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"Bayers Monsanto-Deal gefährdet Bauern, Umwelt und Verbraucher weltweit"

15. September 2016

Aktion Agrar fordert von der EU-Wettbewerbskommissarin Margarete Vestager, diese Fusion zu untersagen und kündigt weitere Proteste gegen die dramatische Konzentration auf dem Saatgutmarkt an. Am Mittwoch meldete die Bayer AG eine Einigung mit dem US-amerikanischen Gentechnikriesen Monsanto über den Kaufpreis für die Übernahme.

Bildquelle: Shutterstock.com Saatgut Gemüse Anbau
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„Die größten Saatgutkonzerne der Welt kontrollieren schon über 75 Prozent des Saatgutmarktes. Bayer-Monsanto will sich jetzt mit Marktanteilen von rund 30 Prozent beim Saatgut und fast einem Viertel des globalen Pestizidmarktes an die Spitze dieser Konzerne katapultieren. Die Bayer-Chefetage hat sich von diesem Plan weder vom sinkenden Aktienkurs und dem lautstarken Protest seiner eigenen Aktionäre abhalten lassen, noch von dringenden Warnungen von Bauern-, Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen. Jetzt liegt der Ball im Feld der EU-Kommissarin Vestager – sie muss die Fusion stoppen“, so Jutta Sundermann, Mitgründerin von Aktion Agrar.

Gerade im Agrarbereich zeige sich, dass die Konzentration auf immer weniger Unternehmen voranschreite. Aktion Agrar warnt davor, dass so immer mehr Spielräume für dezentralere, bäuerliche Landwirtschaft zerstört werden.

Sundermann ergänzt: „Bayer und Monsanto kaufen seit Jahren kleinere Konkurrenten auf. Nicht nur Monsanto hat Schlagzeilen damit gemacht, wie massiv der Gentechnikanbieter Bauern unter Druck setzt, Einfluss auf die Politik ausübt und Umweltschäden verursacht. Auch Bayer Crop Science ist mit gentechnisch resistent gemachtem Saatgut unterwegs und verkauft das Gift dazu aus dem eigenen Hause. Bayer pflegt enge Kontakte in die Politik und externalisiert Kosten, wie es so zynisch im Konzernsprech heißt. Jetzt müssen Vetos gegen die Übernahme sowohl aus Europa als auch aus den USA, aus Indien und Mexiko kommen.“

Bislang zu wenig beachtet werde dabei auch der Einfluss der Banken auf die Konzerne: „Der Preis, den Bayer für Monsanto zahlt, ist nicht nur eine Zahl mit neun Nullen. Die Milliarden bedeuten auch eine verstärkte Abhängigkeit von den größten Banken der Welt. Die geben das Geld für den Deal und machen Druck, dass ihre Rendite auch in Zukunft stimmt. Zahlen werden dafür Bauern und Verbraucher weltweit“, warnt Sundermann

Aktion Agrar kündigt Aktionen gegen die dominanten Saatgutkonzerne an. So fordert die Organisation die Wettbewerbskommissarin auf, das Monsanto-Tribunal Mitte Oktober in Den Haag zu besuchen, um dort aus erster Hand von Betroffenen aus aller Welt von den Auswirkungen der Konzernmacht und der Unternehmenspolitik Monsantos zu erfahren.

Mehr: www.aktion-agrar.de/kampf-den-giganten 
 

Veröffentlichungsdatum: 15.09.2016

Schlagwörter

Bayer, Monsanto, Deal, Bauern, Umwelt, Verbraucher