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Tomaten: Der Markt stand gewaltig unter Druck

19. November 2015

Die Bereitstellung übertraf offensichtlich die Umschlagsmöglichkeiten. Dies galt prinzipiell für sämtliche Warengruppen. Runde Tomaten aus Spanien hatten innerhalb der letzten 4 Wochen ihre Präsenz derart verstärkt, dass sie inzwischen den Handel regelrecht überschwemmten. Dies geht aus dem "BLE-Marktbericht KW 46 / 15" hervor.

Tomaten

Auch die Belgier schickten in zunehmendem Umfang. Die Verfügbarkeit niederländischer, belgischer und spanischer Rispenofferten hatte sich über ein zu verkaufendes Maß ausgedehnt. Die Kurse brachen in logischer Konsequenz merklich ein; entweder schon direkt zu Beginn der KW oder über die Tage verteilt sukzessive. Trotz der Vergünstigungen gelang es aber nicht, den Vertrieb zweckdienlich in Schwung zu bringen. Allenthalben sollten Sonderangebote den Zugriff intensivieren: Ab 4,- € wurden Runde Tomaten je 6 kg und Rispentomaten je 5 kg abgegeben. Kirschtomaten konnten sich einzig in Hamburg der desaströsen Entwicklung entziehen.

Tafeltrauben
Die Türkei, Italien und Griechenland beherrschten die Warenpalette. Aus Italien kamen unter anderem Italia, Michele Palieri und Regal Seedless, welche sich in Hamburg angebotsinduziert deutlich verbilligten. Spanien schickte Napoleon sowie Aledo und ergänzte wie Portugal und Frankreich das Sortiment. Griechische Thompson Seedless verschwanden mancherorts im Verlauf der Tage aus dem Geschäft. Die Kurse tendierten generell oftmals abwärts, was auf der angewachsenen Verfügbarkeit basierte. In Frankfurt zogen die Forderungen für türkische Sultana im Winterpack sowie rote Varietäten aus Italien indes an. Immer stärker werdende Importe signalisierten die fortschreitenden Überseesaison: Aus Brasilien wurden erste Sugraone, Crimson Seedless und Red Globe abgeladen, die sich zu den etablierten Thompson Seedless gesellten. Auch Peru beteiligte sich zunehmend und lieferte mittlerweile Sugraone, Thompson Seedless und Red Globe. Der Bedarf an den Früchten der südlichen Hemisphäre zeigte sich ab und an eingeschränkt, da sie teurer als die europäische Konkurrenz waren und diese hinsichtlich ihrer Qualität durchaus noch überzeugen konnte. Mit dem Erscheinen südafrikanischer Chargen wird in der 47. KW gerechnet.

Äpfel
Deutschland prägte mit vielen Varietäten das Geschäft. Neben dominierenden Elstar und Braeburn wurden zum Beispiel Pinova, Jonagored und Holsteiner Cox disponiert. Aus Italien kamen vorrangig Golden Delicious und Granny Smith sowie Red Delicious und Pink Lady, deren Wichtigkeit deutlich zunahm. Frankreich beteiligte sich mit ersten Cripps Pink, die sich zu den etablierten Pink Lady und Golden Delicious gesellten. Die Ausfärbung und der Geschmack ließen meist keine Wünsche offen, sodass sich bei einem kaum veränderten Bedarf, der sich ab Donnerstag für gewöhnlich steigerte, die Bewertungen behaupteten. Hier und da verteuerten sich Erzeugnisse aus CA-Lagern. Rotbackige Früchte waren mancherorts für die Adventsdekoration gesucht und kosteten in der Größe 60/65 mm in Frankfurt 15,- bis 17,- € je 18-kg-Karton. Belgische Redlove hingegen entwickelten sich in Hamburg aufgrund ihrer unbefriedigenden Güte zu einem echten Ladenhüter.

Birnen
Italien bestimmte das Geschehen und führte insbesondere Abate Fetel, Santa Maria und Williams Christ zu. Aus der Türkei stammten schon weit gereifte Santa Maria, die nur für wenige Kunden interessant waren. Aus Deutschland trafen Alexander Lucas und Conference ein; Williams Christ hatten sich komplett aus dem Handel verabschiedet. Die Niederlande, Belgien und Spanien rundeten mit einigen Mengen die Vermarktung ab. Die Nachfrage gestaltete sich recht gedämpft, speziell kleinfallende Produkte konnten bloß schwerlich verkauft werden. Trotzdem blieben die Notierungen häufig auf dem Niveau der Vorwoche, da sich die Bereitstellung hinreichend an den Unterbringungsmöglichkeiten orientierte. Nashi-Birnen tauchten in Köln zu 14,50 € je 10-kg-Kiste auf; die Beachtung war allerdings begrenzt.

Kiwis
Die französische Kampagne begann mit 3-kg-Holzsteigen mit 25/27 Stück und lose aufgemachten Offerten zu 36/39 Stück. Sie kosteten mehr als die komplettierenden italienischen und weniger als die dominierenden neuseeländischen Partien. Griechenland rundete im kleinen Rahmen ab. Insgesamt wurde die Versorgung hinreichend auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt, sodass sich die Bewertungen nicht wesentlich veränderten. Mengenbedingt vergünstigten sich die italienischen Produkte in München nur leicht.

Orangen
Navelina prägten das Geschehen und kamen vorrangig aus Spanien und Italien. Griechische Früchte fanden sich in Frankfurt ein, generierten aber kaum Interesse. Die Präsenz spanischer und italienischer Zufuhren hatte sich noch einmal ausgedehnt, während südafrikanische Importe rückläufig waren und das Angebot ergänzten. Die herbstliche Witterung verbesserte ab und an die Verkaufschancen, insbesondere Erzeugnisse in der Größe 3/4 wurden gesucht. Summa summarum verharrten die Kurse auf bisherigem Niveau. Verbilligungen für südafrikanische Chargen sollten in Frankfurt die Leerung der Läger beschleunigen. Auch in Berlin bröckelten die Preise etwas ab, da zu viel Ware angeliefert wurde und die Nachfrage damit nicht Schritt halten konnte.

Zitronen
Spanische Primofiori beherrschten vor türkischen Enterdonato das Geschäft. Vergünstigungen waren weit verbreitet, was hier und da jedoch ausschließlich die spanischen Partien betraf. In Hamburg wurden diese zu schleppend abgesetzt und in Frankfurt sanken ihre Eingangsforderungen. In Berlin und Köln tendierten unterdessen die Notierungen für das gesamte Sortiment abwärts. Lediglich in München, wo der Handel befriedigend war und sich die Abladungen an den Unterbringungsmöglichkeiten orientierten, veränderten sich die Bewertungen nicht wesentlich.

Bananen
Für gewöhnlich wurde die Bereitstellung hinreichend auf den Bedarf abgestimmt. Die Vermarktung verlief in München etwas flotter als zuvor, weshalb sich das Angebot marginal verteuerte. In Köln verbilligten sich derweil manche Zweitmarken ein wenig. Ansonsten tat sich am Preisbild nicht viel. 

Blumenkohl
Infolge der anhaltend milden Witterung flossen aus der inländischen Erzeugung noch beachtliche, wenn auch überschaubare Mengen zu. Bei einer kontinuierlichen Nachfrage verbuchten deren Notierungen ein überwiegend stabiles bis leicht festeres Niveau; die der belgischen Chargen lagen weit über diesem, mussten sich aber zuweilen anpassen. Kleine Partien stammten aus Frankreich und Österreich. Ab dem 12.11. vorrätige spanische Abladungen konnten zu maximal 6,- € je 6er-Abpackung kaum Interesse generieren. Die italienischen Ankünfte dehnten sich nur langsam aus.

Salat
Bei Eissalat herrschten die spanischen Zufuhren vor. Somit bestimmten sie das Marktgeschehen. Anfangs blieben die Bewertungen aufgrund übersichtlicher Versorgung ziemlich konstant. Spätestens ab Mittwoch sackten sie dann, basierend auf intensivierten Anlieferungen, allmählich ab. Bei inländischem Kopfsalat aus Glashauskulturen verringerte sich die Bereitstellung. Die daraus resultierenden Preise entschleunigten den Verkauf. Die Kunden griffen häufiger zu bei der belgischen Konkurrenz, zumal diese inzwischen verstärkt günstiger umgeschlagen wurde als bisher. Italien startete in die Saison. Bei den Bunten Salaten dominierte mit abnehmender Präsenz fortwährend Deutschland. Unterdessen machten sich sukzessive ansteigende Importe aus Italien und Frankreich bemerkbar. Die Kurse bewegten sich zum einen in Anbindung an die verknappte Verfügbarkeit nach oben, zum anderen kraft der angewachsenen Disponibilität nach unten. Wegen der auslaufenden Kampagne tat sich bei einheimischen Endivien eine Angebotslücke auf, die die forciert eintreffenden italienischen Produkte genügend füllen konnten. Der progressive Bedarf bildete meistens den Ausgangspunkt für Verteuerungen. Expandierende Offerten an Feldsalat aus dem Inland ließ sich nicht immer glatt unterbringen. Die Händler mussten hier die Forderungen absenken; die der belgischen Mitstreiter glich man diesen oftmals an.

Gurken
Spanien prägte bei Schlangengurken mit ausgeweiteten Mengen das Geschäft. Die mitteleuropäischen Ergänzungen verloren zusehends an Bedeutung. Die Abladungen aus dem Inland fielen äußerst spärlich aus. Sie waren lediglich in München und Berlin zu finden. Obwohl sich die Nachfrage eher von ihrer unaufgeregten Seite zeigte, konnte sie infolge der überschaubaren Zuflüsse nicht permanent umfassend befriedigt werden. Die Notierungen verharrten überwiegend auf einem stabilen Level, mit einer erkennbaren Tendenz nach oben. Ausschließlich in Hamburg zwangen die zu reichlich vorrätigen Chargen vermehrt zu Verbilligungen. Minigurken entstammten vorrangig niederländischer und türkischer Herkunft. Partiell waren zudem Deutschland und Spanien vertreten. Das generell relativ begrenzte Sortiment wurde dank des flotten Absatzes unverändert oder leicht höher aufgerufen. Für türkische Früchte brauchte man manchmal weniger zu bezahlen als zuvor.

Gemüsepaprika
Die Zufuhren aus Spanien wuchsen langsam an. Parallel dazu verloren die Niederlande schrittweise an Bedeutung. Die belgischen Chargen kamen über einen ergänzenden Charakter nicht hinaus. Die üppige Versorgung reichte mühelos aus, um die eher zaghafte Nachfrage zu decken. In der Folge etablierten sich hauptsächlich fallende Bewertungen. Deren täglichen Schwankungen hatten sich zudem vermindert. Die Aufrufe für die Erzeugnisse der unterschiedlichen Herkünfte und Farbvarianten näherten sich einander oftmals an. Grüne Kultivare verteuerten sich in Hamburg wegen zu knapper Abladungen. Die türkischen Produkte entgingen den Verbilligungen aufgrund von am Interesse orientierten Zuflüssen.

Zwiebeln
Gemüsezwiebeln lieferte ausschließlich Spanien. Die Transporteinheiten schienen bevorzugt für die sich progressiv anbahnende Zitruskampagne verbucht worden zu sein. Daher bewirkten die gestiegenen Frachtraten für Zwiebeln eine Anhebung der Preise auf dem Platz; aber der größte Teil davon wurde auf ihrem bisherigen Niveau belassen. Haushaltsware stammte aus dem Inland, alleinig in München das Angebot abrundend aus Österreich. In der Regel verzeichnete man ein ruhiges Bedarfsgeschäft. Dieses ermöglichte den Händlern für gewöhnlich umfassend konstante Forderungen.


Weitere Informationen
Frankfurt
Nochmals trafen einheimische rote Johannisbeeren aus CA-Lagern ein und ergänzten die niederländischen und italienischen Offerten. Himbeeren kamen aus dem Inland; die Zufuhren aus Spanien, Portugal und Marokko verstärkten sich deutlich. Erster spanischer Chinakohl konnte alternativ zu den reichlichen einheimischen Produkten geordert werden. Da aus der deutschen Ernte weniger Wirsing bereitstand, komplettierte mittlerweile Belgien mit 6er-Sortierung. Spanische Zucchini wurden günstiger. Auberginen hingegen verteuerten sich bis auf 7,50 € je 5-kg-Gebinde. Rumänische Pfifferlinge gab es nur am Mittwoch; für sie sollten 30,- € je kg gezahlt werden. Ansonsten musste man mit Semmelstoppelpilzen vorliebnehmen. Steinpilze räumten nach wie vor befriedigend.
Hamburg
Harte gelb- und weißfleischige Nektarinen und Pfirsiche aus Südafrika kosteten 16,50 € je 2,5-kg-Steige mit 18 bis 23 Stück. Üppig vorrätige Kakis aus dem Süden Europas zwangen die Händler, die Forderungen zu senken. Ab der 47. KW werden südafrikanische Litschis erwartet.
Köln
Erdbeeren, überwiegend aus den Niederlanden, standen zwar nur in übersichtlichen Mengen bereit, bedingt durch einen mäßigen Bedarf gaben die Kurse aber nach. Brombeeren kamen teilweise aus Mexiko, Heidelbeeren aus Argentinien. Erste Pfirsiche und Nektarinen aus Südafrika stießen zu 21,- € je 5 kg auf wenig Interesse. Granatäpfel aus der Türkei und Spanien sowie spanische Kakis fanden dagegen recht kontinuierlich Kunden. Grünkohl in diversen Aufmachungsformen konnte stetig untergebracht werden. Spanische Zucchini wurden zu knapp zugeführt. Den inländischen Kohlrabi ergänzten inzwischen italienische Anlieferungen. Radicchio hatte seinen Ursprung meist in Italien.
München
Das Angebot an Beeren aus Übersee war fortlaufend geprägt von chilenischen und argentinischen Kulturheidelbeeren sowie mexikanischen Himbeeren. Beide Fruchtarten bestachen durch ihre einheitliche Sortierung; feste Forderungen bestätigten das Vertrauen in die Qualität der Ware. Die Nachfrage nach Ananas verschiedener Herkunft verbesserte sich. Mittelamerikanische Wassermelonen spielten kaum noch eine Rolle. Mit ersten Aprikosen, Nektarinen und Pfirsichen aus der südlichen Hemisphäre wird in der 47. KW gerechnet. Die Umstellung von einheimischem Kohlrabi auf italienischen war in vollem Gang. Radicchio stammte zunehmend aus Italien; die Preise blieben, wie auch bei Rucola, annähernd  stabil. Bei Zucchini und Auberginen verharrten die Notierungen auf hohem Niveau.
Berlin
Der Markt war mit inländischem Kohl gut versorgt. Wirsing kostete ca. 0,75 € je kg, Chinakohl und Spitzkohl zwischen 0,65 und 0,70 € je kg. Für Weißkohl musste 0,50 € je kg, für Rotkohl etwas mehr gezahlt werden. Rosenkohl war in verstärkten Mengen aus den Niederlanden verfügbar und wurde zu 1,10 € je kg verkauft. In diesem Segment ergänzten einheimische Offerten zu 1,15 € je kg. Grünkohl war mit 1,30 € je kg am teuersten.


Weitere und detaillierte Informationen zu Marktberichte finden Sie über unserem Menüpunkt BLE MARKT- UND PREISBERICHT.

Mit freundlicher Genehmigung der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE-Marktbericht KW 46 / 15
Copyright © fruchtportal.de

Veröffentlichungsdatum: 19.11.2015

Schlagwörter

Tomaten, Markt, Druck, fruchthandel, BLE, Marktbericht, Obst, gemüse, Südfrüchte, Großmarkt, Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München, Berlin