Wittenberg Gemüse / Elite Frische Service GmbH

Afrika von schwerer Raupenplage heimgesucht

08. März 2017

Ein gefährlicher Schädling aus Amerika, der Herbst-Heerwurm (Spodoptera frugiperda), hat erstmals Afrika erreicht und bedroht dort in vielen Ländern die Ernte. Die Raupe des Heerwurms lässt sich bevorzugt auf Maisfeldern nieder, macht aber auch vor anderem Getreide und Gemüse (z. B. Kohl, Tomaten, Kartoffeln, Zwiebeln, Rüben) nicht halt, so der Deutsche Fruchthandelsverband e.V. (DFHV).

Bildquelle: Shutterstock.com Raupe Apfelbaum
Bildquelle: Shutterstock.com

In Windeseile grasen tausende Raupen ein Feld ab und ziehen dann in geschlossener Formation wie bei einer Militärparade weiter. Das Ausmaß der Ernteschäden ist derzeit noch nicht absehbar. Generell kann der Schädling bis zu 70 % einer Ernte vernichten. Da Mais ein wichtiges Grundnahrungsmittel im südlichen Afrika ist, kann es zu einer Nahrungsmittelknappheit kommen, sollte die Plage nicht schnell bekämpft werden können.

Der Herbstwurm wurde Anfang 2016 erstmals in Nigeria festgestellt. Ein Jahr später ist er bereits rund 5.000 Kilometer weiter südlich aktiv. In Sambia sind derzeit 130.000 Hektar Mais befallen, in Simbabwe neun von zehn Provinzen. Auch in Südafrika – dem mit Abstand größten Maisproduzenten der Region – wurde der Schädling entdeckt.

Wenn sich die Raupen in einen Eulenfalter verwandelt haben, können die Insekten bei günstigem Wind rasch über Hunderte Kilometer zurücklegen. Wegen des milden Klimas sterben die Schädlinge auch nicht an Frost, daher kann es pro Jahr bis zu zwölf Generationen geben.

Auf einer Notfall-Sitzung in Harare wurde nun das weitere Vorgehen besprochen. Demnach ist eine frühzeitige Entdeckung und chemische Bekämpfung des Wurms entscheidend. Experten erwarten, dass der Schädling sich auch in Asien und im europäischen Mittelmeerraum niederlassen könnte.

Quelle: DFHV aktuell 2/2017
 

Veröffentlichungsdatum: 08.03.2017

Schlagwörter

Afrika, Raupen, Plage