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AMI-Marktlage: Freud und Leid bei Feldsalat

30. November 2017

Während sich die privaten Verbraucher in Deutschland über deutlich niedrigere Preise für Feldsalat freuen können, ist die Situation für die Produzenten schwierig. Die Ernte in Deutschland läuft auf Hochtouren und steht zusätzlich in Konkurrenz mit Importen aus Frankreich und Italien.

Bildquelle: Shutterstock.com Feldsalat
Bildquelle: Shutterstock.com

Angebotsaktionen im Lebensmitteleinzelhandel steigern zwar die Nachfrage, lösen vorerst aber nicht das eigentliche Problem.
Ende November werden in Deutschland große Mengen an Feldsalat geerntet. Das passt in der Regel auch ganz gut, weil die Wochen Ende November und auch im Dezember zu den nachfragestärksten des gesamten Jahres gehören. Doch in diesem Jahr scheint das Angebot einfach zu groß zu sein. In den vergangenen Wochen haben zwar mehr Verbraucher Feldsalat eingekauft als zur selben Zeit des Vorjahres, die deutschen Erzeuger leiden dennoch unter dem Überangebot und niedrigen Preisen. Die hohen Temperaturen in der 47. Woche haben das Wachstum zusätzlich angekurbelt. So hat selbst der stärkere Warenabfluss nicht zu einer Verbesserung der Situation für die deutschen Erzeuger beigetragen.

Erschwerend kommt hinzu, dass wichtige Abnehmer im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) kurzfristig einen stärkeren Umstieg auf Importware aus Frankreich und Italien planen. Nach den Erfahrungen im Vorjahr, als Feldsalat im Übergang auf den Dezember nur knapp verfügbar war, wurden für dieses Jahr frühzeitig Vereinbarungen mit ausländischen Anbietern abgeschlossen. Kurzfristig wird sich an der angespannten Situation nichts ändern, wenn nicht außergewöhnliche Witterungsbedingungen eintreten. Die ersten winterlichen Tage, die zum Ende der 48. Woche angekündigt sind, werden dafür noch nicht ausreichen.

Während das aktuelle Preisniveau für die Erzeuger bei weitem nicht zufriedenstellend ist, können die privaten Verbraucher Feldsalat Ende November deutlich billiger einkaufen als im Vorjahr. Dabei ist das Bild etwas überzeichnet, weil Feldsalat im November 2016 auch ausgesprochen teuer war. In der 47. Woche mussten die privaten Verbraucher in Deutschland nach Angaben im AMI-Verbraucherpreisspiegel durchschnittlich 5,84 EUR/kg für Feldsalat bezahlen. Das waren 25 % weniger als zur selben Zeit des Vorjahres. Gegenüber der Vorwoche ist der durchschnittliche Verbraucherpreis dagegen gestiegen. Das hat etwas mit der Struktur der Angebotspreise im LEH zu tun.

Nachfrage reagiert auf Angebotsaktionen
 
In der 46. Woche war nicht nur der durchschnittliche Verbraucherpreis um 10 % gesunken. Gleichzeitig ist der Anteil der Haushalte, die Feldsalat kaufen, um 22 % gestiegen. In der Folgewoche sind beide Werte wieder auf das Niveau vor der 46. Woche zurückgegangen. Was ist passiert? Ein Blick in die Datensammlung AMI Aktionspreise im LEH zeigt, dass in der 46. Woche Feldsalat zum einen sehr häufig und zum anderen auch sehr preisgünstig beworben wurde. Insbesondere die Angebotsaktion von Lidl mit einem Verkaufspreis von umgerechnet 3,67 EUR/kg hat entsprechende Auswirkungen hervorgerufen. Insgesamt war Feldsalat bei 18 Ketten bzw. Regionalgesellschaften in der Werbung. Es war festzustellen, dass neben der Herkunft Deutschland häufig mindestens eine zweite Herkunft angegeben wurde.

In der 47. Woche ist die Zahl der Werbeanstöße auf 5 zurückgegangen. Mit Netto Markendiscount war zwar erneut ein Discounter an den Aktionen beteiligt. Der Angebotspreis lag mit umgerechnet 4,40 EUR/kg aber höher als in der Woche zuvor. In der aktuellen 48. Woche wird Feldsalat zwar wieder etwas häufiger beworben. Es dürfte aber keine der Aktionen eine so weitreichende Wirkung haben wie die von Lidl in der 46. Woche.

Basierend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre wird die 51. Woche eine besonders hohe Werbeintensität bei Feldsalat mit sich bringen. Im Weihnachtsgeschäft ist Feldsalat ein wichtiges Produkt. Je nach Witterungsverlauf kann es bis dahin auch auf der Angebotsseite noch einmal richtig spannend werden.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 27.11.2017)

Veröffentlichungsdatum: 30.11.2017

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Marktlage, Feldsalat