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18. aid-Forum: Ernährungsempfehlungen neu denken - "In Ernährungskommunikation Prioritäten setzen"

22. Juli 2015

“Essen Sie weniger, bewegen Sie sich mehr und essen sie reichlich Obst und Gemüse”. So einfach fasst Marion Nestle,  US-amerikanische Professorin für Ernährung und Public Health, die Grundprinzipien eines gesunden Lebensstils zusammen. Ihre Aussage steht sinnbildlich für die Forderung nach einfachen und erreichbaren Faustregeln für eine gesunde Ernährung statt komplexer Vorgaben. Und genau das forderten für Deutschland auch Wissenschaftler und Praktiker unterschiedlicher Fachrichtungen auf dem 18. aid-Forum am 28. Mai 2015 in Bonn.
 

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Dr. Margareta Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid mit TV-Moderatorin Alexa Iwan. Foto © aid infodienst

Über 300 Teilnehmer beschäftigten  sich mit der Frage, ob Ernährungsempfehlungen neu gedacht werden sollten. Dr. Margareta Büning-Fesel, Geschäftsführender Vorstand des aid infodienst, stellte fest: “Ernährungsempfehlungen müssen flexibler, individueller und alltagstauglicher gestaltet werden. Am besten begleitet durch eine Umgebung, die es im Sinne von “Make the healthy choice the easy choice” einfacher macht, eine gesundheitsförderliche Lebensmittelauswahl zu treffen. Ziel sollte sein, dass die Menschen das Wichtigste richtig machen."

Nur 0,6 Prozent der Frauen und 0,8 Prozent der Männer erreichen alle Ernährungsempfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. Zu diesem Ergebnis kam Prof. Dr. Ingrid Hoffmann vom Max Rubner-Institut durch Auswertung von Daten der Nationalen Verzehrsstudie II. Darüber hinaus zeigten die Daten, dass nicht alle lebensmittelbasierten Empfehlungen umgesetzt werden müssen, um die empfohlene Nährstoffzufuhr zu erreichen. Für viele Nährstoffe reiche es schon aus, die Empfehlungen für den Verzehr von Gemüse und Obst zu erfüllen.
 

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Nicht nur spannende, auch provokante Vorträge und Studienergebnisse hielten die Teilnehmenden in ihrem Bann. Foto © aid infodienst

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass es sinnvoll ist, in der Ernährungskommunikation Prioritäten zu setzen. Psychologin Prof. Dr. Jutta Mata, Universität Basel, bekräftigte diese Forderung. Sie erklärte, dass “mehr nicht automatisch mehr” ist. Menschen treffen Essensentscheidungen anhand weniger Informationen und nutzen dazu einfache Regeln.

Büning-Fesel fasste zusammen: “Wissenschaft und auch Kommunikation sind ständig im Fluss und dabei sollte man Fehler als Lernchancen betrachten. Ernährungsempfehlungen müssen nicht kompliziert sein. Botschaften sollten reduziert werden, denn Faustregeln für eine gesunde Ernährung sind wichtig für die einfache Umsetzung im Alltag.”

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Quelle: aid infodienst

Veröffentlichungsdatum: 22.07.2015

Schlagwörter

aid, Forum, Ernährungsempfehlungen, Ernährungskommunikation, Prioritäten