BLE-Marktbericht KW 04 / 2012 - Obst - Gemüse - Südfrüchte
Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin
Äpfel
Italienische und deutsche Erzeugnisse prägten fortlaufend die Geschäfte. Die Niederlande und, insbesondere im exklusiveren Bereich, Frankreich ergänzten. Belgien trat nur in sehr geringem Umfang und Österreich lediglich in München in Erscheinung. Die Produktpalette hatte sich kaum verändert. In Köln wurden neuerdings einige Lola angeliefert. Unter diesem Markennamen verkaufte man niederländische Maribelle. Die eher schleppende Nachfrage stellte die Händler schwerlich zufrieden, doch sahen sie sich noch nicht zu Vergünstigungen gezwungen, da die Versorgung hinlänglich auf den Bedarf abgestimmt war. Trotz des zurückhaltenden Zuspruchs tendierten zuweilen die Bewertungen in München insgesamt und in Köln die von deutschen Boskoop und Berlepsch sowie die von kleinen französischen Jazz nach oben.
Quelle: BLE
Birnen
Kontinuierlich hohe Abladungen aus Italien begegneten einem wenig lebhaften Interesse. Den untergeordneten, komplettierenden Zufuhren aus dem Inland und den marginalen Importen aus den Niederlanden erging es nicht anders. Die Kurse konnten sich überwiegend auf dem Niveau der Vorwoche behaupten, stiegen indes in Köln für die kleineren Kaliber von Abate Fetel etwas an. Gelegte spanische Conference kosteten in Frankfurt 7,- € je 6 kg und waren leicht unterzubringen. Die frühen Partien von Anjou aus den USA generierten immer noch keinen bedeutenden Zugriff. Erste Bon Chretien aus Südafrika in Hamburg und München erzielten bis zu 146,- € je 100 kg.
Tafeltrauben
Die reichliche Verfügbarkeit der Offerten, maßgeblich aus Südafrika, aber auch aus Namibia und Peru, stellte die Händler auf eine harte Probe. Die eher kargen Umschlagsmöglichkeiten zwangen unweigerlich zu einer Reduzierung der Preise, deren weite Spanne sich durch die stark differenzierende Qualität der Früchte erklärte. Kernlose Chargen schnitten bei dem Ganzen noch am besten ab. Neu im Sortiment waren peruanische Prime Seedless, südafrikanische Victoria und namibische Regal Seedless.
Kiwis
Italienische Anlieferungen beherrschten unablässig den Markt: in der Regel an der ruhigen Nachfrage orientiert. Griechische und französische Mengen trafen in einem Umfang ein, der das bescheidene, aber meist stete Geschäft nicht überforderte. Grundsätzlich veränderten sich die Notierungen kaum. Nur in Berlin tendierten sie infolge des impulslosen Zugriffs marginal nach unten.
Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Spanische Abladungen prägten in gewohntem Ausmaß den Warenumschlag. Dabei verdrängten Clemenvilla mit ausgeweiteter Bedeutung Clemenules, die immer häufiger unter Mängeln litten und daher enorme Kursspannen verursachten. Auch wenn der Bedarf nicht besonders hoch war, sah man üblicherweise von Vergünstigungen ab. In Hamburg induzierte ein etwas besserer Zuspruch angebotsbedingt keine Verteuerungen. Afourer aus Marokko vermochten ungeachtet ihres überzeugenden Geschmacks relativ wenig Interesse zu wecken. Während sich die Bewertungen kontinuierlich importierter türkischer Minneola im Allgemeinen behaupten konnten, neigten die von reichlicher zugeführten israelischen Orri vornehmlich in Berlin nach unten.
Orangen
Man hatte fast den Eindruck, bei Blondorangen gäbe es ausschließlich Navelina aus Spanien. Bei genauerem Betrachten waren jedoch neben den angewachsenen Ergänzungen aus spanischen Salustiana und türkischen Washington Navel die sprunghaft angestiegenen Anlieferungen marokkanischer Navel zu erkennen. Bei einem vorwiegend ruhigen Handel verharrten die Preise auf bisherigem Niveau; nur in Köln sanken sie für Offerten aus Marokko und der Türkei. Mittlerweile vorrätige ägyptische Navel brachten bis zu 77,- € je 100 kg. Blutorangen verbilligten sich in Hamburg wegen vermehrter Konditionsprobleme. In München musste der Kunde infolge der knapper werdenden Verfügbarkeit merklich tiefer in die Tasche greifen. Erste Sanguinelli aus Spanien erzielten in Hamburg 12,50 € je 9-kg-Karton mit 66 Stück.
Zitronen
Spanische Primofiori standen im Vordergrund des Geschehens. Ihr Absatz gestaltete sich meistens eher schwerfällig, was unweigerlich eine Abschwächung der Notierungen nach sich zog. Die Mengen türkischer Interdonato waren genauer auf die Umschlagsmöglichkeiten zugeschnitten; die Bewertungen konnten somit gewöhnlich beibehalten werden. In München trafen zur Unterstützung des Geschäftes neuerdings neben etablierten Meyer-Zitronen saftreiche dünnschalige Lamas aus der Türkei ein.
Bananen
Die Versorgung war in der Regel auf das Interesse abgestimmt; größere Preisbewegungen wurden nicht festgestellt. Allein in Frankfurt und München verteuerte sich das Sortiment, was sich aber kaum auf den Zuspruch auswirkte.
Blumenkohl
Der Streik im italienischen Transportgeschäft prägte das Geschehen wesentlich: Die Abladungen aus Italien wurden im Verlauf der Woche immer spärlicher. Letztlich konnte, wenn überhaupt, nur noch auf sehr geringe Partien zurückgegriffen werden. Dies hatte natürlich Einfluss auf die Forderungen, die massiv anzogen. Andere Lieferländer profitierten von der Verknappung ebenfalls; sowohl die französischen als auch die spanischen und griechischen Importe kosteten mehr als bislang.
Salat
Eissalat, ausschließlich aus Spanien, vergünstigte sich in der Regel, da die Nachfrage der umfangreichen Versorgung hinterherhinkte. Bei Kopfsalat und Endivie wirkte sich der Streik der italienischen Lkw-Fahrer augenscheinlich aus: Die Chargen aus Italien schränkten sich merklich ein, was die Notierungen deutlich anstiegen ließ. Dies war aber nicht nur auf italienische Offerten begrenzt; Erzeugnisse übriger Herkünfte verteuerten sich ebenso recht erheblich. In Hamburg konnte man dies auch bei Bunten Salaten feststellen, die ansonsten eher ruhig und zu wenig modifizierten Kursen beachtet wurden. Die Preise für inländischen und belgischen Feldsalat erhöhte man einzig in Köln; in München senkte man sie für Angebote schwächerer Güte. Meist mussten die Kunden jedoch so viel wie zuvor bezahlen.
Gurken
Im Zentrum des Geschehens befanden sich spanische Partien. Griechenland und die Niederlande komplettierten die Warenpalette. Die Bewertungen zeigten je nach Markt ein unterschiedliches Bild: In Frankfurt und Berlin zogen sie aufgrund einer nicht bedarfsdeckenden Verfügbarkeit an. In München und Köln blieben sie dagegen weitgehend unverändert. In Hamburg erfüllte das Interesse nicht die Erwartungen; folierte spanische Produkte verbilligten sich daraufhin. Bei Minigurken lagen die Anlieferungen aus der Türkei und den Niederlanden mengenmäßig in etwa auf gleichem Niveau. Um einen steten Absatz zu gewährleisten, mussten die Forderungen oftmals reduziert werden.
Tomaten
Spanische Chargen prägten das Geschäft; mit erheblichem Abstand folgten die Türkei und Marokko. Die Versorgung schränkte sich insgesamt ein klein wenig ein. Zum Teil wiesen die Früchte sehr differierende Qualitäten auf, was unweigerlich eine sich ausdehnende Preisspanne bewirkte. Die Notierungen tendierten meist abwärts; dies war zum einen den zu umfangreichen Abladungen und zum anderen einer eher schwachen Nachfrage geschuldet.
Gemüsepaprika
Spanien bestimmte augenscheinlich das Geschehen; die Türkei und Marokko belegten die weiteren Plätze. Israel sowie Griechenland ergänzten das Sortiment. In Köln und Berlin bröckelten die Kurse bei einer über dem Bedarf liegenden Verfügbarkeit ab. In Frankfurt und München veränderten sich die Bewertungen kaum; allein gelbe spanische Offerten verteuerten sich in Frankfurt etwas. Hamburg berichtete von angestiegenen Forderungen bei spanischen roten und gelben Partien sowie von Vergünstigungen bei israelischen gelben Produkten.
Zwiebeln
Wie in der Vorwoche gab Spanien bei den Gemüsezwiebeln den Ton an. Bei Haushaltsware dominierte Deutschland vor den Niederlanden. Der Absatz gestaltete sich in der Regel stetig; die Notierungen variierten nur unwesentlich.
Weitere Informationen
Frankfurt
Die andauernden Streiks der Lkw-Fahrer in Italien verschuldeten eine Verknappung hauptsächlich im Gemüsebereich. Dies bewirkte geradezu explosionsähnliche Preiserhöhungen. Während Rucola am Montag noch 6,- bis 7,50 € kostete, wurden am 27.01. den Verkäufern die letzten Bestände zu 13,- bis 15,- € förmlich aus der Hand gerissen. Mit losen Offerten aus Frankreich zu 9,- € je kg wollte man ab Donnerstag das Versorgungsloch stopfen. Petersilie zu je 5 kg und Dill zu je 3 kg aus Italien waren ebenso kaum zu finden und erzielten bis zu 12,- €. Eingeschränkter italienischer Spinat wurde aus der Türkei ergänzt. Für 5-kg-Kisten mit 500-g-Bunden verlangte man 8,- €. Auch Radicchio blieb nicht verschont. Anfangs präsentierte er sich vielfältig in verschiedenen Sorten. Zum Schluss brachten die begrenzten Vorräte richtig gutes Geld.
Hamburg
Die Räumung von Limetten und Feigen aus Brasilien verlief zu schleppend. Die Erlöse fielen niedriger aus. Himbeeren und Heidelbeeren aus Übersee und Südeuropa fehlten Absatzimpulse; die Notierungen gingen leicht zurück. Für spärliche Litschis aus Südafrika zogen die Kurse an. Neue Melonen aus Costa Rica zeigten eine überzeugende Erscheinung und wurden rege aufgenommen. Erste Auberginen aus den Niederlanden und Stangenbohnen aus Italien waren zu 12,50 € bzw. 16,- € je 5-kg erhältlich. Der Streik in Italien verursachte bei diversen Gemüsearten zum Wochenende hin eine offensichtlich verminderte Verfügbarkeit und eine daraus resultierende Verteuerung.
Köln
Die Preise für geringe Mengen an Erdbeeren sanken, da es diesen an Zuspruch mangelte. Gleich zu Beginn wurde erster niederländischer Rhabarber aus dem Treibhaus angeboten. Hohe Einstände bewirkten ein zähes Geschäft; daraufhin reduzierte man stark die Bewertungen. Frühkartoffeln erweiterten sich um marokkanische Nicola, welche jedoch, wie die bereits gewohnten zyprischen Annabelle, eher wenig nachgekauft wurden.
München
In fast allen Bereichen des Gemüsesortimentes mit konkurrenzlosem Ursprung Italien setzten sich anfangs infolge des dortigen Lkw-Fahrer-Streiks festere Kurse durch. Das betraf z. B. Rucola, Radieschen, Rettiche, Fenchel, Mangold, Dill und Petersilie, die später zum Teil völlig fehlten. Bei manchen Produkten wie Bundkarotten und Kohlrabi profitierten spanische davon. Auch Bundzwiebeln litten unter dieser Situation; selbst über italienische Häfen abgewickelte ägyptische Anlieferungen verzögerten sich. Bei Buschbohnen und Stangenbohnen entwickelte sich wegen der enormen Notierungen die Nachfrage rückläufig. Frischer Knoblauch aus Ägypten stieß noch nicht auf eine freundliche Aufnahme. Einheimischer Kopfkohl konnte ununterbrochen sehr günstig geordert werden; anders als türkischer, flachrunder Weißkohl, der zuweilen aus dem süditalienischen Apulien ergänzt wurde. Bei recht guter Versorgung tendierten die Forderungen für Lauch aus Belgien, den Niederlanden und Süddeutschland wieder schwächer; für türkische Importe musste am meisten bezahlt werden.
Berlin
Trotz großer Mengen war das Angebot an spanischen Erdbeeren optimal auf den Bedarf abgestimmt. Die Preise verharrten kontinuierlich auf einem Niveau zwischen 1,- und 1,10 € je 250-g-Schale. Zum Wochenende komplettierten marokkanische Erzeugnisse zu 0,40 € je 125 g. Standweise verkaufte man Pflaumen und Aprikosen zu 2,50 € je kg sowie Pfirsiche und Nektarinen zu 4,- € je kg aus Südafrika. Die Ware gefiel auf den ersten Blick; geschmacklich konnte sie aber nicht punkten. Ab dem 25.01. unterstützten wieder Zucchini aus der Türkei die spärlichen Abladungen aus Spanien und Marokko. Da sich das Interesse weiterhin hauptsächlich auf spanische Partien richtete, verteuerten sich diese, während sich marokkanische verbilligten. Bei konstant lebhaftem Zuspruch und eingeschränkter Verfügbarkeit stiegen die Bewertungen von Auberginen aus Spanien und Italien nochmals etwas an.
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Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 01.02.2012
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