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Amtliche Freigabe für Pflanzkartoffeln jetzt schneller möglich

11. September 2019

Anstatt sechs Wochen für die Ergebnisse der amtlichen Pflichtuntersuchung auf Kartoffelviren, wie z. B. Blattrollviren, brauchen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LALLF in Gülzow dank Methodenumstellung und Investitionen jetzt nur noch eine Woche.

Bildquelle: Shutterstock.com Kartoffeln
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„Dann können die Ergebnisse an den auftraggebenden Pflanzkartoffelzüchter und –vermehrer in M-V herausgegeben werden. Dieser kann die Kartoffeln mit Zertifizierungsbescheid kurzfristig weiter vermarkten“, sagt Prof. Frerk Feldhusen, Direktor des Landesamtes für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei in Rostock.

Investitionen von fast 3,9 Millionen Euro Landesmitteln seit 2018, verbaut über die Landesbaubehörde BBL, ermöglichten den Neubau eines Arbeitsgebäudes und die Sanierung von Gewächshäusern, inklusive des Einbaus von acht Spezialkabinen. Dank der jetzt möglichen kombinierten Untersuchung auf Viren und Bakterien bei Pflanzkartoffeln liegen die Ergebnisse zeitgleich vor. Auch für kurzfristig eingereichte Kartoffelproben, wie beispielsweise bei bestimmten Exportanforderungen, unterstützt das zukünftig schneller erstellte Testergebnis eine zeitnahe Handelsfreigabe.

Außerdem können die Unternehmen der Kartoffelwirtschaft jetzt ihre Proben komfortabel nur noch in eine Ortschaft anliefern. Das neu etablierte molekularbiologische PCR-Untersuchungsverfahren führt zu einer erhöhten Ergebnissicherheit, was für den spezialisierten Pflanzkartoffelanbau mit seinen wertvollen Zuchtbeständen in M-V wichtig und ein Vermarktungsvorteil ist.

Der Minister für Landwirtschaft und Umwelt, Dr. Till Backhaus, unterstreicht: „Ich freue mich, dass wir nun eine spezialisierte Prüfstelle für Pflanzkartoffeln im Lande haben, die mit modernem Gerät die heimische Pflanzkartoffelwirtschaft unterstützt“. M-V verfügt über etwa 3.000 ha Vermehrungsfläche für Pflanzkartoffeln. Damit rangiert M-V an zweiter Stelle im Vergleich aller Bundesländer. „Mit der Modernisierung und Erweiterung der Prüfverfahren am Standort Gülzow wird die Bedeutung unseres Landes als "Kinderstube" der deutschen Pflanzkartoffelvermehrung nachhaltig gesichert. Denn bei uns werden auf über 70 % der Vermehrungsfläche die wertvollsten Anbaustufen der Vermehrungskartoffeln angebaut, die besonders hohen pflanzengesundheitlichen Anforderungen genügen müssen“, sagt Backhaus. Er ergänzt: „Das hier im Land erzeugte gesunde Kartoffelpflanzgut dient als Grundlage für die weitere Kartoffelvermehrung in großen Teilen Deutschlands und teilweise darüber hinaus.“

Um die positiven Effekte des neu ausgerüsteten Standortes Gülzow zu optimieren, sind im LALLF interne Arbeitsprozesse teilweise lokal umorganisiert worden. Die Beschaffenheitsprüfung bestimmter Bakterienerkrankungen erfolgte bisher am Standort in Rostock, die Aufarbeitung für Kartoffelzystennematoden in Greifswald. „Alles zusammen haben wir einen komplexen Prozess der Entwicklung erarbeitet, der heute seinen formalen Abschluss mit der Übergabe des Objektes in Gülzow vom BBL an das LALLF findet“, resümiert Feldhusen.

Hintergrund
Bevor Kartoffeln als Pflanzgut in Verkehr gebracht werden dürfen, müssen im Rahmen eines Anerkennungsverfahrens zahlreiche Anforderungen an den Feldbestand, die Größensortierung und insbesondere an die Beschaffenheit erfüllt werden. Die Beschaffenheitsprüfung beinhaltet Tests auf Viruskrankheiten, Bakterielle Ringfäule, Schleimkrankheit, weitere Knollenkrankheiten sowie auf äußere Mängel. Der Ablauf des Anerkennungsverfahrens und die Anerkennungsnormen werden durch die Pflanzkartoffelverordnung (PflKartV) vorgegeben.
In der Beschaffenheitsprüfung auf Viruskrankheiten wird der Besatz mit den sechs wichtigsten einheimischen Kartoffelviren als Grundlage für die Einstufung einer Pflanzgutpartie ermittelt.

Quelle: LALLF

Veröffentlichungsdatum: 11.09.2019

Schlagwörter

Prüfstelle, Pflanzkartoffeln, Mecklenburg-Vorpommern, Amtliche Freigabe