Rezessionsdynamik bei Verkehr mit Spanien und Portugal
Die Reederei OPDR rechnet mit einem Umschlag von 170.000 TEU im vergangenen Jahr 2011, 10% mehr als im Jahr zuvor. OPDR ist einer der Marktführer im ‘Shortsea’-Transport von Containern zwischen Nordeuropa und der Iberischen Halbinsel. Trotz der Schuldenkrise besonders in diesen Ländern und der schwachen Konjunktur im Allgemeinen ist die Reederei positiv gestimmt. Es lässt sich keine Schwächung der Güterströme, sondern eine Verlagerung feststellen: der spanische und portugiesische Export wächst mehr als der Import schrumpft. Die Krise bietet sogar Chancen, da der direkte Straßentransport von Spanien nach Nordeuropa unter Druck gerät. Daher wird seit einigen Monaten verstärkt auf die Schifffahrt umgesattelt.
Ladung
Der Umschlag ist so stark, dass OPDR seit dem Herbst plötzlich in großem Umfang leere Container nach Süden verschiffen muss. Ab dem 1.November erhebt man daher eine ‘equipment imbalance surcharge’ von 50 Euro pro Container für die spanischen und portugiesischen Häfen. Obwohl sich die Wirtschaft in der Eurozone weiter abschwächt, sieht OPDR weitere Möglichkeiten für den Shortseabereich. Aufgrund der Wirtschaftsflaute besteht für die spanischen Exporttransporteure eine geringere Chance auf Ladung für den Rückweg aus dem Norden. Diese Unsicherheit macht sie zurückhaltend. Exporteure müssen daher nach Alternativen suchen.“Ob es nun um Gemüse- und Obstexporteure im Süden geht oder die Hersteller von Chemikalien und Konsumgütern im Norden – von allen Seiten besteht Bedarf an Shortsea-Lösungen“, sagt Geschäftsführer Till Ole Barrelet von OPDR. Vor diesem Hintergrund erneuert die Reederei den Containerpark. 2011 wurden 1200 neue 45-Fuß-Palletten-breite/extra hohe Container bestellt und 300 neue Kühlcontainer in Betrieb genommen.
Schiffe
Auch die Situation auf dem Schiffsmarkt bietet Chancen für OPDR, das eine gute Bilanz vorweisen kann. Auf Grund der sehr niedrigen Schiffspreise könnte es die vier bis fünf Schiffe kaufen, die es gewöhnlich anmietet. Bisher werden viele kleine Reeder noch von den Schiffsbanken über Wasser gehalten. Der Druck auf die Bilanzen wächst jedoch mit der Dauer der Sanierungsfälle. Experten erwarten für dieses Jahr daher eine Bereinigung und Konsolidierung des Marktes. Auch OPDR könnte hiervon profitieren.
OPDR
OPDR, 1882 als Oldenburg-Portugiesische Dampfschiffs-Rederei gegründet, fährt mit fünf eigenen Schiffen von 700 TEU und Charterschiffen zur Iberischen Halbinsel. Ebenso unterhält OPDR einen ConRo-Dienst zwischen den Kanarischen Inseln und dem spanischen Festland. 2011 wurde gemeinsam mit X-Press Feeders ein Dienst zwischen der spanischen Ostküste und Tunesien und Marokko gestartet. Diese Zusammenarbeit betrifft auch die Verbindung mit Nordeuropa (Route: Rotterdam, Antwerpen, Vigo, Leixões, Lissabon, La Coruña, Felixstowe, Rotterdam).
X-Press beschränkt sich auf die ‘Feedercontainer’ (= mit Anschluss an interkontinentale Dienste) und OPDR übernimmt die innereuropäische Ladung (‘Shortsea’). OPDR setzt gut 80 Mio. Euro um und betreibt von Hamburg aus ein Netzwerk von 43 Agenturen in 27 Ländern.100 Mitarbeiter sind an Land und 100 auf See beschäftigt.
Quelle: Deutsche Verkehrs Zeitung, 08-12-2011
Container Rotterdam-Spanien/Portugal
Wie die meisten europäischen Ziele wurde auch dieses Verkehrsgebiet von der Wirtschaftskrise schwer getroffen, und die Wiederherstellung ging nur schleppend voran. Die geographische Balance bewegte sich in den Jahren 2008-2010 um die 65% für den südlichen Teil.
| (CBS x1000 TEU) |
2008 |
2009 |
2010 |
| Spanien |
265 |
188 |
165 |
| Portugal |
156 |
127 |
137 |
| Gesamt |
421 |
315 |
302 |
Rotterdam ist wahrscheinlich der nordeuropäische Marktführer für diesen Verkehrsbereich. Hamburg und Bremerhaven zusammen notierten hier ab 2008 ca. 122.000, 86.000 und 81.000 TEU (Zahlen eigene Angaben sowie statistischer Dienst Hamburg/Schleswig-Holstein). Von Antwerpen sind keine Daten bekannt.
Quelle: portofrotterdam.com
Veröffentlichungsdatum: 23.01.2012
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