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AMI: Weniger Herbstaktionen aber niedrigeres Preisniveau

11. November 2019

Schon in den vergangenen Jahren haben sich die klassischen Herbst- und Einlagerungsaktionen mit Gemüse im Lebensmitteleinzelhandel gewandelt. Teilweise aufgrund der Witterungsbedingungen, teilweise aber auch aufgrund veränderter Verbrauchergewohnheiten. Grundsätzlich hält der LEH aber weiterhin an dem Marketing-Instrument fest, zu einer bestimmten Zeit im Jahr bestimmte Produkte besonders in den Mittelpunkt zu rücken. Welche Gemüsearten wurden in diesem Jahr besonders stark beworben, und wie sah es bei den Preisen aus?

Bildquelle: Shutterstock.com Salat
Bildquelle: Shutterstock.com

Nachdem die Zahl der Werbeanstöße für Herbstgemüse in den Einlagerungsaktionen im LEH im vergangenen Jahr trotz der Sommertrockenheit auf ein Rekordniveau gestiegen war, fällt sie in diesem Jahr um knapp 6 % niedriger aus. Beides lässt sich erklären, sowohl die hohe Zahl der Werbeanstöße 2018 als auch der Rückgang in diesem Jahr. Dass 2018 im September so stark mit Herbstgemüse geworben wurde, ist darauf zurückzuführen, dass diese Arten zwar knapp verfügbar waren, das Angebot an vielen anderen Gemüsearten wie z.B. Salaten aber noch knapper war. Dass in diesem Jahr wiederum weniger Herbstgemüsearten beworben wurden, ist darauf zurückzuführen, dass die Aktionen aufgrund der Erfahrungen aus dem Vorjahr geplant wurden, und es im ersten Halbjahr 2019 zudem danach aussah als würde sich die Situation von 2018, mit anhaltender Trockenheit, wiederholen. Dass dies nicht der Fall sein würde, hat sich erst vergleichsweise spät abgezeichnet, und gilt auch nicht für alle Gemüsearten.

Zahl der Werbeanstöße reicht nicht an das Vorjahr heran

Eine Analyse auf Basis von AMI Aktionspreise im LEH zeigt, dass der Warenkorb aus Speisekürbissen, Gewichtsmöhren, Pastinaken, Petersilienwurzeln, Porree, Rosenkohl, Rote Bete, Rotkohl, Knollensellerie, Weißkohl, Wirsing und Zwiebeln im Zeitraum zwischen Woche 36 und Woche 43 insgesamt 834-mal in den Werbezetteln des LEH beworben wurde. Im Vergleichszeitraum des Vorjahres waren diese Produkte insgesamt 883-mal beworben worden. Insbesondere im September und dann wieder zum Ende des Beobachtungszeitraums blieb die Zahl der Werbeanstöße hinter dem Vorjahr zurück.

Wie bereits im Vorjahr war der Höhepunkt der Herbstaktionen in der 40. Woche erreicht. In dieser Woche waren die benannten Herbstgemüsearten insgesamt 144-mal in den Werbezetteln vertreten. Gegenüber dem Vorjahr war die Zahl der Werbeanstöße um 8 % höher. Anders als im Vorjahr dominierten jedoch nicht Möhren die Aktionen in der 40. Woche, sondern die Kürbisse. Sie hatten einen Anteil von 24 % an den Werbeanstößen für Herbstgemüse. Erst danach folgen die Möhren mit einem Anteil von 19 % noch vor Porree (10 %) und Weißkohl (8 %). Auch Ende Oktober, in der 43. Woche, war die Zahl der Werbeanstöße für Herbstgemüse noch einmal hoch. Zu diesem Zeitpunkt war die Rolle der Kürbisse aufgrund der Halloween-Feierlichkeiten noch dominanter. Ihnen folgten Möhren, Zwiebeln und Rosenkohl.

Niedrigere Preise in den Aktionen

Nachdem die Werbepreise in den Herbstaktionen 2018 aufgrund der eingeschränkten Warenverfügbarkeit vergleichsweise hoch waren, hat sich die Situation 2019 wieder geändert. Für fast alle betrachteten Gemüsearten war der durchschnittliche Aktionspreis im Beobachtungszeitraum niedriger als im Vorjahr. Besonders stark kommt dies bei Rote Bete, Rotkohl, Möhren und Weißkohl zum Tragen. So wurden Gewichtsmöhren aus konventioneller Produktion zu einem durchschnittlichen Preis von umgerechnet 0,68 EUR/kg beworben. Damit war der durchschnittliche Werbepreis um 24 % niedriger als im Vorjahr. Auch der niedrigste Werbepreis lag mit 0,39 EUR/kg rund 10 Ct niedriger als im Vorjahr. Bei Speisekürbissen, die als Gewichtsware beworben wurden, war der Preisabstand zum Vorjahr nicht so groß. Der durchschnittliche Werbepreis lag mit 1,27 EUR/kg knapp 9 % unter dem des Vorjahres. Der niedrigste Werbepreis war mit 0,79 EUR/kg sogar 10 Ct höher als im Vorjahr.

Wie reagieren die Verbraucher?

Die Nachfrage der privaten Verbraucher hängt nicht nur von den Angebotsaktionen im LEH ab. Es spielen auch andere Faktoren, wie kurzfristige Trends oder die Witterung, eine Rolle. Viele Verbraucher sind aber nach wie vor preissensibel und achten auf Angebotsaktionen im LEH. Durch die niedrigeren Aktionspreise sind auch die durchschnittlichen Verbraucherpreise im September/Oktober bei den meisten der Herbstgemüsearten gesunken. Bei fast allen Arten hat das dazu geführt, dass ein größerer Teil der Haushalte zugegriffen hat. Welche Arten in diesem Jahr besonders stark zugelegt haben, lesen Sie in der vollständigen Analyse, die in der aktuellen Ausgabe der AMI Markt Woche Obst & Gemüse erschienen ist.

Aktionspreise sind nicht nur in den Herbstaktionen ein Instrument um bestimmte Produkte in den Fokus der Verbraucher zu rücken. Obst und Gemüse werden ganzjährig beworben. Einige Arten tauchen nur saisonal in den Werbezetteln auf, andere sind Woche für Woche stark vertreten.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 08.11.2019)
 

Veröffentlichungsdatum: 11.11.2019

Schlagwörter

Herbstaktionen, Preisniveau, gemüse