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Artenvielfalt schützen – globale Herausforderung angehen

05. März 2019

Bundesforschungsministerin Anja Karliczek stellte am 27.02.2019 die neue „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin vor. Die Initiative wird die Forschung im Bereich Biodiversität maßgeblich vorantreiben, die deutschen Forschungsaktivitäten stärker bündeln und einen nachhaltigen Beitrag gegen den anhaltenden Verlust an biologischer Vielfalt leisten.


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Der Verlust an Artenvielfalt hat in den vergangenen Jahrzehnten besorgniserregende Ausmaße angenommen. Experten schätzen, dass die Aussterberate von Tier- und Pflanzenarten jetzt im Schnitt um das Hundert- bis Tausendfache über dem Wert liegt, der in der Evolution üblich ist. In Deutschland ist fast jede dritte Wildpflanze vom Aussterben bedroht, darunter beispielsweise die Arnika oder die Kornrade. Besonders betroffen sind auch Vogel- und Insektenarten, darunter viele Wildbienenarten. Seit 1980 hat sich der Bestand der Feldvögel in der EU mehr als halbiert. Feldvögel wie der Kiebitz oder das Braunkehlchen sind in vielen Regionen bereits verschwunden. Damit ist der Verlust an Artenvielfalt heute eine unterschätzte Bedrohung und ein ebenso drängendes Problem wie der Klimawandel. Trotz vielfältiger nationaler und internationaler Bemühungen scheint dieser Negativtrend ungebremst. Grund hierfür sind auch erhebliche Wissenslücken, die einer stärkeren Mobilisierung der Öffentlichkeit und einem gezielten und wirksamen Handeln entgegenstehen. Viele Ursachen des Artenverlustes sind zwar bekannt. Dazu gehören der Verlust von Lebensräumen, der Klimawandel und die Übernutzung natürlicher Ressourcen. Das Wissen über das komplexe Zusammenwirken dieser Ursachen und das gesamte Ausmaß des Artenrückgangs ist jedoch lückenhaft.Forschung soll dazu beitragen, diese Verständnis- und Maßnahmenlücken zu schließen, bevor der Artenverlust möglicherweise kritische Schwellen überschreitet. Dazu hat sich Deutschland auch auf internationaler Ebene als Unterzeichner des Übereinkommens über biologische Vielfalt (CBD) verpflichtet. Deshalb wird die neue Forschungsinitiative die Erfassung des Zustandes der Artenvielfalt beschleunigen, indem innovative Technologien entwickelt werden. Zudem sollen das Systemverständnis von Biodiversitätsveränderungen vertieft, sowie wirkungsvolle Handlungsoptionen im Dialog mit Anwendern erarbeitet entwickelt werden.

Die Schwerpunkte der Initiative bauen auf den Empfehlungen eines Kreises renommierter Biodiversitätsforscherinnen und –forscher auf (siehe „Frankfurter Erklärung“). Für die „Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt“ stellt das BMBF in den kommenden Jahren  200 Millionen Euro zur Verfügung. Die Initiative ist im BMBF-Rahmenprogramm Forschung für Nachhaltige Entwicklung (FONA) angesiedelt und trägt zur Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt (NBS) sowie zur Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung bei.

Riesige Felder, eine Pflanzenart: Monokulturen bringen meist hohe Erträge – aber sie schaden der Artenvielfalt. „Wir müssen wieder mehr Vielfalt in die Landschaft bringen“, mahnt Biologin Alexandra-Maria Klein, Lehrstuhl für Naturschutz und Landschaftsökologie an der Universität Freiburg. Wie das geht, erklärt sie in einem Interview mit dem BMBF. Im Projekt „EcoFruit“ hat Sie auf Apfelplantagen in Deutschland, Spanien und Schweden untersucht, welchen Einfluss Blühstreifen oder Hecken auf die Bestäubung und natürliche Schädlingskontrolle durch Insekten haben.

Lesen Sie hier das Interview „Wir haben der Natur ihre Natürlichkeit genommen“.


Quelle: BMBF

Veröffentlichungsdatum: 05.03.2019

Schlagwörter

Artenvielfalt, Interview, Biodiversität, Forschung, Vielfalt, Forschungsinitiative, Initiative, BMBF