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Alnatura Bio-Markt schafft Plastik-Einwegtüten für Obst und Gemüse ab

01. Oktober 2018

Bio-Händler schafft Plastiktüten für Obst und Gemüse ab. Ab 2019 wird es nach einer Umstellungsphase deutschlandweit in keinem Alnatura Super Natur Markt mehr die sogenannten Knotenbeutel geben. "Wir wollen damit einen Beitrag zur Reduzierung der Plastikberge leisten. Die meisten Obst- und Gemüsesorten, zum Beispiel Äpfel, Orangen, Gurken oder Brokkoli, können ohne zusätzlichen Schutz nach Hause transportiert werden", sagt die Alnatura Verpackungsexpertin Isabell Kuhl.

Alnatura Bio-Markt in Hamburg. Quelle: "obs/Alnatura Produktions- und Handels GmbH/Marc Doradzillo"
Alnatura Bio-Markt in Hamburg. Quelle: "obs/Alnatura Produktions- und Handels GmbH/Marc Doradzillo"

Deshalb bittet Alnatura alle Kundinnen und Kunden, Obst und Gemüse unverpackt in den Einkaufswagen zu legen oder eigene Beutel mitzubringen. "Viele Menschen möchten etwas gegen die Plastikflut unternehmen. Wir sind zuversichtlich, dass viele unserer Kundinnen und Kunden ihr Einkaufsverhalten entsprechend ändern werden", ergänzt Isabell Kuhl.

Bereits heute legen bis zu 60 Prozent der Alnatura Kundinnen und Kunden Obst und Gemüse unverpackt aufs Kassenband oder nutzen Veggiebags. Diese feinmaschigen Mehrwegbeutel aus recyceltem Kunststoff lassen sich bei Bedarf einfach waschen. Für diejenigen, die nicht auf eine Einweg-Verpackung verzichten möchten, stehen weiterhin Papiertüten zur Verfügung.

Zum Plastiktütenverbrauch in Deutschland

Der Verbrauch von Plastiktüten ist 2017 in Deutschland um ein Drittel zurückgegangen. Während die Deutschen 2016 pro Kopf noch 45 Tüten verbrauchten, waren es 2017 rund 29 Tüten, das entspricht 2,4 Milliarden Tüten.

Allerdings beziehen sich diese Angaben nur auf Tragetaschen und nicht auf die dünnen, transparenten Knotenbeutel für Obst und Gemüse. Zwar haben inzwischen viele Händler die Einweg-Plastiktragetasche abgeschafft, nicht jedoch die Plastikbeutel für Obst und Gemüse. Deren Verbrauch lag 2017 bei 3,2 Milliarden Stück bzw. 39 Stück pro Kopf: Neun Prozent mehr als 2015 (Quelle: Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung).

Alternativen im Vergleich: Vermeidung ist am umweltfreundlichsten

Ob Kunststoff, Papier oder Baumwolle - jedes Material hat unterschiedliche Auswirkungen auf die Umwelt und das Klima. Das Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt, Energie hat verschiedene Materialien verglichen. Dabei schneidet Polyester (hieraus sind Veggiebags gefertigt) besser ab als Baumwolle, weil der Wasserverbrauch bei der Herstellung viel geringer ist.

Das Institut hat auch Polyethylen (aus diesem Kunststoff werden die Knotenbeutel hergestellt) und ungebleichtes Papier untersucht. Bei Papiertüten sticht vor allem der rund 2,5 Mal höhere Wasserverbrauch bei der Herstellung hervor, auch ist der Energieverbrauch bei Papier höher. Dennoch hat sich Alnatura gegen die Kunststofftüte entschieden und setzt stattdessen darauf, dass die Kundinnen und Kunden ihr Obst und Gemüse lose transportieren.

Auch Benedikt Kauertz vom Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu) beurteilt Mehrwegnetze als vorteilhaft:

"Mehrwegbeutel haben bereits nach einigen Verwendungen eine bessere Ökobilanz als Einwegtüten." Die als Ausweichverpackung weiterhin angebotenen Papiertüten lässt Alnatura in Form, Größe und Dicke umweltfreundlicher überarbeiten. Zusammengefasst: Je häufiger eine Verpackung wiederverwendet wird, umso besser ihre Ökobilanz. Die Vermeidung einer Verpackung für Obst und Gemüse ist und bleibt die umweltfreundlichste Variante.

Quelle: Ots/ Alnatura Produktions- und Handels GmbH

Veröffentlichungsdatum: 01.10.2018

Schlagwörter

Alnatura, Bio-Markt, Plastik, Einwegtüten, Obst und Gemüse