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AMI: Kartoffelmarkt in Europa im Wandel

16. März 2016

Anbau und Erträge, regionale Schwerpunkte, Handelsströme, Frischkartoffelverbrauch und Produktabsatz: Alles ist am europäischen Kartoffelmarkt im Wandel. Die AMI hat dazu eine Chart-Sammlung erstellt, die auf 32 Seiten nationale und internationale Trends darstellt.

Bildquelle: Shutterstock. Kartoffeln
Bildquelle: Shutterstock.

Mehr Kartoffeln auf produktiven Standorten

Auf der Angebotsseite interessiert als erstes die Flächenentwicklung. Die ist bekanntlich rückläufig und hat in der EU 2015 mit 1,7 Millionen ha einen neuen Tiefststand erreicht. Vor etwa zehn Jahren kamen noch 600.000 ha mehr zusammen. Hinter diesem Rückgang verbirgt sich allerdings eine Konzentration des Kartoffelanbaus auf die produktivsten Standorte in West- und Mitteleuropa. In der Peripherie der starken Kartoffelanbaugebiete schrumpft die Fläche. Das hat verschiedene Gründe und wird sich in vielen aber längst nicht allen Staaten fortsetzen. Im Süden der EU sieht es so aus, als würde sich das bisher immer weiter verkleinernde Kartoffelareal nun behaupten können. Wie stark der Anbau auf den produktivsten Standorten zunehmen wird, hängt auch von politischen, gesellschaftlichen und natürlichen Vorgaben ab. Fruchtfolgen, Pflanzenschutz und Düngung oder Nachhaltigkeit sind hier einige Schlagworte.

Weltmarkt nimmt mehr Einfluss

Die Globalisierung der Vermarktung von Kartoffelprodukten vergrößert die Abhängigkeit vom Weltmarkt und bringt neue Risiken wie Wechselkursschwankungen oder der Aufbau von Handelsbarrieren von Staaten, die ihre eigene Wirtschaft schützen wollen. Hauptmotor der Nachfrageentwicklung ist aber der Drittlandsexport. Flocken oder Grieß und Mehl aus Kartoffeln sind vor allem im asiatischen Raum begehrt. Erfahren Sie mehr zur aktuellen Situation am EU-Kartoffelmarkt mit der neuen Chart-Sammlung Fakten und Trends zum EU-Kartoffelmarkt 2015/16, z. B. zu tiefgekühlten Pommes frites, die global einen regelrechten Boom erleben.

Frischkartoffelmarkt wird eher regionaler

Am Frischkartoffelmarkt wird das Geschehen auch noch in den nächsten Jahren von den Themen Regionalität, Nachhaltigkeit und Preis bestimmt sein. Nachhaltigkeitsaspekte sprechen derzeit gegen Frühkartoffeln aus der Wüste. Nachhaltigkeit in diesem Sinne stehen aber im Widerspruch zur Sicherung der Versorgung zu Zeiten des Übergangs von Lagerkartoffeln aus dem Vorjahr auf die neue Ernte und dem Wunsch des LEHs mit dem frischen Angebot jedes Jahr einen neuen und attraktiven Markt mit besseren Margen zu generieren. So können die Verbraucher womöglich wie in den vergangenen 10 Jahren in Deutschland weiterhin im Jahresverlauf 86 % deutsche Kartoffeln und 14 % importierte Ware kaufen.

Preisabsicherung immer wichtiger

Rohstoffe wie Frittenkartoffeln werden immer mehr im Vertragsanbau und zu festen Preisen produziert. Das Ergebnis kann ein sehr volatiler Restemarkt sein, der schon bei kleinsten Mangelerscheinungen oder Überschüssen starke Kursausschläge mit sich bringt. Die haben dann auch Wirkung auf die Vertragsware, die nicht fest bepreisten wurde. Um solche Risiken abzusichern gibt es den Terminmarkt. Der wartet aber immer noch darauf, wesentlich umfangreicher in die Einkaufs- und Verkaufsstrategien der Marktteilnehmer einbezogen zu werden.

Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 15.03.2016)

Veröffentlichungsdatum: 16.03.2016

Schlagwörter

Kartoffelmarkt, Kartoffeln, Europa, Wandel