BLE-Marktbericht KW 06 / 2012 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Salat
Kopfsalat stammte überwiegend aus Italien und Belgien; die Niederlande, das Inland und Frankreich ergänzten. Eissalat wurde fast ausschließlich aus Spanien zugeführt; einzig in München traten daneben italienische Angebote in Erscheinung. Bei Endivie und Buntem Salat gaben Frankreich und Italien, bei Feldsalat Deutschland sowie Belgien den Ton an. In allen Bereichen tendierten die Notierungen vornehmlich aufwärts, was in den meisten Fällen auf einer begrenzten Verfügbarkeit und einer damit verbundenen unbefriedigten Nachfrage basierte. Ab und an waren auch einstandsinduzierte Verteuerungen auszumachen. Jedoch wiesen so manche Offerten hier und da qualitative Mängel auf. So konnte zum Beispiel in Köln Endivie und in München Feldsalat nicht durchgängig überzeugen. Vergünstigungen waren sehr selten; lediglich in München musste Endivie aufgrund zu großer Mengen billiger veräußert werden.
Äpfel
Die beherrschenden deutschen und italienischen Partien wurden wie die das Sortiment komplettierenden französischen und niederländischen Chargen für gewöhnlich ruhig, aber relativ stetig umgeschlagen. Das Resultat waren wenig veränderte Bewertungen; auch in Frankfurt, obwohl man dort über einen schwächeren Absatz klagte. Für jeden, der sich in Frankfurt scheute, bei hochpreisigen Pink Lady zuzugreifen, wurden als Alternative italienische Cripps Pink zu 1,- € je kg bereitgestellt. In Hamburg freuten sich wegen des regelrecht eingefrorenen mobilen Handels die Verkäufer über jeglichen Warenabfluss in den organisierten LEH.
Birnen
Wollte man über Birnen reden, kam man an italienischen Abate Fetel nicht vorbei. Zuverlässig bildeten sie die tragende Säule des Geschäftes. Die Importe aus Übersee verstärkten sich und überholten die restlichen Anlieferungen aus Europa. Die Abstimmung der Versorgung auf das andauernd zurückhaltende Interesse gewährleistete im Allgemeinen annähernd stabile Kurse. In überschaubarem Umfang trafen erste Rosemarie aus Südafrika ein: zu Beginn in 6,5-kg-, später auch in 12,5-kg-Kartons. Ungeachtet der Tatsache, dass die Früchte häufig sehr hartreif waren, erzielten sie maximal bis zu 18,- € je 6,5 kg.
Tafeltrauben
Das Angebot schien sich hinsichtlich Menge und Vielfalt immer noch nahezu ungebremst auszuweiten. Die Unterbringungsmöglichkeiten wurden merklich überschritten. In Köln dosierte man dagegen die Zufuhren insbesondere aus Südafrika und in Hamburg die aus Namibia und Peru; das bescherte diesen auch einigermaßen konstante Forderungen. Um störende Überhänge zu vermeiden, war man sich für leichte Preisreduzierungen nirgendwo zu schade. Das genügte in Hamburg aber oft nicht; die Lage bei diversen Produkten mit kontinuierlichen Konditionsproblemen blieb angespannt. Neue Ankünfte von Evans Delight und Starlight aus Südafrika ließen bezüglich Beerengröße Wünsche unerfüllt. Da sie wenigstens vom Geschmack her überzeugten, fanden sie hinlänglich Aufnahme. Ersten La Rochelle aus Südafrika erging es da schlechter. Notierungen von bis zu 3,70 € je kg verhinderten eine flotte Order.
Kiwis
Neben den marktbeherrschenden italienischen wurden ergänzend französische und griechische Chargen vorrätig gehalten. Da man die Bereitstellung überwiegend auf den ruhigen Bedarf ausrichtete, ergaben sich bei den Bewertungen kaum Veränderungen. In Frankfurt verbilligten sich jedoch 36er-Abpackungen. In München war die Nachfrageverbesserung nicht so intensiv, um Verteuerungen halbwegs abzusichern. Kleinfruchtige Zitrusfrüchte Die Anlieferungen von Clementinen aus Spanien verminderten sich permanent; Italien und Marokko rundeten das Geschäft ab. Aus Spanien trafen erste Hernandina ein. Die Varietätenvielfalt von Mandarinen weitete sich indes kontinuierlich aus. Nova dominierten vor Nadorcott. Türkische Minneola wurden beständig abgesetzt. Die kühlen Temperaturen stützten ein relativ stetes Interesse. Einzig in Berlin war dieses hoch genug, um stabile Kurse zu gewährleisten; ansonsten tendierten die Notierungen nach unten. Trotz der herausragenden Forderungen konnten Orri aus Israel ohne Probleme veräußert werden.
Orangen
Bei Blondorangen wandelte sich die Sortengewichtung: Navelina und Salustiana verloren, Navel und Lane Late gewannen an Relevanz. Neuerdings konnte auf israelische Cara Cara zugegriffen werden; sie erzielten bis zu 23,- € je 15 kg. Gemeinhin entsprach der Verkauf nicht den Erwartungen. Um Impulse bemüht, reduzierte man die Preise; das galt auch für Markenware. Die Hamburger und Kölner Händler sahen sich jedoch weniger zu dieser Vorgehensweise gezwungen. In Frankfurt erschwerten genetzte Rückläufer aus dem LEH eine flüssige Räumung. Die Präsenz von Blutorangen verstärkte sich. Italienische Moro spielten neben Tarocco gleicher Herkunft die tragende Rolle. Ferner gab es immer mehr Sanguinelli aus Spanien. Prinzipiell war die Aufnahme freundlich.
Zitronen
Spanische Früchte beherrschten vor türkischen das Geschehen; italienische komplettierten meist mit Blatt. Bei einer für gewöhnlich steten Beachtung und einer darauf abgestimmten Verfügbarkeit veränderten sich die Kurse in der Regel nicht. Lediglich in München fielen sie.
Bananen
Je nach Markt zeigte sich ein sehr differenziertes Bild, was sowohl die Nachfrage als auch die Preisentwicklung betraf. Trotz eingeschränkter Versorgung vergünstigten sich in Köln wegen mäßigen Interesses die Offerten. In München und Hamburg zogen die Forderungen bei einem kontinuierlichen Zuspruch an. In Berlin blieben die Notierungen bei einer am Bedarf orientierten Bereitstellung konstant. In Frankfurt, wo sich einwandfreie Ware verteuerte, traten mängelbehaftete Produkte immer häufiger in Erscheinung.
Blumenkohl
Während sich die italienischen Abladungen ausdehnten und damit ihre Spitzenposition verteidigten, verringerten sich witterungsbedingt die französischen Anlieferungen. Spanien hatte wie Griechenland nur ergänzenden Charakter. Vereinzelt auftauchende, qualitativ nicht überzeugende Partien sowie uneinheitliche Sortierungen führten in Köln und München zu einer weiten Bewertungsspanne. In Frankfurt verbesserte sich die Beachtung; die Kurse kletterten zunächst aufwärts, ehe sie ab Donnerstag wieder leicht nachgaben. In Hamburg verbilligte sich das Angebot insgesamt etwas. In Berlin musste man für italienische Importe dagegen tiefer in die Tasche greifen.
Gurken
Spanien bestimmte vor Griechenland, den Niederlanden und Frankreich das Geschehen. Da die Bereitstellung für gewöhnlich nicht den Bedarf decken konnte, schnellten die Preise in die Höhe; Steigerungen um ein Drittel im Vergleich zur Vorwoche waren keine Seltenheit. Bei Minigurken teilten sich die Türkei und die Niederlande das Geschäft. Die Notierungen zeigten überwiegend einen stabilen Trend.
Tomaten
Spanien dominierte vor der Türkei, Marokko und Italien. Tiefe Temperaturen sowie stattliche Abgangsforderungen ließen die Nachfrage mancherorts regelrecht erstarren. Um eine Räumung nicht zu gefährden, senkten die Händler immer wieder die Bewertungen. Offenkundige Qualitätsunterschiede der Partien sorgten in Köln für eine Ausweitung der Kursgrenzen. Niederländische Rispenware, die sich in punkto Aussehen und Frische sehr ansprechend präsentierte, verteuerte sich in Berlin und Köln.
Gemüsepaprika
Spanien gab augenscheinlich den Ton an; die Türkei ergänzte ebenso wie Marokko, Griechenland und Israel. Die Preise zogen summa summarum etwas an, was einer eingeschränkten Verfügbarkeit geschuldet war. Gelbe Produkte kosteten für gewöhnlich am meisten. In Hamburg komplettierte eine kleine Charge aus dem Sultanat Oman das Sortiment; sie überzeugte hinsichtlich ihrer Optik aber nicht und stieß nur auf wenig Beachtung.
Zwiebeln
Weder beim Umfang der Zufuhren, noch bei den Notierungen hatte sich Wesentliches getan. Lediglich in Frankfurt interessierten ab Donnerstag Gemüsezwiebeln etwas mehr als zuvor, was sich aber nicht auf die Bewertungen niederschlug. Auch die das Geschehen bestimmenden Herkünfte, bei Gemüsezwiebeln ausschließlich Spanien, bei Haushaltsware Deutschland und die Niederlande, veränderten sich nicht.
Weitere Informationen
Frankfurt
Der Appetit auf Erdbeeren war enorm eingeschränkt; selbst Sonderkonditionen mit 0,50 € je 250-g-Schale verfehlten ihre Wirkung. Dessen ungeachtet standen die ersten kleinen Chargen aus niederländischen Treibhäusern bereit, die 4,50 € je 500-g-Schale bringen sollten. Der Winter hatte den Handel fest im Griff. Trafen wegen Schnee und Regen aus Europa bei vielen Produkten nur begrenzte Abladungen ein, so wurde mittlerweile auch die Ernte in Marokko und der Türkei vom schlechten Wetter beeinflusst. Es gab kaum noch Importe an Auberginen, Zucchini, Spinat, Petersilie, Minze und Lauch. Der inländische Anbau litt ebenso unter der starken Kälte. Infolge dürftiger Verfügbarkeit von Wirsing, Lagerkohl, Chinakohl, Grünkohl, Lauch und Rosenkohl stiegen deren Preise sehr deutlich an. Vereinzelt traten Frostschäden auf, die dann jegliche Order verhinderten. Manche trotzten dem jahreszeitlichen Tiefpunkt: Günstiger Brokkoli, folierter Römersalat, schöner Kohlrabi sowie Kohlrüben aus England und Deutschland generierten regen Zuspruch. Niederländischer weißer Spargel in AA-Sortierung fand zu 10,- € je kg schon zögerliche Aufnahme. Längliche Auberginen aus den Niederlanden konnten ab Freitag zu 22,- € je 10-kg-Mehrweggebinde disponiert werden. Stangenbohnen aus Marokko und Spanien verteuerten sich vom Abgang her; gleiches galt für Bobbybohnen, deren Kurs bis auf 21,- € je 4 kg kletterte.
Hamburg
Aufgrund der niedrigen Temperaturen gestaltete sich der Verkauf für Melonen und Steinobst schleppend und die Spanne der Notierungen weitete sich aus. Vorläufer von Kirschen aus Australien, Lapins in Kaliber 30-34 mm, erzielten 45,- € je 2-kg-Steige. Erste Aprikosen aus Neuseeland vermarktete man zu 36,- € je 3 kg. Frischen Feigen aus Argentinien fehlte es an einheitlichen Qualitätsmerkmalen. Neue Süßkartoffeln aus den USA wurden zu 9,- € je 6-kg-Kolli angeboten. Die Knappheit von einheimischem Lauch ermöglichte exklusiven niederländischen Mustern gute Chancen. Die Bewertungen reichlicher Radieschen aus Italien und den Niederlanden tendierten schwächer. Nach der Bereinigung der Überhänge erhöhten sich die Forderungen für Petersilie, Fenchel und Spinat aus Italien.
Köln
Klirrende Kälte ließ einen mobilen Handel unter freiem Himmel praktisch nicht zu. Zwar wurden die Anlieferungen wiederholt zurückgefahren, sie waren aber tageweise immer noch zu groß, um glatt geräumt zu werden. Kleinstmengen niederländischen Rhabarbers aus dem Treibhaus beachtete man kaum. Der Absatz von Lauch, Rosenkohl und Grünkohl ging ziemlich zufriedenstellend vonstatten. Einige Kartons mit peruanischem, grünem und weißem Spargel fanden zum Wochenende hin ihre Abnehmer.
München
Die Kurse ägyptischer Buschbohnen zogen erneut leicht an; die von marokkanischen Stangenbohnen fielen dagegen zusehends. Italienischer Blattspinat wurde nur in Mini- Aufmachung in folierten Steigen zu ca. 15,- € je 4 kg angeboten. Klassischer Wurzelspinat war ausreichend und zu unveränderten Forderungen vorrätig. Nach einer langen Phase der Stabilität auf niedrigem Niveau konnten die Preise von Brokkoli für tonangebende spanische und ergänzende italienische Offerten angehoben werden. Das frostig-kalte Wetter in Mitteleuropa begünstigte bei Lauch eine ähnliche Entwicklung. Allerdings neigte man hierbei vereinzelt zur Übertreibungen, die schnell wieder zurückgeschraubt wurden. Der Wintereinbruch in Norditalien erhöhte die Einstände von Radicchio. Südlichere Anbaugebiete von Kohlrabi, Rettich, Radieschen und Bundzwiebeln blieben davon noch mehr oder weniger verschont und waren genügend vor Ort, was konstante Notierungen bewirkte. Dill und Petersilie litten aber bereits unter einem begrenzten Aufkommen, weshalb sie sich deutlich verteuerten.
Mit freundlicher Genehmigung der BLE dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").
Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 15.02.2012
Copyright © fruchtportal.de