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Schwarzfleckenkrankheit: Copa und Cogeca fordern wirksamere Maßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung nach Europa

14. März 2016

Schwarzfleckenkrankheit: Nach über 100 an der Grenze nachgewiesenen Fällen auf Importen aus Nicht-EU-Staaten fordern Copa und Cogeca wirksamere Maßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung nach Europa.

Schwarzfleckenkrankheit

Copa und Cogeca versandten heute ein Schreiben an die EU-Kommission und forderten darin wirksamere EU-Maßnahmen zur Verhinderung der Einschleppung der Schwarzfleckenkrankheit nach Europa, nachdem an der Grenze über 100 Fälle der hochansteckenden Krankheit auf Importen aus Nicht-EU-Ländern nachgewiesen worden waren.

70 Fälle betrafen Importe aus Uruguay, 15 Importe aus Südafrika, 17 Importe aus Argentinien und 13 Importe aus Brasilien

Copa-Cogeca-Generalsekretär Pekka Pesonen warnte: „Solange die EU-Kommission nicht hart durchgreift und wirksame Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung dieser ansteckenden Krankheit trifft, besteht ein reales Risiko der Einschleppung in die EU. Den Zahlen zufolge wurden im Jahr 2015 15 Fälle auf Zitrusfrucht-Importen aus Südafrika an der Grenze entdeckt. 2014 waren es 25 Fälle, 2013 35 Fälle. Dies übersteigt die im Beschluss der EU-Kommission 2014/422 festgesetzte Grenze von 5 Beanstandungen bei weitem. Dieses Jahr wurden auch 70 Fälle auf Zitrusfrucht-Importen aus Uruguay, 17 Fälle bei Importen aus Argentinien sowie 13 Fälle bei Importen aus Brasilien an der Grenze nachgewiesen. Das ist nicht hinnehmbar. Diese Situation kann kein Dauerzustand werden. Die derzeit angewandten Maßnahmen sind unzureichend.“

„Die Kommission gab bereits in ihrer Tier- und Pflanzengesundheitsstrategie an, dass Vorbeugung die beste Medizin sei. Im Lichte der aktuellen Lage wird aber nicht genug getan, um sicherzustellen, dass dieses Kriterium eingehalten wird. Wenn die Krankheit in die EU gelangt, werden die Erzeuger den Preis dafür zahlen. Es werden keine Pflanzenschutzmittel zur Bekämpfung dieser Krankheit zur Verfügung stehen. Die Exportmärkte werden verlorengehen und viele Landwirte zum Ausstieg aus dem Sektor gezwungen sein. Damit werden 600.000 ha, 5 Mio. t Erzeugnisse sowie Tausende Arbeitsplätze in der EU aufs Spiel gesetzt. Aus all diesen Gründen bitten Copa und Cogeca die Europäische Kommission nachdrücklich, die aktuellen EU-Regeln zu überarbeiten und entscheidende Maßnahmen zu ergreifen. Hierzu gehören ein automatisches Importverbot von Zitrusfrüchten aus von Guignardia citricarpa befallenen Gebieten nach der sechsten Beanstandung sowie die genaue Beobachtung von Importen aus Argentinien. Damit würde eine Einschleppung der Krankheit in die EU verhindert.“

Er erläuterte, dass die Schwarzfleckigkeit eine Krankheit sei, die es in Europa nicht gebe, und dass ihr Vorkommen für den Zitrussektor in den Erzeugerländern ernste Folgen haben könnte. Der Zitrussektor der EU ist sowohl aus wirtschaftlicher als auch aus sozialer Sicht von zentraler Bedeutung. Er versorgt die EU mit hochwertigen Erzeugnissen und sichert gleichzeitig auch in vor- und nachgelagerten Bereichen Millionen Arbeitsplätze in ländlichen Gebieten der EU, insbesondere in südlichen Ländern. „Wir können das Risiko, diese Krankheit zu importieren, nicht eingehen. Die Folgen für die europäischen Zitrusfruchterzeuger wären verheerend“, so Pesonen.

„Wir bitten die EU lediglich, der von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA ausgesprochenen Empfehlungen umzusetzen. Die Kommission sollte die Gefahr einer Einschleppung der Schwarzfleckenkrankheit und ihrer Ausbreitung in den europäischen Zitrus-Hainen durch Importe aus Nicht-EU-Ländern nicht unterschätzen.“

Veröffentlichungsdatum: 14.03.2016

Schlagwörter

Schwarzfleckenkrankheit, COPA, Cogeca, Europa