DFHV: Preisniveau bei Obst und Gemüse gefährdet in Zukunft ausreichende Versorgung
Nach der EHEC-Krise 2011 bewegt sich nach Angaben des Deutschen Fruchthandelsverbandes e.V. (DFHV) der Pro-Kopf-Verbrauch auch bei den von EHEC besonders betroffenen Produkten in etwa wieder auf dem Niveau des Vorjahres. Dies erklärte DFHV-Präsident Dieter Krauß bei der Eröffnungspressekonferenz der diesjährigen Fruit Logistica in Berlin. Krauß kritisierte allerdings, dass Obst und Gemüse inzwischen im Handel „nicht preiswert – im eigentlichen Wortsinn – sondern oft einfach nur billig angeboten werden.“

Aus Konsumentensicht sei das natürlich auf den ersten Blick eine ideale Situation: „Die Verbraucher erhalten qualitativ hochwertige und sichere Ware zu einem mehr als günstigen Preis.“ (Krauß) Das könne auf lange Sicht nicht funktionieren, denn besonders in den bevölkerungsreichen Schwellenländern seien die Verbraucher inzwischen bereit und in der Lage, angemessene Preise für gute Ware zu zahlen. Krauß befürchtet, dass angesichts der in Deutschland zu erzielenden Preise die potentiellen Exportländer ihre Frischware eher in Regionen vermarkten, wo sie höhere Preise erzielen können: „Damit wird Europa – insbesondere Deutschland – seine Attraktivität als Absatzland erheblich einbüßen.“
Der Hinweis auf das regionale Obst und Gemüse sei zwar gut und sympathisch, spiele aber in der Realität kaum eine Rolle. Bei Gemüse werden 60 Prozent des Verbrauchs importiert, bei Obst sogar rund 80 Prozent. „Wenn wir also die Vielfalt und die Qualität des Angebots an frischem Obst und Gemüse in Deutschland erhalten wollen, muss das Preisniveau wieder deren tatsächlichem Wert entsprechen. Ansonsten werden die deutschen Verbraucher in Zukunft bei frischem Obst und Gemüse das Nachsehen haben.“ Foto: Kreklau/DFHV
Veröffentlichungsdatum: 08.02.2012
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