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Agroscope/Uni Zürich: "Ohne Bakterien und Pilze sähe es auf der Erde aus wie auf dem Mars"

14. November 2019

Je artenreicher die mikrobielle Gemeinschaft ist, desto mehr Ökosystem-Funktionen bleiben intakt – was sich positiv auf die Landwirtschaft auswirkt. Das wiesen Forschende von Agroscope und Universität Zürich nach. Die Resultate sind kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift «Nature Communications» erschienen.

Foto © AGROSCOPE
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Wie eine gigantische Fabrik

Unsere Böden filtern Trinkwasser und lassen Nahrungsmittel wachsen. Diese Leistung können sie jedoch nur vollbringen, weil in ihnen Tausende von Pilz- und Bakterienarten leben, die wie Räder eines Uhrwerks zusammenarbeiten.

«Es ist vermutlich die erste Studie, die zeigt, dass Bakterien und Pilze in unseren Böden in riesigen Netzwerken organisiert sind und dass diese Netzwerke sehr wichtige Funktionen erfüllen», sagt Marcel van der Heijden, Agrarökologe bei Agroscope und der Universität Zürich. «Je verflochtener das Netzwerk ist, desto mehr können unsere Böden für die Landwirtschaft leisten.»

Das Fazit: Je mehr Bakterien- und Pilzarten in den Versuchsböden vorhanden waren, desto mehr Nährstoffe haben die Pflanzen aufgenommen und desto mehr Pflanzenarten konnten wachsen. Waren in den Böden hingegen nur ein paar wenige oder gar keine Mikroorganismen vertreten, wuchsen lediglich Gräser und es wurden viel weniger Nährstoffe aufgenommen.

Foto © AGROSCOPE
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"Ohne Bakterien und Pilze sähe es auf der Erde aus wie auf dem Mars"

Aber auch andere wichtige Funktionen des Bodens gehen verloren, wenn es zu wenige Bakterien- und Pilzarten gibt: etwa die Nährstoffeffizienz, der Abbau von totem Pflanzenmaterial oder die Einlagerung von Kohlenstoff aus der Atmosphäre. «Ohne Bakterien und Pilze sähe es auf der Erde aus wie auf dem Mars», bringt es Cameron Wagg, Erstautor der Studie, auf den Punkt.

Die vielen Pilz- und Bakterienarten arbeiten wie in einer riesigen Fabrik zusammen. Eine ist zuständig für die «Warenannahme», eine für die «Lagerung», eine für die «Bestückung der Förderbänder», eine für das «Schweissen» und eine für das «Putzen der Halle». Nur wenn alle Posten besetzt sind, kommt etwas Nützliches dabei heraus», erklärt van der Heijden. «Je weniger «Angestellte» die «Fabrik» hat, desto weniger kann sie leisten.»

http://www.agroscope.admin.ch

Quelle: AGROSCOPE /Uni Zürich

 

Veröffentlichungsdatum: 14.11.2019

Schlagwörter

Agroscope, Uni Zürich, Bakterien, Pilze, Erde, Mars