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DFHV kritisiert Pläne spanischer Europa-Abgeordneter - Zitrusimporte aus Übersee müssen weiter möglich sein

02. Dezember 2016

Der Deutsche Fruchthandelsverband e.V. (DFHV) ist in höchstem Maße besorgt über die Initiative einiger Mitglieder des Europäischen Parlamentes, die sich gegen die Einfuhren von Zitrusfrüchten aus Übersee richtet.
Bildquelle: Shutterstock.com Zitrus Orangen
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In einer Resolution fordern sie die drastische Verschärfung der Regelungen zur Pflanzengesundheit bei Importen aus Übersee. Dass diese Forderung von spanischen Europa-Abgeordneten kommt, ist für DFHV-Geschäftsführer Dr. Andreas Brügger sehr durchsichtig. „Änderungen des funktionierenden Plant Health Regimes sind nur notwendig, wenn es dafür wissenschaftliche oder technische Gründe gibt. Das ist eine fachliche Fragestellung, die in den entsprechenden Fachausschüssen bei der EU Kommission von Experten zu bearbeiten ist“, sagte Brügger.
 
Nicht nur der Versuch, das Parlament für marktabschottende Pläne zu instrumentalisieren, sei unfair, sondern auch die konkreten Vorschläge der spanischen Abgeordneten Clara Eugenia Aguilera García. Gegen den Befall einer Motte (Thaumatotibia leucotreta) soll zum Beispiel nur die Methode der Kältebehandlung akzeptiert werden. Eine Kühlung bei einer Temperatur von 0,55 Grad C über eine Zeitdauer von 24 Tagen mit drei Tagen Vorkühlung erfordere Kühlkapazitäten, die weit über die Möglichkeiten in den Exportländern hinausgingen. „Eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Lieferkette setzt voraus, dass die Frischware so schnell wie möglich in Richtung Importländer verschifft wird und nicht über Wochen erst einmal eingelagert wird.“ (Brügger) In der Praxis bedeute das für die Ware in Übersee ein weitgehendes Exportverbot.
 
Dass die EU ein funktionierendes Plant Health Regime braucht, sei selbstverständlich und liege nach Aussage des DFHV absolut im Interesse des deutschen Fruchthandels. Nicht hinzunehmen sei es aber, wenn einzelne Mitgliedstaaten das Plant Health Regime der EU ausnutzen, um sich am Markt für ihre eigenen Produzenten strategische Vorteile zu verschaffen. 
 
„Deutschland ist in vielen anderen Sektoren weniger Importeur, sondern vielmehr Exportweltmeister. Als solcher muss man anerkennen, dass Exporte nur möglich sind, wenn sich andere Staaten fair verhalten und entsprechende Importe ermöglichen“, forderte Dr. Brügger.
 
In einer gemeinsamen Stellungnahme haben die Fachverbände aus den Niederlanden, Belgien, Großbritannien und Deutschland gegen die Initiative der spanischen Abgeordneten protestiert.

www.dfhv.de 
 

Veröffentlichungsdatum: 02.12.2016

Schlagwörter

DFHV, Kritik, Pläne, Europa, Abgeordneter, Zitrus, Importe, Übersee