Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter

Äpfel: Das europäische Angebot schrumpfte merklich zusammen

26. Mai 2016

Einheimische, italienische, französische und niederländische Offerten verloren an Wichtigkeit und waren nur noch im begrenzten Maße erhältlich. Da sie konditionell aber noch überzeugten, fanden sie durchaus noch Abnehmer. Die Bewertungen wurden nur wenig modifiziert, wurden mancherorts nachfragebedingt angehoben.

Bildquelle: Shutterstock. Apfel
Bildquelle: Shutterstock.

Federführend waren mittlerweile die Importe aus Übersee: Royal Gala aus Neuseeland, Chile, Brasilien und Südafrika prägten das Geschehen. Neuseeländische Cox Orange und Granny Smith, chilenische Elstar und südafrikanische Braeburn komplettierten. Erste chilenische Braeburn trafen in Frankfurt ein. Die recht vielfältige Warenpalette ließ hinsichtlich ihrer Qualität keine Wünsche offen und generierte hinreichend Zuspruch, sodass sich die Kurse trotz der angewachsenen Versorgung nicht wesentlich veränderten.

Birnen
Südafrikanische Partien dominierten: Packham`s Triumph, Forelle, Abate Fetel und Forelle herrschten vor. Aus Chile stammten Abate Fetel und Forelle. Argentinien beteiligte sich mit Packham`s Triumph und Abate Fetel und schickte erste Anjou, die in München das Sortiment ergänzten. Aus Europa kamen belgische und niederländische Conference, die aber hier und da nur selten beachtet wurden, sowie italienische Abate Fetel. Insgesamt reicht die Verfügbarkeit aus, um das ruhige und konstante Interesse problemlos zu stillen. Die bisherigen Forderungen wurden für gewöhnlich aufrecht erhalten. In Hamburg verbilligten sich Abate Fetel aus Südafrika und Chile mengeninduziert. Hier verteuerten sich stattdessen Conference, da sie bezüglich ihrer Güte überzeugten und sich ihre Präsenz eingeschränkt hatte.

Tafeltrauben
Die Präsenz südafrikanischer und chilenischer Importe schränkte sich langsam ein. Chile bestimmte das Geschehen mit Thompson Seedless, Crimson Seedless und Red Globe. Südafrika sendete vorrangig Crimson Seedless und Barlinka, während Indien speziell Thompson Seedless ablud. Erste Early Sweet aus Ägypten und Israel traten in Erscheinung, generierten aber preisbedingt nur eingeschränkten Zuspruch. Die Kurse blieben oftmals konstant. In Hamburg musste für qualitativ exklusive Ware generell mehr als zuvor gezahlt werden. In der Hansestadt störten Rückläufer aus dem LEH mit chilenischen Thompson Seedless den Vertrieb am Platz. Infolge einer verringerten Versorgung kletterten die Notierungen in München und Berlin für chilenische und südafrikanische Chargen aufwärts. In Süddeutschland tauchten auch erste italienische Viktoria und Black Magic ein, die somit die Saison eröffneten.

Aprikosen
Spanische Abladungen beherrschten das Geschehen; italienische und griechische rundeten ab. Die Verfügbarkeit dehnte sich aus und überragte vielerorts die Unterbringungsmöglichkeiten. Die Qualität der Früchte hatte sich zwar verbessert, überzeugte mancherorts aber noch nicht völlig: Ausfärbung, Geschmack und Sortierung ließen Wünsche offen. Mit Vergünstigungen versuchten die Händler, den Absatz zu beschleunigen, was aber nicht überall gelang. Mit ersten französischen Offerten wird in der 22. KW gerechnet.

Pfirsiche und Nektarinen
Spanische Chargen dominierten vor italienischen. Aus Marokko, der Türkei und Chile kamen nur sehr geringe Mengen, die einen ergänzenden Charakter hatten. Die Durchmesser der Produkte hatte sich vergrößert; mittlerweile wurde vermehrt bei den Kunden beliebte Ware mit Kaliber AA angeboten. Daher verzögerte sich der Absatz kleinerer Früchte, die zudem verbilligt abgegeben werden mussten. Die verhaltene Nachfrage konnte ohne Mühe befriedigt werden. Infolge der üppigeren Bereitstellung bröckelten die Kurse oftmals ab. Lediglich in Berlin blieben sie konstant. Paraguayos wurden in Hamburg flott und in Köln langsam umgeschlagen; die Größe entschied über die Geschwindigkeit des Verkaufs.

Kiwis
Erste neuseeländische Hayward trafen ein: Zu 17,- bis 17,50 € je 40-Stück-Karton generierten sie preisbedingt aber nur wenig Beachtung. Auch Chile beteiligte sich mittlerweile zu 16,- € je 10-kg-Verpackung am Geschäft. Die europäischen Anlieferungen, bestehend aus italienischen, griechischen und französischen Partien, zeigten sich von der neuen Konkurrenz unbeeindruckt: Die Bewertungen blieben für gewöhnlich konstant.

Bananen
Meist orientierte sich die Versorgung hinreichend an den Unterbringungsmöglichkeiten. Nur in Berlin stand zu viel Ware bereit, was sich negativ auf die Forderungen auswirkte. Ansonsten veränderten sich die Kurse bei einer ruhigen Nachfrage nicht wesentlich.

Blumenkohl
Insgesamt verlief das Geschäft recht schwach und ohne besondere Höhepunkte. Deutschland und Frankreich herrschten vor, belgische Partien gab es allein in Frankfurt. Die Abladungen aus Deutschland wuchsen an, was generell zu Vergünstigungen führte. In Köln kostete die 6er-Aufmachung aus Deutschland 9,- bis 11,75 € je 6er-Aufmachung, was die Kunden postwendend mit einer merklichen Kaufzurückhaltung quittierten. In Frankfurt sollte man indes 10,- bis 13,- € je 6er-Pack zahlen.

Spargel
Deutschland bestimmte die Szenerie und die Präsenz einheimischer Stangen dehnte sich massiv aus. die Nachfrage hielt damit nicht Schritt und enttäuschte vielerorts. Die Offerten waren allerdings oftmals recht klein oder hohl, Produkte mit größerem Durchmesser waren eher selten. Dementsprechend war es kaum möglich, an den bisherigen Forderungen festzuhalten. In Hamburg sanken sie sogar bis auf 2,- € je kg an, obwohl die topsortierten Chargen qualitativ überzeugten. Klasse II konnte hier so gut wie gar nicht untergebracht werden. Manche Bauern spielen scheinbar mit dem Gedanken, infolge der niedrigen Preise Teile der Ernte lieber umzupflügen als in den Handel zu bringen. Auch auf den anderen Plätzen sanken die Notierungen meist ab, da die Anlieferungen zu üppig ausfielen. Dies kurbelte das Geschäft aber nicht immer an. Erst zum Wochenende hin kletterten die Kurse mancherorts wieder leicht aufwärts, da sich witterungsbedingt die Abladungen begrenzten.

 

Salat
Die Präsenz von spanischem Eissalat schränkte sich massiv ein und auch seine Kondition ließ vermehrt Wünsche offen. Inländische und niederländische Abladungen dehnten sich aus und vermochten die Angebotslücke ein Stück weit zu schließen. Infolge einer schwachen Nachfrage mussten die Forderungen meist recht stark gesenkt werden, einzig in Berlin blieben sie konstant. Kopfsalat stammte aus Deutschland und Belgien. Das gemächliche Interesse hielt mit der Verfügbarkeit nicht Schritt, was zu abbröckelnden Notierungen führte. Auch Bunte Salate verbilligten sich vielmals, da sie zu wenig Beachtung generierten. Feldsalat aus Belgien in 1-kg-Steigen verteuerten sich hier und da. Endivien kamen mittlerweile fast nur noch aus Deutschland; Belgien und Italien rundeten das Sortiment ab. Die Preise sanken leicht ab.

Gurken
Die Niederlande und das Inland dominierten vor Belgien. Die Versorgung weitete sich aus und orientierte sich an den Unterbringungsmöglichkeiten. Inzwischen wurden die einheimischen Chargen vermehrt in 18er- und 20er-Kisten offeriert. Die Vermarktung verlief ohne größere Höhepunkte, die Nachfrage war ruhig und konnte problemlos befriedigt werden. Hinsichtlich der Kurse waren keine wesentlichen Veränderungen auszumachen, lediglich in Hamburg sanken sie ein wenig ab. Minigurken wurden vorrangig aus Deutschland und den Niederlanden angeliefert. Auch hier blieben die Notierungen oftmals konstant, nur in Frankfurt vergünstigten sie sich trotz einer flotten Aufnahme. In Hamburg verteuerten sie sich, sofern ihre Qualität überzeugte.

Tomaten
Niederländische und belgische Früchte bestimmten das Geschehen. Italienische und inländische Partien hatten ergänzenden Charakter. Das Interesse zeigte sich recht schwach ausgeprägt, was dazu führte, dass die Bewertungen über kurz oder lang massiv absackten. Selbst Verbilligungen kurbelten den Handel nicht nachhaltig an, sodass selbst am Freitag noch die Forderungen gesenkt werden mussten, wenn man Bestände vermeiden wollte. Auch einheimische Offerten waren von dieser Entwicklung nicht immer ausgenommen, obwohl deren Preise mancherorts im Wochenverlauf nicht ganz so kräftig abbröckelten wie die der Konkurrenz.

Gemüsepaprika
Die Niederlande dominierten mit weitem Abstand vor der Türkei. Die Versorgung schränkte sich zwar ein, genügte aber, um das Interesse zu stillen. Die Bewertungen entwickelten sich höchst unterschiedlich: In Köln hob man sie zunächst an, allerdings konnte das Niveau anschließend nicht gehalten werden, da die Nachfrage zu schwach war. In Frankfurt schwankten die Preise recht stark, immer in Abhängigkeit von der Verfügbarkeit der Früchte. In Berlin verteuerten sich rote türkische Chargen, während grüne mengeninduziert günstiger wurden. In Hamburg stabilisierten sich die Kurse der grünen Produkte infolge einer bedarfsorientierten Bereitstellung. Marokkanische Importe generierten hier sehr viel Zuspruch, da sie günstiger als die Konkurrenz waren.

Zwiebeln
Haushaltsware stammte vorrangig aus Neuseeland und Australien. Europa hatte sich fast gänzlich aus der Vermarktung verabschiedet: Deutsche und niederländische Chargen ließen hinsichtlich ihrer Güte Wünsche offen. Im Segment der Gemüsezwiebeln dominierte Spanien vor Chile und der Türkei. Bei einem insgesamt ruhigen Interesse veränderten sich die Bewertungen nicht wesentlich. Lediglich spanische Zufuhren vergünstigten sich hier und da leicht.

 


Weitere Informationen
Frankfurt
Das regnerische Wetter in Italien und besonders in Spanien verhinderte üppigere Zufuhren von Kirschen. Der Bedarf wurde dennoch knapp gedeckt und Früchte in 28 mm und 30 mm wurden zu maximal 12,50 € je kg abgewickelt. Billiger waren Chargen in 24 mm und 26 mm, die am Donnerstag nur noch 4,- bis 6,- € je kg kosteten. Kleine Mengen an spanischen Pflaumen, Red Beaut, wurden zu 3,- bis 4,- € je kg offeriert. Für belgische Johannisbeeren konnten bis zu 7,- € je 125-g-Schälchen gefordert werden. Wassermelonen aus Marokko und Tunesien in Großboxen verkauften sich trotz des wenig sommerlichen Wetters recht flott. Mittwochs trafen erstmals dieses Jahr türkische Zuckermelonen Kırkağaç in 4er- bis 6er-Aufmachung ein. Neue südafrikanische rosafarbene Grapefruit wurden zu 19,- bis 24,- € je 15-kg- Karton gehandelt. Die Saison von Weißkraut, Wirsing und Spitzkohl aus dem hessischen Anbau startete am Mittwoch. Ebenso wieder im Sortiment war einheimischer Staudensellerie. Grüne Zucchini verteuerten sich um ca. 10 bis 15 %. Niedrigere Einstandspreise für bulgarische Pfifferlinge wurden am Markt weitergegeben; je kg mussten, je nach Sortierung, 9,- bis 12,- € gezahlt werden.
Hamburg
Neuen Süßirschen der Sorte Napoleon aus der Türkei fehlte es noch an einer einheitlichen dunklen Ausfärbung und an Genussreife. Für Offerten in 24 mm+ wurden 7,- € und für 26 mm+ ca. 9,- € je kg aufgerufen. Die Höhe der Bezahlung für Satsumas aus Südafrika war von der Schalenfestigkeit und dem Saftgehalt abhängig. Mehr als 16,- € je 10-kg-Holzkiste wurde jedoch von den Verbrauchern nicht bewilligt. Feigen aus Südafrika feierten ihre Premiere zu 16,- € je 2-kg-Packstück mit 18 bis 24 Stück. Eine Versorgungslücke verteuerte Lauch, Auberginen und Zucchini aus unterschiedlichen Provinzen.
Köln
In der Beerenobstpalette glänzten Johannisbeeren weiterhin durch Abwesenheit. Witterungsbedingt blieben auch Kirschen, insbesondere aus Spanien, begrenzt. Nach den ergiebigen Regenfällen sind die Unsicherheiten in qualitativer Hinsicht zu groß und vielen Kunden waren die Früchte mit 18,- bis 19,- € je 2 kg zu teuer. Pflaumen wurden noch vorrangig aus Südafrika geordert. Mit abnehmendem Angebot zogen die Bewertungen an. Zucchini standen unter anderem aus Belgien und den Niederlanden zum Kauf bereit. Pastinaken und Petersilienwurzeln waren mit geringerem Mengen vertreten. Brunnenkresse traf vornehmlich aus Belgien am Platze ein.
München
Die Regenfälle in Italien und Spanien beeinflussten die Erntemengen von Kirschen negativ. Den Berichten nach soll ein Großteil der italienischen Früchte aufgeplatzt sein. Aber auch die niedrigen Temperaturen am Ort schränkte das Interesse deutlich ein. Kleinfallende Offerten waren nahezu unverkäuflich und wurden mit deutlichen Preisabschlägen angeboten.
Berlin
Artischocken waren im Wochenverlauf aus Italien, Spanien und Frankreich verfügbar. Italienische Erzeugnisse waren am günstigsten und französische Partien am teuersten. Da die Mengen gut auf die Nachfrage abgestimmt waren, konnten die Forderungen stabil gehalten werden. Möhren aus Deutschland, Belgien, Niederlanden und Italien wurden etwas teurer, da die Verfügbarkeit nicht ausreichte, um den Bedarf zu decken.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 20 / 16
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 26.05.2016

Schlagwörter

Apfel, Europa, Angebot, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt