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Ansiedlung von Nordfrost im "EcoPort 813" in Wesel bei DeltaPort

25. Februar 2019

Deutschlands führendes Tiefkühllogistikunternehmen Nordfrost, mit Hauptsitz in Schortens bei Wilhelmshaven, investiert im Rhein-Lippe-Hafen Wesel, einem der Hafenstandorte des Hafenbetreibers DeltaPort. Nordfrost plant hier die Errichtung eines Tiefkühlhauses, einer Frischehalle und einer Projektverladungshalle mit Containerkrananlagen sowie eines Verwaltungsgebäudes.


Freuen sich über die vollzogene Vertragsunterzeichnung zur Ansiedlung der Nordfrost bei DeltaPort. Von links nach rechts: Jürgen Boventer, Michael Weber (beide Nordfrost), Dieter Thurm (Prokurist DeltaPort), Andreas Stolte (Geschäftsführer DeltaPort), Horst Bartels (Nordfrost-Firmenchef), Friederike Berg-Packhäuser (Kanzlei Berg-Packhäuser), Stefan Hütten (Niederlassungsleiter Nordfrost Seehafen-Terminal im Containerhafen Wilhelmshaven). Foto © Nordfrost
 

Das Projekt „EcoPort 813“ mit dem Ziel einer innovativen und nachhaltigen Energieversorgung der Kühlanlagen gab den entscheidenden Ausschlag für die Ansiedlung des seit 1975 bestehenden, familiengeführten Unternehmens. Ein entsprechender Erbbaurechtsvertrag wurde Anfang Februar durch Horst Bartels, Chef der Nordfrost GmbH & Co. KG, und Andreas Stolte, Geschäftsführer der DeltaPort GmbH & Co. KG, geschlossen. Noch in diesem Jahr soll mit ersten Baumaßnahmen für die Inbetriebnahme Anfang 2022 begonnen werden.

Die Unterzeichnung des Vertrages fand in der Nordfrost-Europa-Zentrale in Schortens bei Wilhelmshaven statt, dem Hauptsitz des bundesweit mit 40 Tiefkühllogistikzentren flächendeckend vertretenen Spezialisten in der Tiefkühllogistik, der mit einer Lagerkapazität von 760.000 Palettenstellplätzen aktuell einen Marktanteil von 37% am gewerblichen Tiefkühllagergeschäft in Deutschland hält. Für die europaweite Feindistribution von Tiefkühlwaren werden täglich ca. 1.600 Fahrzeugeinheiten disponiert. Zunehmend beinhaltet das Angebot der Nordfrost auch Hafendienstleistungen inklusive der Organisation von Seefrachten mit Vor- und Nachläufen sowie Im- und Exportabfertigung.

Das Hafengeschäft entwickelte sich im vergangenen Jahr zu einer neuen Säule des Geschäftsmodells der Nordfrost. Dies ging einher mit der positiven Entwicklung des Nordfrost Seehafen-Terminal im Containerhafen Wilhelmshaven. Als erster Ansiedler ist Nordfrost dort seit sechs Jahren mit einem 35.000 Palettenstellplätzen großen Frischelager ansässig, das im vergangenen Jahr um ein 35.000 Europaletten-Stellplätze umfassendes Tiefkühlhaus mit einem 2.800 qm großen Hygienebereich für die Lebensmittelbearbeitung und -verpackung erweitert wurde. Im Oktober 2018 nahm außerdem ein Trockenlager für General Cargo zur Größe von 20.000 qm den Betrieb auf. Insgesamt bemisst die gedeckte Lagerfläche der Nordfrost im Containerhafen Wilhelmshaven rund 7 ha und beherbergt rund 100.000 Palettenplätze.

Innerhalb der gesamten Lieferkette vom Erzeugerland bis zum Empfängerland ist Nordfrost heute in der Lage, alle damit zusammenhängenden Dienstleistungen im Inland aus einer Hand anzubieten, außer bisher noch den Containerumschlag im Hafen.

Mit Container-Trucking und Überlagernahme hat sich der Hafendienstleister für 2019 zum Ziel gesetzt, den Containerumschlag in Wilhelmshaven mit 80.000 TEU weiter voranzubringen und damit die schwungvolle Entwicklung der vergangenen zwei Jahre maßgeblich weiter sicherzustellen. Leider ist der Containerhafen Wilhelmshaven durch den privaten Hafenumschlagbetreiber Eurogate mit nur acht Containerbrücken ausgestattet worden, obwohl er für 16 Brücken konzipiert und gebaut wurde. Bisher gibt es auch nur Schiffslinien nach Fernost. Bei lediglich acht Brücken dürfte schon heute die Aufschaltung von weiteren Schiffslinien in Wilhelmshaven problematisch sein. Selbst bei den bestehenden Schiffslinien kommt es nach Ansicht von Firmenchef Horst Bartels bereits in 2020 zum Stillstand der Hafenentwicklung, so dass ab 2020 die Kapazitätsgrenze in Wilhelmshaven mit 800.000 bis 900.000 TEU erreicht ist.

Bartels bezweifelt, dass die verantwortliche Eurogate angesichts der großen Auslastungssorgen in Bremerhaven und Hamburg Interesse an weiteren Investitionen in Wilhelmshaven hat. Somit wird der einzige deutsche Tiefwasserhafen, der riesiges Potential hat, ernsthaften Wettbewerb zu den prosperierenden Westhäfen aufzunehmen, ausgebremst. 

Bartels zieht mit der Neuansiedlung der Nordfrost im Hafen Wesel daraus jetzt seine Konsequenzen. So ist Wesel aufgrund der perfekten Hinterlandanbindung an die Häfen Rotterdam und Antwerpen, sowie der exzellenten Lage außerhalb des Staukorridors Nordrhein-Westfalens, der ideale Standort für die Ansiedlung der Nordfrost-Aktivitäten. Das Unternehmen betreibt mit 13 Tiefkühlhäusern in NRW mit weitem Abstand die größte Tiefkühllagerkapazität in diesem Bundesland.

Nach den Worten von Horst Bartels dürfte sich der Ausbau seiner Hafengeschäfte und die damit verbundene Steigerung der Kompetenz in der Hafenlogistik auch positiv auf Wilhelmshaven auswirken, sobald der Seehafen die Voraussetzungen für weiteres Wachstum zulässt.

Dem Hafenverbund DeltaPort ist mit der nun vertraglich fixierten Entscheidung der Nordfrost die erste Ansiedlung im Rahmen des zukunftsweisenden Projektes „EcoPort 813“ gelungen. Ziel dieses Projektes ist die Nutzung von überschüssiger Abwärme der Aluminiumproduktion der Firma TRIMET als ressourcenschonende Energiequelle zur Versorgung von Logistikimmobilien am Hafenstandort DeltaPort in Wesel/Voerde. Mehr als 27.000 Tonnen CO2 pro Jahr lassen sich durch das Projekt insgesamt einsparen.

2018 erwirtschaftete Nordfrost einen Umsatz von rund 400 Mio. Euro. Für das laufende Jahr ist eine Umsatzsteigerung von 20% angepeilt.


Quelle: Nordfrost / DeltaPort

Veröffentlichungsdatum: 25.02.2019

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NORDFROST, DeltaPort Wesel, Wilhelmshaven, Ansiedlung, EcoPort 813, Hafenstandorte, Hafen