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Agrargipfel: RLV-Präsident Conzen erneuert Kritik am Insektenschutzprogramm

04. Dezember 2019

Der Rheinischen Landwirtschafts-Verband (RLV) begrüßt, dass die Bundeskanzlerin am Montag 40 Verbände zum Agrargipfel ins Bundeskanzleramt eingeladen hat. Nach Ansicht des RLV waren bei einer so umfassenden und breit aufgestellten Teilnahme keine konkreten Ergebnisse zu erwarten. Aber das Signal sei wichtig: Die Politik nehme die Bauernproteste ernst, die von der Bewegung „Land-schafft-Verbindung“ erfolgreich ins Leben gerufen wurden. Die Bundeskanzlerin habe Recht, wenn Sie betone, die Landwirtschaft sei ein ganz wichtiger Teil der Gesellschaft, aber auch ein Wirtschaftszweig, der rentabel wirtschaften müsse.


RLV-Präsident Bernhard Conzen. Foto © RLV

Gipfel im Kanzleramt - ermutigende Signale, keine Lösungen

Die rheinischen Bauern seien offen für eine konstruktive Mitarbeit bei der Bewältigung der Herausforderungen im Klima-, Umwelt- und Naturschutz. Die Zusage der Kanzlerin, Lösungen mit den Bauern und nicht gegen sie anzugehen, sei ermutigend. RLV-Präsident Bernhard Conzen erneuerte gleichzeitig seine Kritik am bestehenden Insektenschutzprogramm. Es gehe nicht darum, ob Insekten zu schützen seien, sondern um das Wie. Dabei müsse jeder seinen Teil der Verantwortung übernehmen, Gesellschaft wie auch Landwirtschaft. Erfolge werde man nur mit und nicht gegen die Landwirtschaft erzielen. Kooperation statt Ordnungsrecht, so müsse die Devise lauten. „Jetzt muss ein neues Aktionsprogramm Insektenschutz folgen, das den wirtschaftlichen Bedingungen, wissenschaftlichen Grundlagen und den Anforderungen für Naturschutz gerecht wird“, fordert der RLV. „Wir müssen unsinnige ordnungsrechtliche Maßnahmen verhindern und fordern weiterhin von der Politik, den kooperativen Ansatz mit der Landwirtschaft zu verfolgen.“

Die rheinischen Bauern entlassen weder die Politik noch den Verbraucher aus ihrer Verantwortung. „Wer von den Bauern mehr Schutz für Klima, Umwelt und Natur fordert, sollte bei sich selbst anfangen und die richtigen Antworten an der Ladenkasse geben“, so der RLV. Erst kürzlich habe die Uni Siegen festgestellt, dass der Bürger zwar Klimaschutz fordere, diesem Anspruch aber selbst durch praktisches Handeln nicht gerecht werde. Der zunehmende Konsum an Luxusgütern wie SUVs, Flugreisen, Kreuzfahrten belege dies. Parallelen zu dieser Differenz zwischen Anspruch und Wirklichkeit sieht der RLV auch bei der Diskussion um die Landwirtschaft. „Politik und Gesellschaft fordern viel, gekauft wird aber in der Regel das günstigere Produkt und der rheinische Landwirt hat das Nachsehen. Die regionale Landwirtschaft muss mehr gefördert werden – erst recht, wenn sie höhere Standards erfüllen soll“, fordert der RLV abschließend.

Quelle: RLV

 

Veröffentlichungsdatum: 04.12.2019

Schlagwörter

Agrargipfel, RLV-Präsident, Conzen, Kritik, Insekten, Schutzprogramm