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Baden-Württemberg: Frostschäden in der Landwirtschaft als Naturkatastrophe eingestuft

04. Mai 2017

Der Frosteinbruch im April hat den Wein- und Obstbau im Land und die Landwirtschaft schwer getroffen. Das Land stuft das Ereignis als Naturkatastrophe ein und wird den betroffenen Betrieben im Rahmen von Sofortmaßnahmen zur Seite stehen.


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„Der Frosteinbruch in den Nächten vom 19. bis 21. April hat den Wein- und Obstbau im Land und die Landwirtschaft schwer getroffen. In diesem Ausmaß sprechen wir von einem mit einer Naturkatastrophe vergleichbaren Wetterereignis. Die vorliegenden Berichte aus den einzelnen Regionen des Landes zeichnen teilweise ein katastrophales Bild. Das Land wird den betroffenen Betrieben deshalb im Rahmen von Sofortmaßnahmen zur Seite stehen. Es geht um die Sicherung der Existenz von unverschuldet in Not geratenen bäuerlichen Familienbetrieben“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann. Durch die Einstufung des Frostereignisses als vergleichbar einer Naturkatastrophe greife eine nationale Rahmenrichtlinie des Bundes, die die Voraussetzungen für finanzielle Hilfen schaffe. Die genaue finanzielle Schadenshöhe stehe im Detail aber erst zur eigentlichen Erntezeit fest.

Vielerorts katastrophale Lage

„Wir haben einen ersten Überblick über die Lage, die täglich aktualisiert wird. Momentan sieht es so aus, dass wir einzelbetrieblich und kulturenabhängig unterschiedlich starke Aufwuchs- und Ertragsschäden bis hin zu flächigen Totalausfällen haben“, sagte der Minister für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, Peter Hauk. Die Lage sei vielerorts katastrophal. „Ich habe mit den Betroffenen gesprochen und sie sind verzweifelt. Nicht nur ihre Existenz ist in Gefahr, sondern auch die ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir brauchen unsere Bäuerinnen und Bauern ebenso wie unsere Winzerinnen und Winzer“, betonte Hauk.

Basis für die staatlichen Hilfen seien die tatsächlichen Ernteverluste, die erst zum eigentlichen Erntezeitpunkt der jeweiligen Kulturen abschließend ermittelt werden könnten. „Bei Erdbeeren wissen wir das bereits in den nächsten Wochen, dann folgen das Beerenobst und das Kernobst, wie beispielsweise Kirschen. Am Ende stehen Äpfel und Birnen sowie die Weinreben. Im Herbst 2017 kann dann ein Hilfspaket geschnürt werden, das wir in die nächsten Haushaltsberatungen einbringen werden. Zur mittelfristigen Überbrückung von Liquiditätsengpässen habe ich die Landwirtschaftliche Rentenbank gebeten, ihre entsprechenden Programme auszuweiten und unseren Betrieben Hilfen anzubieten. Hierfür liegt uns bereits eine Zustimmung vor“, erklärte Hauk. Flankierend dazu werde das Finanzministerium prüfen, inwieweit den betroffenen Landwirten steuerliche Billigkeitsmaßnahmen eingeräumt werden könnten. „Unter dem Strich steht eine tragfähige Lösung, die die Schadensfolgen für die betroffenen Betriebe abmildert und sie vor dem Existenzverlust bewahrt“, betonte der Ministerpräsident.

Herausforderung Klimawandel

Der Klimawandel wird zur immer größeren Herausforderung für Umwelt, Mensch und Natur. Die Landesregierung Baden-Württemberg setze daher auf die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen zur Verbesserung des Klimaschutzes. Die Gesellschaft sei gefordert, sich auf die Veränderungen des Klimas einzustellen. Minister Hauk: „Wir müssen dabei die besonders betroffenen Wirtschaftsbereiche, wie die Land- und Forstwirtschaft, fit für die klimatischen Veränderungen machen.“

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Quelle: Staatsministerium Baden-Württemberg

Veröffentlichungsdatum: 04.05.2017

Schlagwörter

Baden-Württemberg, Frostschäden, Naturkatastrophe, eingestuft