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BLE-Marktbericht Äpfel KW 39: Polnische Anlieferungen traten vor allem in Berlin auf

04. Oktober 2018

Klar erkennbar dominierten deutsche Elstar, Tenroy, Boskoop und Jonagold. Die Präsenz von Braeburn stieg augenscheinlich an, die von Akane begrenzte sich offensichtlich. Erste Honeycrunch kamen in Hamburg zu 2,- € je kg an. Frankreich und Italien stellten hauptsächlich Royal Gala und Granny Smith bereit.

Bildquelle: Shutterstock.com Apfel
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Polnische Anlieferungen traten vor allem in Berlin auf: Da sie recht günstig waren, stießen sie oftmals auf eine freundliche Beachtung. Generell konnte die Vermarktung aber nicht befriedigen. Dies führte in Verbindung mit einem zu umfangreichen Sortiment zu sinkenden Bewertungen. Besonders die inländischen Partien waren hiervon betroffen. Die gewährten Verbilligungen sorgten jedoch nicht zwingend für einen schnelleren Vertrieb. Die Kampagne von Chargen aus Übersee schließt bald ab: Die spärlichen neuseeländischen und chilenischen Produkte fanden kaum noch Zuspruch und verschwanden zunehmend von der Bildfläche.

Birnen
Italienische Artikel, Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ herrschten vor; deutsche Williams Christ, Alexander Lucas und Conference folgten. Conference aus den Niederlanden verloren an Bedeutung und wurden in Hamburg direkt an den LEH geleitet. Santa Maria aus der Türkei waren mancherorts schon zu weit gereift und entwickelten sich so zum Ladenhüter. Insgesamt genügte die Verfügbarkeit, um den Bedarf zu decken. Das Interesse fiel nicht sehr kräftig aus, bloß vereinzelt hatte es sich im Vergleich zur Vorwoche etwas verstärkt. Meist befriedigte die Unterbringung zwar, sie war aber doch recht überschaubar. Trotzdem tendierten die Preise nicht nur nach unten, sondern kletterten durchaus auch aufwärts. So verteuerten sich in Berlin beispielsweise die italienischen Früchte aufgrund eines flotten Umschlags.

Tafeltrauben
Die italienischen Abladungen intensivierten sich: Die Märkte waren mit Italia, Michele Palieri und Crimson Seedless gut versorgt. Türkische Sultana büßten an Wichtigkeit ein; sie wurden in Frankfurt vermehrt in 7-kg- und 9-kg-Holzsteigen offeriert. Mit Griechenland, Frankreich und Spanien beteiligten sich viele europäische Länder mit wenigen Mengen am Geschäft. Die Vermarktung verlief ohne spezielle Höhepunkte. Es wurden vor allem die beliebten hellen kernlosen Varietäten geordert. Überzeugte die Qualität, bestätigten die Händler ihre bisherigen Aufrufe. In Köln und München mussten die Vertreiber ihre Forderungen indes angebotsbedingt senken. Ab und an konnten die türkischen Sultana nicht komplett geräumt werden, was sich zusätzlich negativ auf die Preise auswirkte. In Hamburg verteuerten sich derweil ab Donnerstag italienische Italia.

Pfirsiche und Nektarinen
Parallel zur Verfügbarkeit begrenzte sich auch die Nachfrage. Spanische Artikel dominierten dabei vor italienischen; französische ergänzten das Geschehen in einem geringen Umfang. Eine gewisse Kundensättigung war nicht zu übersehen; der Zugriff erfolgte sehr langsam. Die Saison befindet sich nun mal vor ihrem Ende und die Käufer wenden sich eher den Äpfeln oder Satsumas zu. Einstandsinduziert kletterten die Preise hier und da noch einmal aufwärts, sofern die organoleptischen Eigenschaften der Früchte dies zuließen.

Pflaumen
Deutschland prägte mit Presenta und Hauszwetschge die Szenerie und rundete mit Top und Hanita ab. Italienische und spanische Produkte trafen nur in geringen Mengen ein. Importe aus Osteuropa komplettierten das Sortiment. Es traten immer häufiger Haltbarkeitsprobleme zu Tage, speziell die einheimischen Chargen waren ab und an zu weit gereift, was sich negativ auf das Interesse auswirkte. Der Bedarf hatte sich eingeschränkt. Da man die Bereitstellung aber auf die verschlechterten Unterbringungsmöglichkeiten abstimmte, kam es hinsichtlich der Notierungen zu keinen wesentlichen Veränderungen. Vergünstigungen wurden genauso registriert wie Verteuerungen, stets in Abhängigkeit von der Versorgung, der Kondition der Ware und der Beachtung. So zogen in Frankfurt die Bewertungen generell an, während sie in München eher absanken.

Bananen
Generell entsprach der Grad der Versorgung in etwa dem Maß des Bedarfes. Bloß punktuell hatte sich die Präsenz der Erstmarke rudimentär verdichtet. Für gewöhnlich verharrten die Bewertungen daher auf einem stabilen Niveau. Örtlich verbesserte sich das Interesse an den beiden letzten Markttagen offensichtlich, ohne jedoch Einfluss zu nehmen auf die Entwicklung der Notierungen. Verschiedentlich intensivierte sich der Verkauf infolge der kühleren Witterung. Die Händler konnten daraufhin ihre Forderungen ein wenig anheben.

Blumenkohl
Einheimische Partien dominierten. In Frankfurt gab es daneben französische Offerten, die zu 10,- € je 6er-Steige umgeschlagen wurden. In Berlin tauchten niederländische Erzeugnisse auf, die günstiger als die inländischen waren. Bei einem steten Geschäft und einer örtlich verstärkten Nachfrage blieben die Notierungen meistens auf dem bisherigen Level. Ab und zu zogen sie auch an. Nur in Hamburg kam es zu mengeninduzierten Verbilligungen. In München erweiterten sich ab Donnerstag infolge des schlechteren Wetters die Unterbringungsmöglichkeiten.

Salat
Erster spanischer Eissalat traf in Frankfurt ein; er kostete 6,50 € je 9er-Abpackungen. Beherrscht wurde dieser Sektor von Deutschland, komplettiert von den Niederlanden. Die Verfügbarkeit dehnte sich aus und überragte den Bedarf. Die Bewertungen bröckelten daraufhin auf einigen Märkten ab. Für einheimischen und belgischen Kopfsalat bestätigten die Händler in der Regel ihre Aufrufe der Vorwoche. Dies gründete auf einem kontinuierlichen Verkauf der Chargen, deren Präsenz sich ein wenig vermindert hatte. In Frankfurt sollte man für die belgischen Produkte bis zu 8,50 € je 12erKiste bezahlen. Bunte Salate aus dem Inland flossen konstant ab und die Preise veränderten sich nur sehr selten, da sich Bereitstellung und Interesse die Waage hielten. Einheimischer Feldsalat gewann punktuell an Bedeutung, in Köln war die Versorgung jedoch eher eingeschränkt. Die Notierungen tendierten dort dennoch abwärts. Endivien generierten in München mehr Beachtung als zuvor. In Berlin vergünstigten sie sich infolge eines zu umfangreichen Sortimentes.

Gurken
Deutschland prägte das Geschehen, die Niederlande und Belgien ergänzten zu annähernd gleichen Teilen. Die Wichtigkeit der spanischen Artikel verstärkte sich; foliert oder unfoliert stießen diese auf einen durchaus freundlichen Zuspruch. Angesichts der angewachsenen günstigeren spanischen Konkurrenz verbilligten sich an manchen Plätzen die mitteleuropäischen Erzeugnisse. Verteuerungen waren jedoch ebenso zu erkennen, so etwa in München, wo ansonsten nur die obere Preisgrenze zurückgesetzt wurde. Trotzdem blieben die Forderungen summa summarum recht hoch. Minigurken aus den Niederlanden und dem Inland konnten stetig untergebracht werden; die Bewertungen verharrten auf dem bisherigen Niveau. In Frankfurt traten ab Donnerstag Krumme Gurken aus Spanien auf, die maximal 70,- € je 100 kg kosteten. Die Kunden griffen aber lieber auf die niederländischen und belgischen Partien zu, obwohl sie für diese mindestens 100,- € je 100 kg bezahlen mussten.

Gemüsepaprika
Spanien überholte von der Menge her die Niederlande. Polen und die Türkei spielten bei der Vermarktung ebenso eine wichtige Rolle. Ungarische Spitzpaprika komplettierten die Warenpalette. Infolge der spanischen Konkurrenz verbilligten sich die niederländischen Abladungen, zum Teil auch recht erheblich. Entweder erfolgten die Vergünstigungen einmalig am Anfang der Woche, oder sukzessive von Tag zu Tag. Lediglich in Köln blieben die Bewertungen konstant. In Berlin verteuerten sich die belgischen und polnischen Zuflüsse sogar ein wenig. In München glichen sich die Preise der roten, gelben und grünen Artikel merklich aneinander an, sodass letztlich kaum noch ein Unterschied vorhanden war.


Weitere Informationen
Frankfurt
Deutsche Kiwibeeren in Rot und Grün nahm man zu 2,50 € je 250-g-Schale sehr gut auf. Erste Kakis aus Spanien in 4,5-kg- und 5-kg-Steigen wurden zu 2,60 bis 2,85 je kg nur zögerlich beachtet. Die Kampagne von Preiselbeeren war diesmal früh beendet. Französische frische Schälnüsse generierten ein immer stärkeres Interesse, wenn auch manche Partie noch etwas zu feucht verpackt worden war. Nach einer langen Pause konnte wieder deutscher Meerrettich eingekauft werden zu 9,- € je 2,5 kg. Die nahende Wintersaison zeigte sich in ersten Lieferungen mit niederländischen Schwarzwurzeln. Rosenkohl aus Belgien erzielte 14,- € je 4 kg. Italien beteiligte sich mit 3,5-kg-Aufmachungen am Geschäft mit Austernpilzen. Der Markt war mit Steinpilzen knapp versorgt, sodass Preiserhöhungen bis auf 39,- € je kg unumgänglich wurden. Österreichische Feuerbohnen sollten 7,50 bis 8,- € je 5-kgKiste bringen.
Hamburg
Satsumas aus Spanien in 10-kg-Holzkisten und als Netzware konnten geschmacklich und optisch beileibe nicht überzeugen und wurden unter Notiz abgewickelt. Norddeutsche Quitten kosteten zwischen 2,- und 2,50 je kg, türkische Offerten zwischen 1,70 und 1,80 € je kg. Die ansehnlichen Forderungen von 7,50 € je 5-kg-Sack für Rosenkohl aus dem Inland und aus den Niederlanden waren nicht von Dauer. Zucchini aus Italien starteten zu 5,- € je 5-kg-Packstück und verschärften somit den Wettbewerb für andere Herkunftsländer.
München
Sowohl der Zufluss als auch die Abnahme zeigten sich bei Himbeeren und Kulturheidelbeeren weiter rückläufig. Die Kaliber polnischer und süddeutscher Produkte fielen witterungsbedingt geringer aus als bisher. Spanien begann mit der Kampagne von Kleinfruchtigen Zitrusfrüchten: Erste Partien an Iwasaki und Okitsu waren vorrätig. Aufgrund erwartungsgemäß hoher Einstände hielt sich die Nachfrage zunächst bedeckt; das änderte sich während der Woche mit nachlassenden Preisen aber merklich. Aus Italien und Spanien wurden erste Kakis zugeführt. Aus Italien stammten ebenso neuerntige frühe Kiwis der Sorte Greenlight. Bei Zucchini setzte mit den Lieferungen aus Italien und Spanien der Umschwung zur Importware ein. Der Bedarf an Buschbohnen und Stangenbohnen konnte noch mit inländischen Artikeln bedient werden. Die Türkei ergänzte mit Stangenbohnen in 500-g-Beuteln. Weißkohl, Rotkohl, und Wirsing verbuchten ansteigende Notierungen. Italienischer Brokkoli stellte von den Abladungen her kaum eine Konkurrenz zu den reichlicher verfügbaren inländischen Angeboten dar. Die Bewertungen von Pfifferlingen blieben konstant, die der Steinpilze zogen deutlich an.
Berlin
Speisepilze waren andauernd sehr marktgängig. Polnische Champignons, in allen erdenklichen Größen und in den Farben Weiß und Braun, trafen in einem üppigen Umfang ein. Pfifferlinge aus Litauen und Weißrussland wurden zum Teil sogar palettenweise verkauft. Die geforderten 9,- bis 15,- € je kg lagen dabei in einem vertretbaren Rahmen. Ähnliches verzeichnete man bei den Steinpilzen, welche nach kurzer Pause wieder vermehrt in ansprechender Qualität und genügender Menge vorhanden waren. Mit 20,- bis 25,- € je kg kosteten sie bis zu 50 % weniger als noch in der 37. KW.

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 39 / 18
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Veröffentlichungsdatum: 04.10.2018

Schlagwörter

Apfel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin