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BioSüd: Engagement für mehr Bio in Handel und Gesellschaft

10. Oktober 2017

Exakt 500 Aussteller und fast 5000 Besucherinnen und Besucher, das ist die Bilanz der neunten BioSüd, die am 1. Oktober in Augsburg stattfand. Mit einem Zuwachs von drei Prozent bei den Ausstellern und 0,7 Prozent bei den Besucherzahlen war die Messe auch dieses Jahr wieder ein Bio-Branchen-Magnet.

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Am Vorabend war erstmals der BioMessen Förderpreis "Mehr Bio für morgen" verliehen worden. Die zukünftig jährlich vergebene Auszeichnung unterstützt Unternehmungen, die sich für die gesellschaftswirksame Weiterentwicklung von 'Bio' engagieren.

In den Hallen herrschte am Messe-Sonntag die gewohnte Geschäftigkeit: "Tolle Messe, gut besucht", fasst Aronia-Vertriebsleiter Markus Oberzier stellvertretend für viele andere Aussteller zusammen. "So viele Aussteller- und Besucher wie nie zuvor, trotz des Brückentags vor dem Feiertag – das ist natürlich ein sehr erfreuliches Ergebnis", ergänzt Wolfram Müller, Veranstalter der BioMessen.

Die Fachbesucherinnen und Fachbesucher, von denen auf den BioMessen rund 70 Prozent aus dem Bio-Fachhandel stammen, nutzten die Gelegenheit, sich hautnah ein Bild vom Angebot der Biolebensmittel- und Naturkosmetikhersteller zu machen. "Es gibt immer wieder Neuigkeiten und kleine Firmen, mit denen wir sonst keinen Kontakt haben. Durch diese Messe ist ein Zusammenkommen möglich", sagt Evelyn Fidas, Reformhaus-Inhaberin aus Memmingen. "Mehr junge Menschen waren unter den zahlreichen Messebesuchern und damit bekommen Zukunftsthemen eine wachsende Bedeutung: Bildungsangebote, Produktinnovationen, Start-ups und auch der erstmals verliehene Förderpreis 'Mehr Bio für morgen' bereiten dafür den Boden", beobachtete Elke Röder, Geschäftsführerin des Bundesverband Naturkost Naturwaren (BNN) e.V..

Den Stellenwert der BioSüd bestätigt auch Reiner Erben, Referent für Umwelt, Nachhaltigkeit und Migration der Stadt Augsburg. "Wir sind Bio-Stadt und deshalb passt die BioSüd mit den Themen, die dort transportiert werden, natürlich wunderbar nach Augsburg", so Erben, der gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern der Verbände des ökologischen Landbaus und der Bio-Branche einen Rundgang über die Messe machte.

Ganz branchenspezifisch zur Sache ging es auf der Podiumsdiskussion '12 Uhr mittags': Wie kann eine erfolgreiche "Zukunftsbewältigung im Naturkostfachhandel" angesichts des strukturellen Umbruchs aussehen? Billigsortimente und Preiswettbewerb seien nicht der richtige Weg: Eine günstige Einstiegsschiene könne durchaus notwendig sein, so die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Trotzdem glaube ich, dass die Zukunft unserer Handelskonzepte eher darin liegt, Transparenz zu zeigen, Wertschöpfung zu zeigen, Mehrwert zu kommunizieren und die Geschichte hinter den Dingen zu erzählen", so Sascha Damaschun, Geschäftsführer des Naturkostgroßhandels Bodan. Für Reinhard Gromotka, Vorstand der Tagwerk-Genossenschaft, stehen dabei Individualität und Persönlichkeit im Mittelpunkt: "Die wichtigste Marke für den Einzelhändler ist er selber, und an dieser Marke muss man feilen." Für ein wichtiges Branchenanliegen konnten die Gäste gleich im Eingangsbereich ein Zeichen setzen: Dort sammelte die Rapunzel Naturkost-Initiative FoodPrint Fußabdrücke für Saatgutvielfalt und eine gentechnikfreie Welt.

Am Vorabend der BioSüd war bereits der Förderpreis der BioMessen 'Mehr Bio für morgen' verliehen worden. Insgesamt 26 Unternehmen, Organisationen und Projekte hatten sich um die mit insgesamt 10.000 Euro dotierte Auszeichnung beworben, die 2017 an zwei Gewinner geht: Die BioBoden Genossenschaft, die Ackerboden für die ökologische Landwirtschaft sichert, sowie das junge Unternehmen Vivasphera, das die Themen Bio, Artenschutz und transparente Herkunft der Rohstoffe aus Biosphärenreservaten innovativ miteinander verbindet. Nominiert waren ebenfalls die Marke VON, mit der der Bio-Großhandel Naturkost Elkershausen regionale Herkunft sichtbar macht und die Regionalwert AG Hamburg, die Erzeuger, Hersteller und Verbraucher vor Ort vernetzt. "Es war eine knappe Entscheidung, die der Jury angesichts des hohen Niveaus aller Nominierten nicht leicht gefallen ist", stellt Matthias Deppe, Veranstalter der BioMessen, fest. "Wir freuen uns, mit diesem Preis in Zukunft einen regelmäßigen Beitrag zur Weiterentwicklung unserer Branche zu leisten."

Am 15. Oktober 2017 folgt die BioNord in Hannover und vervollständigt das BioMessen Quartett 2017.

Quelle: Biomessen

Veröffentlichungsdatum: 10.10.2017

Schlagwörter

BioSüd, Engagement, Bio, Handel, Gesellschaft