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BLE-Marktbericht KW 09: Erster Kopfsalat aus Deutschland verbreiterte das Angebot

08. März 2019

Erster Kopfsalat aus Deutschland trat aber bis dato nur in München auf. Belgien dominierte dieses Segment vor Italien; Frankreich und die Niederlande rundeten es ab. Die Verfügbarkeit war für die Nachfrage häufig zu umfangreich, sodass die Notierungen in der Regel absanken. 

Bildquelle: Shutterstock.com Salat
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In Hamburg verminderten die Händler ihre Aufrufe, da sie in nächster Zeit üppige einheimische Abladungen erwarten und die Bestände minimieren wollten. 
Bei Eissalat, der einzig aus Spanien kam, konnte man in der Hansestadt Ähnliches beobachten. Auch an den übrigen Plätzen tendierten die Bewertungen eher abwärts, da sich das Interesse schmälerte oder sich die Zuflüsse intensivierten. 

Bunte Salate aus Frankreich und Italien vergünstigten sich ebenfalls punktuell. In Hamburg und München veränderten sich deren Preise indes kaum, da Versorgung und Bedarf miteinander harmonierten. Die Güte von inländischem Feldsalat ließ in Frankfurt Wünsche offen, was zu Verbilligungen führte. Die Forderungen für italienische Endivien verharrten weitgehend auf bisherigem Niveau, bloß in Hamburg bröckelten sie ein wenig ab. 

Äpfel
Deutschland prägte kontinuierlich mit Elstar, Boskoop, Braeburn und Jonagold das Geschehen. Italien schickte vorrangig Granny Smith und Golden Delicious. Frankreich beteiligte sich hauptsächlich mit Granny Smith und der Clubsorte Pink Lady. Die Niederlande und Belgien traten in Frankfurt mit großen Kalibern auf, die recht günstig abgewickelt werden mussten. Polnische Zuflüsse trafen fast nur in Berlin ein, wo sie komplettierenden Charakter hatten. Bei einem vielerorts ruhigen Umschlag, lediglich in München fand bei frühlingshaften Wetter eine flottere Vermarktung statt, veränderten sich die Bewertungen bloß selten. Italienische Kanzi verteuerten sich in Frankfurt leicht, dafür verbilligten sich die inländischen in München ein wenig. Ansonsten waren dank einer am Interesse angepassten Verfügbarkeit und einer ansprechenden Güte hinsichtlich der Preise kaum Unterschiede zur Vorwoche auszumachen.

Birnen
Die südafrikanischen Importe verstärkten sich zwar, konnten die italienischen Früchte mengenmäßig aber noch nicht überholen. In München verteuerten sich Williams Christ aus Südafrika infolge einer angezogenen Nachfrage. Rosemarie aus Übersee verbilligten sich dort indes; man wollte damit Bestände vermeiden. In Frankfurt waren südafrikanische Williams Christ zu klein und wurden wegen schlechter Unterbringungsmöglichkeiten letztlich zu 12,50 € je Karton mit 96 Stück abgegeben. Zudem tauchten aus Südafrika Cheeky auf, die in Hamburg beispielsweise 7,- € je 6,3-kgKarton kosteten. In Berlin gestalteten sich der Handel mit den Zuströmen aus der südlichen Hemisphäre generell zu langsam, sodass die Vertreiber ihre Aufrufe vermindern mussten. Die italienischen Artikel überzeugten weiterhin mit ihrer Qualität und generierten somit auch eine freundliche Beachtung. Abate Fetel und Santa Maria wurden von den Kunden stetig geordert und ihre Notierungen blieben meist konstant. Inländische Xenia ergänzten den Verkauf ebenso wie niederländische und belgische Conference sowie türkische Santa Maria.

Tafeltrauben
Die Versorgung dehnte sich aus. Südafrika dominierte dabei mit Thompson Seedless, Crimson Seedless und Flame Seedless. Erste La Rochelle trafen ein und ließen hinsichtlich ihrer organoleptischen Eigenschaften kaum Wünsche offen. Viele Sonstige Sorten, wie Arra 15, Melody oder Midnight Beauty rundeten das Angebot ab. Die Präsenz chilenischer Thompson Seedless verdichtete sich. Peru trat hauptsächlich mit Flame Seedless in Erscheinung. Brasilien hatte komplettierenden Charakter. Insgesamt regten die gestiegenen Temperaturen das Interesse an. Lediglich in der Karnevalshochburg Köln kam die Vermarktung quasi zum Erliegen. In Berlin führten massive Rückläufer aus dem LEH erneut zu einer schwierigen Geschäftslage. Die Bewertungen verharrten häufig auf bisherigem Niveau. Örtlich sanken die Notierungen für kernhaltige dunkle Produkte aufgrund einer entschleunigten Abwicklung. In Hamburg litten einige Chargen unter konditionellen Problemen, die denkbare Verteuerungen verhinderten.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Die Saison biegt langsam auf die Zielgerade ein: Die Verfügbarkeit schrumpfte und auch die Nachfrage war nicht mehr so intensiv wie zuvor. Eine gewisse Kundensättigung konnte man nicht von der Hand weisen. Das frühlingshafte Wetter bremste den Umschlag zusätzlich. Clementinen wurden kaum noch offeriert; letzte spanische Artikel tauchten nur in Frankfurt, Hamburg und Berlin auf. Italienische Erzeugnisse hatten sich aus der Warenpalette verabschiedet. Bei den Mandarinen konnte vor allem auf israelische Orri zugegriffen werden, die sich punktuell ein wenig verteuerten. Spanische Orri, Clemenules und Nadorcott verloren an Bedeutung. Türkische und marokkanische Nadorcott ergänzten ebenso wie ägyptische Murcott das Geschehen. Die Bewertungen blieben trotz des geringeren Bedarfs meist konstant.

Zitronen
Die Märkte waren mit den überwiegend aus Spanien stammenden Partien genügend versorgt. Die Türkei spielte bloß eine untergeordnete Rolle. In München gab es zudem spärlich vorrätige griechische Chargen. Bei einem ruhigen Verkauf veränderten sich die Notierungen nur selten. In Hamburg schränkte sich zwar die Bereitstellung von türkischen Abladungen ein, dies hatte aber entgegen der Erwartungen keinen Einfluss auf die Preise der spanischen Früchte.

Bananen
Der Handel war ausreichend mit gelbreifen Offerten ausgestattet. Das frühlingshafte Wetter verdichtete zum einen die Nachfrage, zum anderen entschleunigte es diese ein wenig. In Relation dazu kletterten die Notierungen entweder nach oben oder nach unten. Die durch eine verringerte Abnahme bedingten Vergünstigungen betrafen örtlich das gesamte Sortiment. Ähnlich uneinheitlich fielen die Auswirkungen von Karneval aus: Teils verlangsamte der reduzierte Bedarf den Warenumschlag, was sich in marginalen Verbilligungen widerspiegelte. Teils forcierten die bevorstehenden Umzüge die Räumungsgeschwindigkeit. Das ermöglichte in der Folge leichte Verteuerungen. Das galt vor allem für die Zweit- und Drittmarken.

Blumenkohl
Frankreich prägte vor Italien und Spanien das Geschehen. Angestiegene Temperaturen bremsten die Unterbringung. Also setzten die Vertreiber ihre Aufrufe herab. Sie erhofften sich so eine flottere Lagerleerung, was aber nicht immer bis zum Wochenende klappte. Lediglich in Berlin gelang sie problemlos und die Notierungen blieben dort, auch dank einer ansprechenden Qualität, meist konstant. In München waren die 6er-Aufmachungen mitunter so klein, dass sie eigentlich als 8erKaliber hätten verkauft werden müssen.

Gurken
Während sich die Präsenz der spanischen Schlangengurken einschränkte, dehnte sich die der niederländischen, belgischen und einheimischen Partien augenscheinlich aus. Griechenland hatte ergänzenden Charakter. Inländische Chargen tauchten inzwischen auf fast allen Märkten auf. Die Bereitstellung verstärkte sich örtlich so sehr, dass die Notierungen unweigerlich zu einem Trend nach unten ansetzten. Da half es auch nicht, dass sich die Unterbringungsmöglichkeiten ab und an verbessert hatten. Eine schnellere Räumung wurde durch die Vergünstigungen hingegen nicht durchgängig erzielt. Im Sektor der Minigurken herrschten die Niederlande und die Türkei vor. Spanien lieferte geringe, Deutschland und Belgien erste Mengen. Eine ansprechende Qualität sicherte für gewöhnlich die Bewertungen der Vorwoche.

Tomaten
Mit Marokko, der Türkei, den Niederlanden, Belgien, Spanien und Tunesien waren einige Länder am Geschehen beteiligt. Insbesondere die Bedeutung von marokkanischen Runden Tomaten und die von niederländischer Rispenware wuchs kräftig an. Die Wichtigkeit Spaniens am Gesamtangebot schrumpfte derweil etwas. Die Nachfrage zeigte sich je nach Platz unterschiedlich: In Frankfurt waren speziell Kirschtomaten beliebt, die sich flott umschlagen ließen. In München spitzte sich infolge zu üppiger Anlieferungen der Abgabedruck zu: Ein Preisrutsch bei den spanischen und marokkanischen Früchten zog Vergünstigungen der türkischen Erzeugnisse nach sich. In Berlin stießen die zunehmend zugeführten marokkanischen Importe zu 1,- € je kg auf ein freundliches Interesse. Diese niedrigen Bewertungen sorgten jedoch für eine Entschleunigung des Handels mit den spanischen und türkischen Zuströmen. In Köln kamen die Geschäfte trotz einer hervorragenden Güte quasi zum Erliegen und in Hamburg fiel die Verfügbarkeit ein wenig zu groß aus.

Gemüsepaprika
Spanien dominierte, die Türkei und Marokko rundeten die Vermarktung ab. Örtlich trafen erste niederländische grüne und rote Chargen auf, die bislang aber nur eine untergeordnete Rolle spielten. Mit einer Ausdehnung der niederländischen Zuflüsse wird sehr bald gerechnet. Die Qualität der spanischen Offerten sprach an und so konnten bei einem steten Kundenzugriff hier und da die Bewertungen heraufgesetzt werden. In Hamburg verteuerten sich vor allem die grünen Kultivare. München und Berlin berichteten von einer breiten Preisspanne türkischer Kapia und Dolma, die in der Hauptstadt von 12,- bis 20,- € je 6-kg-Karton reichte. Die Notierungen der türkischen Partien blieben bei einer kontinuierlichen Unterbringung oftmals konstant.


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Frankfurt
Erdbeeren aus der spanischen Ernte verknappten sich ab Donnerstag und die Bewertungen zogen an. Früchte der Varietät Melissa aus der italienischen Region Basilikata ergänzten in 500-gSchalen. Ab Montag gab es chilenische Pflaumen, Fortune, zu 12,- € je 5 kg. Das Angebot an einheimischen und niederländischen Rhabarber wuchs an, wurde aber nicht genügend nachgefragt. Auberginen vergünstigten sich und konnten flott platziert werden. Italienischer Rucola verbilligte sich um fast 50 %. Auch die Notierungen von Bohnen sanken. Zu einem ungewöhnlich frühen Saisonzeitpunkt trat erster deutscher Bleichspargel auf: Die 14-mm- und 16-mm-Stangen kosteten nur zwischen 8,- und 12,50 € je kg. Die Niederlande war zum Wochenschluss mit weißer AASortierung beteiligt.

Hamburg
Bei dem frühlingshaften Wetter räumten spanische Erdbeeren schneller und für tagesfrische Ankünfte mussten die Kunden tiefer in die Tasche greifen. Mangostanen aus Indonesien wurden zu 17,50 € je 2-kg-Packstück untergebracht. Für ägyptische Artischocken sollten 8,50 € je 3-kg-Karton gezahlt werden. Ersten spärlich eintreffenden weißen Spargel aus dem beheizten Anbau Süddeutschlands schlug man zu 14,- bis 17,- € je kg, Klasse-II-Artikel zu 10,- € je kg um.

Köln
Weiterhin sehr ruhig gestaltete sich die Abwicklung von Beerenobst. Die Saison von einheimischen Spargel startete mit geringen Abladungen.

München
Das Angebot an Erdbeeren aus Italien und Spanien dehnte sich aus. Die Notierungen bröckelten daraufhin ab. Himbeeren wurden gut beachtet. Bei Kulturheidelbeeren begann Spanien tageweise, den Platz mit kleineren Anlieferungen zu bestücken. Mangos und Ananas nahm man freundlich auf. Rechtzeitig zum meteorologischen Frühlingsbeginn ergänzte erster Spargel aus griechischer, italienischer, französischer und zuletzt aus beheizter regionaler Erzeugung die Warenpalette. Die meist übersichtlichen Zufuhren räumten langsam, da sich das Interesse preisbedingt in engen Grenzen hielt. Auch die Zuflüsse von inländischem und niederländischem Rhabarber fielen noch überschaubar aus, sodass die Händler ihre bisherigen Forderungen, unterstützt von der Witterung, durchsetzen konnten. Aus regionalem, geschütztem Anbau wurde wieder weißer Bierrettich zu 1,80 € je Stück in Kaliber A sowie erster Blattspinat offeriert. Nach dem Ende der mitteleuropäischen Kampagne von Hokkaidokürbissen trafen frisch geerntete Chargen aus Ägypten, Argentinien sowie aus dem Senegal ein: Sie generierten trotz Aufrufen von 3,- € je kg einen steten Zuspruch. Die Bewertungen von Buschbohnen und Stangenbohnen blieben hoch. Das Fruchtgemüsesortiment wurde um niederländische Auberginen verbreitert. Bei Kohl konnte auf Restmengen an einheimischem Wirsing zugegriffen werden. Die Wichtigkeit von neuerntigem spanischem Spitzkohl wuchs an. Spanische Kräuter wie glatte Petersilie, Dill, Koriandergrün und Minze gewannen dank befriedigender Qualität an Bedeutung.

Berlin
Erdbeeren aus Spanien weiteten ihre Präsenz merklich aus und kosteten je nach Ausfärbung zwischen 1,- und 2,60 € je-500-g-Schälchen. Das Pendant aus Griechenland war gleichmäßiger ausgefärbt und mit rund 2,50 € je 500 g nicht wirklich teurer. Auberginen stammten mittlerweile vermehrt aus den Niederlanden; sie machten den etablierten spanischen Artikeln Marktanteile streitig, was in Vergünstigungen mündete. Spanische Zucchini kamen im üppigen Umfang und bescherten so dem kompletten Segment Verbilligungen. Italienische Abladungen waren eher selten. Weißer Spargel aus Griechenland in 16 mm+ debütierte: Die 500-g-Bunde schlug man zu 3,75 bis 4,50 € je kg um. Einheimische Partien aus geschützter Produktion in Bayern wurden zu 20,- € je kg abgewickelt.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 09 / 19
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 08.03.2019

Schlagwörter

BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin