halbinsel kosteten 32,- € je 8-kg-Holzkiste. Weil sich die Mengen von Kiwis aus dem Süden Europas am Bedarf orientierten, verharrten die Bewertungen auf konstantem Niveau. Französische und italienische Artischocken verdrängten zunehmend die spanischen.
Köln
Am Freitag gesellten sich erste inländische Erdbeeren zu den spanischen und niederländischen. Das Wetter spielte jedoch nicht mit und so zeigte sich der Absatz verhalten. Auch bei dem anderen Beerenobst verliefen die Geschäfte eher träge. Genauso ruhig beachtet wurden erste spanische Wassermelonen. Das größer werdende Angebot an Rhabarber aus rheinischem Anbau verbilligte sich nachfragebedingt. Wirsing aus der Region war für manchen Kunden zum Wochenende hin interessant. Die Kräutermischung für Frankfurter Grüne Soße ließ sich nur sehr schwer umschlagen.
München
Die europäische Steinobstsaison wurde mit spanischen Pfirsichen und Nektarinen eingeläutet. Die inländische Kampagne von Erdbeeren startete mit erster Glashausware vom Niederrhein. Der Einfluss von spanischen Himbeeren und Kulturheidelbeeren intensivierte sich. Überseeware hatte kaum noch Bedeutung. Der Bedarf an Limetten seitens der Gastronomie stieg mit der frühlingshaften Witterung an. Deutscher Rhabarber vergünstigte sich. Aufgrund der angehobenen Preise für Brokkoli waren die Unterbringungsmöglichkeiten begrenzt, was dem spärlichen Sortiment entgegenkam. Die Bewertungen rutschten infolge der langsamen Aufnahme ab. Einheimische Radieschen gewannen an Wichtigkeit, was den Übergang von italienischen zu inländischen Erzeugnissen beschleunigte.
Berlin
Das reichliche Angebot an Erdbeeren weitete sich aus und neben den vertrauten spanischen, italienischen, griechischen und niederländischen Früchten gab es inzwischen auch erste einheimische. Eine stabile Nachfrage stützte die Preise. Qualitativ ansprechende Artikel konnten flott, lediglich konditionsschwache mussten vergünstigt abgewickelt werden. Inländische und niederländische Offerten in 500-g-Schälchen kosteten mindestens 2,50 €. Das Ende des Verkaufszeitraumes von Mangos trieb die Forderungen nach oben. Die eingeflogenen Partien aus Brasilien und Peru wurden zu 4,- bis 5,- € je Stück umgeschlagen. Brokkoli aus Spanien fand seinen Weg meistens in den organisierten LEH. Für erste Haushaltszwiebeln aus Neuseeland sollten 33,- bis 35,- € je 25-kg-Sack gezahlt werden, jedoch ließ die Konkurrenz aus Deutschland und den Niederlanden mit ihren niedrigeren Bewertungen keinen größeren Marktanteil zu. 


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 15 / 19
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 18.04.2019

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin