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Mittwoch, 23.05.2012 E-mail

NEWS / NEWSARCHIV

BLE-Marktbericht KW 05 / 2012 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin

Blumenkohl
Die Lage in Italien entspannte sich. Das Streik-Ende brachte wieder Normalität und verursachte gleichzeitig eine bessere Versorgung auf den Märkten. Der folgten in Frankfurt umgehend Vergünstigungen. Auch in Berlin war die Nachfrage der reichlichen Produktpalette nicht gewachsen. In Hamburg herrschten jedoch immer noch Engpässe, womit sich trotz ähnlich schwachen Interesses wie in Köln die Verteuerungen erklären ließen. In München schlug sich schon der Wintereinbruch im Süden Europas auf die Verfügbarkeit nieder. In Erwartung weiterer Einschränkungen konnten ohne Probleme höhere Forderungen durchgesetzt werden.

grafiek van gemiddelde prijs bloemkool
Quelle: BLE

Äpfel

Einheimische und italienische Abladungen prägten das Geschehen; französische ergänzten, speziell im exklusiven Sektor. Dazu gesellten sich in München österreichische und vornehmlich in Köln niederländische Importe. In Berlin traten angemessen der nahen Fruit Logistica als absolutes Novum Joya ins Licht der Öffentlichkeit; eine Marke, die ihren Ursprung auf Cripps Red zurückführt. Die kleine Charge erzielte bis zu 1,70 € je kg. Insgesamt verlief das Geschäft in ruhigen Bahnen, sodass sich die bisherigen Preise meistens behaupten konnten. In Frankfurt war die Order etwas stärker, woraus ansteigende Bewertungen resultierten. Lola® - ein neuer Apfel aus den Niederlanden Am Kölner Markt und im Frischezentrum Frankfurt wurden bereits in der 4. KW erstmals Lola® aus den Niederlanden präsentiert. Die pinkfarbenen Offerten im Kaliber 80/85 waren einlagig in optisch werbewirksamen Kartons aufgemacht und kosteten 1,40 € je kg. Unter dem Markennamen Lola wurden Maribelle angeboten. Diese Varietät entstand 1995 aus einer Kreuzung aus (Meiprinses x Gloster) x Elstar. Die Frucht ähnelt in der Form einem Elstar. Sie ist praktisch völlig pinkrot gefärbt, fest, saftig und besitzt einen süßen, aromatischen Geschmack. Maribelle genießen seit April 2011 Sortenschutz in der EU und sind frei verkäuflich, also keine Clubsorte. (Quelle: eis/hen/koh; lola-appel.nl; agroscope.admin.ch; fruitpact.nl)

Birnen
Italienische Abate Fetel bestimmten fortlaufend und merklich herausragend den Handel. Mitteleuropäische Erzeugnisse ergänzten; allen voran einheimische Alexander Lucas. Deutsche Conference mussten in Hamburg qualitätsbedingt Federn lassen, da bessere niederländische bevorzugt wurden. Bei gedämpftem Zuspruch und gemeinhin darauf ausgerichteter Bevorratung bewegten sich die Kurse kaum. Die Importe aus Übersee verstärkten sich; insbesondere die von südafrikanischen Bon Chretien vergrößerten sich sprunghaft. Die Unterbringungsmöglichkeiten hielten sich in engen Grenzen. In Berlin trafen inzwischen Carmen aus Chile ein. Die Vorgabe von 17,50 € je 6,5 kg schien inakzeptabel, daher wurden sie von fast niemandem beachtet.

Tafeltrauben
Die Versorgung war überreichlich; die Sortenvielfalt weitete sich beharrlich aus. Neu kamen in Frankfurt argentinische Imperial Seedless und in Hamburg namibische Red Globe und Victoria hinzu. Regal Seedless aus Südafrika verdrängten hier Prime Seedless gleicher Herkunft. Die Notierungen tendierten wegen der bescheidenen Nachfrage grundsätzlich mehr oder weniger offensichtlich abwärts. In Berlin wurden erste Italia aus Brasilien zugeführt: man verlangte dafür bis zu 10,- € je 4,5-kg-Karton. Doch selbst diese niedrigen Forderungen vermochten keinen häufigen Zugriff zu generieren.

Kiwis
Das Angebot marktbeherrschender italienischer und komplettierender französischer und griechischer Produkte orientierte sich überwiegend am Interesse. Das sicherte in der Regel stabile Bewertungen. Eine Ausnahme war Berlin: Infolge von knappen französischen Mengen und von minderer Güte griechischer Partien verlagerte sich die Order in Richtung italienischer Offerten, was diesen höhere Preise ermöglichte.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte

Das Verhältnis von Clementinen zu Mandarinen hatte sich umgekehrt. Rückläufige und zudem mängelbehaftete Clemenules wurden immer mehr durch Clemenvilla ersetzt. Auch Nadorcott aus Marokko trafen etwas stärker ein. Angestiegene Importe von Orri aus Israel erzielten bis zu 28,- € je 12,5 kg, was einem flotten Verkauf aber keinen Abbruch tat. Wegen des insgesamt impulslosen Zugriffs und der reichlichen Verfügbarkeit neigten viele Notierungen zur Schwäche; nur selten blieben sie konstant. Die weite Spanne der Forderungen erklärte sich durch die enorm differierenden Eigenschaften der Erzeugnisse.

Orangen
Spanische Navelina waren nahezu ungebremst das Maß aller Dinge. Einzig in Frankfurt mussten sie bis zum Ende der Woche die Hälfte der Handelsanteile an andere Navel abtreten. Die Bedeutung von Salustiana wuchs merklich an. In Berlin gab es indes davon erste Muster, die wie in Köln im Kaliber 5/6 bis zu 12,- € je 15-kg- Karton brachten. In München, Frankfurt und Köln konnte man mittlerweile sogar schon Lane Late aus Spanien finden, wenn auch in vergleichsweise kleinen Chargen. Die Bewertungen tendierten für gewöhnlich stabil. Sie bewegten sich in München für griechische und in Hamburg für marokkanische sowie ägyptische Produkte mit fortgeschrittener Reife nach unten. Spanischen Navel erging es in Frankfurt besser: sie verbuchten Kursgewinne. Bei den Blutorangen verbilligten sich lediglich Moro in Köln.

Zitronen
Grundsätzlich entsprach die Versorgung mit vorwiegend spanischen und ergänzenden türkischen Zufuhren den Umschlagsmöglichkeiten. Somit war das bisherige Preisniveau gesichert. Spanische Partien vergünstigten sich jedoch in München wegen zurückhaltender Beachtung und in Hamburg infolge verminderter Qualität. Dem schlossen sich in Köln türkische Erzeugnisse an, die häufig suboptimale Güte kennzeichnete.

Bananen
Bei einem ruhigen, aber kontinuierlichen Geschäft blieben die Notierungen in Köln und Frankfurt unverändert. Auf den übrigen Märkten stiegen sie dagegen nachfrage-, angebots- oder einstandsbedingt etwas an. Einzig die Erstmarke in Hamburg war davon ausgenommen.

Salat

Bei Kopfsalat entwickelten sich die Kurse sehr unterschiedlich: In München, Berlin und Frankfurt kletterten sie aufwärts, was zum Teil mit einer verringerten Bereitstellung begründet wurde. In Hamburg und Köln bröckelten sie ab, da sich die Beachtung im Vergleich zur Vorwoche abschwächte. Die Forderungen für ausschließlich spanischen Eissalat schwankten in Frankfurt und Berlin nur unwesentlich. In München und Köln sanken sie wegen zu umfangreicher Mengen. In Hamburg zogen sie an, da das Interesse nicht vollends gestillt werden konnte. Infolge der tiefen Temperaturen war Feldsalat knapp. Die Anlieferungen von Endivien weiteten sich nach Beendigung des Streiks der italienischen LKW-Fahrer aus und orientierten sich wieder am Bedarf. Die Preise bewegten sich selten. Allein in München hob man sie an und in Köln wiesen sie qualitätsinduziert eine breite Spanne auf. Bunte Salate verteuerten sich in Frankfurt und München merklich, da bloß wenige Abladungen vorrätig waren. Ansonsten tendierten die Bewertungen für gewöhnlich stabil.

Gurken
Die Verfügbarkeit, insbesondere die der tonangebenden spanischen Partien, schränkte sich ein. Andere Herkünfte wie die Niederlande oder Griechenland vermochten die entstandene Lücke nicht zu füllen. Die Notierungen stiegen täglich an. Das Geschäft mit türkischen und niederländischen Minigurken verlief ruhig.

Tomaten

Spanien dominierte vor der Türkei und Marokko. Italien, die Niederlande und Israel komplettierten das Sortiment. Die Kunden konnten auf genügend Erzeugnisse zurückgreifen, allerdings wiesen manche Produkte Qualitätsmängel auf. Das Interesse war infolge der kalten Witterung nicht sehr ausgeprägt; die Preise verharrten in der Regel dennoch auf dem Niveau der Vorwoche. In Hamburg erreichte man dies aber nur durch eine reduzierte Bereitstellung. Fleischtomaten hatten es oftmals am schwersten; aufgrund zu geringen Zuspruchs vergünstigten sie sich meistens. Verteuerungen waren selten: In Frankfurt traf dies auf spanische runde Offerten und in Berlin auf begrenzte Kirschtomaten zu.

Gemüsepaprika

Spanien bestimmte eindeutig vor der Türkei und Israel das Geschehen. Marokko und Griechenland ergänzten das Geschäft. Die Versorgung orientierte sich häufig am Bedarf; einzig in Hamburg fiel sie etwas zu knapp aus. Die Bewertungen stiegen hier wie in Köln bedächtig an. In Berlin musste lediglich für türkische Partien mehr gezahlt werden. Ansonsten kam es hinsichtlich der Forderungen zu keinen wesentlichen Veränderungen.

Zwiebeln

Deutschland beherrschte bei Haushaltsware vor den Niederlanden die Szenerie; Gemüsezwiebeln stammten ausschließlich aus Spanien. Das Interesse konnte mit Leichtigkeit gestillt werden; die Notierungen bewegten sich marginal.


Weitere Informationen

Frankfurt
Gewaltige Abladungen an brasilianischen Limetten ließen deren Bewertungen von den ursprünglichen 12,- auf 4,- bis 8,- € je Karton mit 48-54 Stück fallen. Zu üppig disponierte Erdbeeren aus Spanien konnten kaum veräußert werden; man gab sie zeitweise für nur 0,50 € je 250-g-Schale ab. Im Laufe der Woche wurden immer mehr Pflaumen aus Chile und Südafrika importiert. Die Nachfrage war aber verhalten. Am Freitag trat eine ungewöhnliche Varietät aus Südafrika in Erscheinung: Es handelte sich um Lamoon. Die großen gelben saftigen Früchte, mit ca. 60 bis 65 mm Durchmesser, präsentierte man in Pappkartons in gelegter Aufmachung. Lamoon-Pflaumen werden im nährstoffreichen Boden des Hula-Tals im Norden Israels kultiviert. Sie kennzeichnet ein süßes Aroma und sie sind oval-rund mit rötlicher Spitze, deren Färbung sich mit fortschreitender Reife intensiviert. Die bislang dominierenden Avocados aus Peru bekamen Gesellschaft aus Israel; bei Kursen ab 6,50 € je 12er- bzw. 14er-Abpackung nahm man Pinkerton und Hass gut auf. Bei Lauch führten Ernteprobleme wegen tiefer Temperaturen zu deutlich angestiegenen Forderungen.

Hamburg
Erdbeeren aus Spanien und Marokko fehlten Verkaufsimpulse. Lediglich durch eine behutsame Bereitstellung wurden stärkere Verbilligungen verhindert. Der Bodenfrost rief bei inländischem Rosenkohl, Grünkohl und Lauch einen Versorgungsengpass hervor; die Preise zogen, wie auch bei den übrigen Herkünften, an. Mexikanischer grüner Spargel ergänzte den peruanischen. Dill aus Italien war erst in der zweiten Wochenhälfte verfügbar und erzielte einstandsbedingt Verteuerungen. Massive Anlieferungen von Bundmöhren aus Südeuropa vergünstigten sich. Knapper italienischer Radicchio und Staudensellerie verbuchten höhere Notierungen.

Köln
Der Kälteeinbruch wirkte sich unweigerlich auf das Geschäft aus; auf den Wochenmärkten unterbrachen viele Händler ihren Betrieb und somit schränkten sich die Absatzmöglichkeiten am Platz ein. Wenige spanische Partien an Erdbeeren reichten für die verhaltene Nachfrage vollkommen aus. Brasilianische Feigen überzeugten vom Aussehen und Geschmack her. Nektarinen und Pfirsiche aus Chile sowie Pflaumen aus Südafrika nahm man trotz ansprechender Optik nur zögerlich auf. Aktionen im LEH führten bei Avocados und spanischem Brokkoli zu einer ruhigen Beachtung vor Ort. Begrenzte ägyptische Zuckererbsen wurden tageweise relativ flott veräußert. Gut an den Bedarf angepasst waren die Abladungen von einheimischem, niederländischem und belgischem Lauch. Die Forderungen für italienische Möhren in loser Aufmachung senkte man infolge mangelnden Interesses.

München
Nach dem Streik-Ende im italienischen Transportgewerbe entschärfte sich die Angebotslage weitgehend. Insbesondere die zuvor stark überhöhten Notierungen bei Rucola, Dill und Petersilie befanden sich wieder auf deutlich niedrigerem Niveau. Bei Fenchel, Mangold, Kohlrabi, Bundkarotten, Bundzwiebeln und Radieschen normalisierten sich die Preise ebenso und auch Rettiche waren wieder verfügbar. Für ägyptische Buschbohnen musste einstandsinduziert tiefer in die Tasche gegriffen werden. Neben tonangebendem belgischem und inländischem Lauch ergänzte niederländischer und französischer das Sortiment. Türkische Ware konnte aufgrund fester Bewertungen nur schwerlich verkauft werden. Bei Rosenkohl zogen die Kurse witterungsbedingt beträchtlich an. Aus Marokko trafen die ersten Speisefrühkartoffeln ein.

Berlin

Chinesische Honey-Pomelo mit Stückgewichten bis 1,5 kg ließen sich bloß schleppend absetzen. Die Versorgung mit südafrikanischen und chilenischen Pflaumen war für den Bedarf zu umfangreich; eine Räumung gelang nicht immer. Niederländische Auberginen wurden begrenzt zugeführt und wegen stolzer Forderungen sehr ruhig nachgefragt.

 

Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.



Mit freundlicher Genehmigung der BLE dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 08.02.2012
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