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AMI: Frühkartoffeln weiterhin knapp

14. Juni 2019

Früh in ganz Europa geräumte Lagerkartoffeln sorgen schon seit April für einen sehr knapp versorgten Frischkartoffelmarkt. Abpacker leben beim Bezug der Importware von der Hand in den Mund und zahlen sehr hohe Preise. Daran knüpft nun auch die deutsche Erzeugerschaft an.

Bildquelle: Shutterstock.com Frühkartoffeln
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Losschalige Speisefrühkartoffeln aus dem hiesigen spezialisierten Anbau gibt es für Wochenmärkte und Hofläden schon seit Anfang Mai. Mit dem kommenden Wochenende geht es aber auch für die Abpacker los, die den LEH versorgen. Derzeit werden restliche Frühkartoffeln aus Spanien und Israel vermarktet und auch Portugal hat zuletzt etwas beigesteuert. Seit April werden für die Importe hohe Preise gezahlt. An diese knüpfen nun auch die Erzeuger in Deutschland an. In der Pfalz lautet die Notierung für lose verladene vorwiegend festkochende Ware 73,00 EUR/dt und für Salatware gibt es 75,00 EUR/dt. Sackware ist im Südwesten und Norden teils teurer, vor allem wenn Kunden bedient werden, die nur kleine Mengen abnehmen. Der nach Menge gewichtete Durchschnittspreis aller Verkäufe in Deutschland lag am Donnerstag, den 13.06. bei sage und schreibe 75,94 EUR/dt. Im Vorjahr waren es auch noch recht gute 58,89 EUR/dt und davor nur 48,44 EUR/dt.

Im Südbadischen hat es zum Wochenanfang teils ergiebiger geregnet, die Flächen trocknen aber schnell ab und so soll ab sofort etwas noch nicht ganz festschalige Ware in der Region für den Dis-count verpackt werden. Im Heilbronner Unterland geht es mit der Ernte für das Wochenende auch langsam los. Ansonsten wird in der Region von sehr gesunden Kulturen berichtet. Der Markt für Sackware hat sich beruhigt. Es gibt bei den Erzeugern keine gegenseitigen Unterbietungen mehr.

Regen in der ersten Wochenhälfte hat sich in der Pfalz auf höchstens 15 mm summiert. Die Kartoffel-bestände sehen allesamt sehr gut aus und wachsen üppig. Es braucht aber etwas mehr Sonne, um auch das UWG der Folgekulturen in die Höhe zu bekommen. Frühe Bestände sind schon eine Zeitlang abgereift und werden ab dem Wochenende lose in die Packstationen verbracht. Es ist von 90-prozentiger Schalenfestigkeit die Rede. Für bestimmte Ketten werden aber auch grün gerodete Kartoffeln gepackt, da die Nachfrage nach Frühkartoffeln größer als das Angebot festschaliger Ladungen ist.

Gewitter vor dem vergangenen Wochenende und 10 mm Regen von Montag auf Dienstag haben den Frühkartoffelbeständen in Niedersachsen gutgetan. Nun ist es wieder trocken. Die Kulturen entwickeln sich sehr gut und die Rückschläge von Anfang Mai scheinen vergessen. Inzwischen hat auch die zunächst nur langsam gewachsene Freilandware deutlich und überraschend aufgeholt. Bisher wurde mit Folie bzw. Vlies verfrühte Ware nur ganz vereinzelt reifegefördert.

In Bayern ist es zuletzt weitgehend zu trocken geblieben. Die medienpräsenten Hagelschauer trafen nur einen Streifen um München, wo es durchaus auch Kartoffelschläge getroffen hat. Insgesamt sind die frühen Bestände in Bayern zeitlich noch etwas zurück. Sie wuchsen mal wegen Kälte, Trockenheit und mal wegen Hitze nicht gut.

Der Niederrhein und das Rheinland sehen sich gegenüber den anderen Gebieten zeitlich etwas spä-ter. Es beginnen derzeit nur in wenigen Fällen reifefördernde Maßnahmen, um Anfang Juli ein paar schalenfeste Speisefrühkartoffeln anbieten zu können. Zwar ist es grundsätzlich und auch als Nach-wirkung des Vorjahres in NRW etwas zu trocken, bisher bekamen die Kartoffelkulturen aber immer wieder gerade zur rechten Zeit noch etwas Regen ab. Die Bestandsentwicklung ist dadurch sehr gut, zumindest optisch. Bei den ganz frühen Beständen melden Erzeuger gute bis sehr gute Erträge. Kleinere Abpacker haben angefangen, grün gerodete Ware für den Discount aufzubereiten.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 13.06.2019)

Veröffentlichungsdatum: 14.06.2019

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AMI, Frühkartoffeln, knapp