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Neuer Bericht: Unfaire Handelspraktiken europäischer Supermärkte mit Bananen

12. November 2015

Bananenarbeiter und Kleinerzeuger in Entwicklungsländern sind toxischen Argarchemikalien ausgesetzt, verdienen Löhne an der Armutsgrenze und arbeiten in einem Klima der Angst. Das wurde in einem Bericht mitgeteilt, der von Banana Link und dem Fair Trade Advocacy Office (FTAO) am 10. November veröffentlicht worden ist.

Copyright Feedback Costa Rica Oktober 2015
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Laut der Bericht „Bananenwertkette in Europa und die Folgen unfairer Handelspraktiken“ (Banana value chain in Europe and the consequences of Unfair Trading Practices) zeigt auch, wie europäische Supermärkte zu dieser Situation beitragen, indem sie an unfairen Handelspraktiken beteiligt sind.

Die Bananenlieferkette war lange ein Symbol für Ungerechtigkeiten in dem globalen Handelsmarkt. Zum Beispiel sind die Bananengroßhandelspreise seit 2001 um fast 25% gefallen, während die Einzelhändler ihren Anteil an dem Bananenwert auf rund 40% gesteigert haben. In demselben Zeitraum sind sowohl die Produktions- als auch Lebenskosten bedeutend gestiegen. Lebensmittel, Gesundheit, Bildung und andere Lebensunterhaltskosten sind in die Höhe geschossen. In der Dominikanischen Republik sind es zum Beispiel bis zu 278%.

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„Rund 40% der Gewinne für Bananen behalten die Einzelhändler, während die Arbeiter nur 0,7% bis 1% erhalten. Das deckt kaum die Kosten des Lebensunterhalts“, sagt Iris Munguia, Vertreterin von COLSIBA (Koordinierungsstelle der Lateinamerikanischen Bananen- und Agrarindustrie-Verbände).

„Das Ungleichgewicht der Kräfte in der Bananenlieferkette und unfaire Handelspraktiken der Supermärkte führen zu einem hohen Preis“, sagt Jacqui Mackay, Nationale UK-Koordinatorin für „Make Fruit Fair!“ von Banana Link.

Seit Dekaden dominieren ein paar multinationale Unternehmen den Bananenmarkt, was sich negativ auf das Leben der Arbeiter und Erzeuger auswirkt. Nun hat sich die Macht der Supermärkte verändert. „Die Konzentration in dem europäischen Einzelhandelsmarkt hat in den letzten Jahren rasch zugenommen und das wird weitergehen. In Deutschland dominieren nur vier Supermarktketten 85% des Marktes“, sagt Franziska Humbert, Politikberaterin für Arbeiterrechte und Soziale Unternehmensverantwortung bei Oxfam Deutschland. „Supermärkte nutzen ihre zunehmende Kaufkraft, um die Preise unterhalb tragbarer Niveaus zu drücken.“

Die Europäische Kommission kennt das Vorherrschen von unfairen Handelspraktiken bereits und wird Ende dieses Jahres entscheiden, ob sie strengere Regelungen vorschlägt oder nicht, heißt es in dem Artikel. Sergi Corbalán, Geschäftsführer des FTAO, sagt, 50.000 europäische Bürger haben die „Make Fruit Fair!“-Petition unterzeichnet, in der EU-Kommissarin Bieńkowska dringend gebeten wird, einen Gesetzesvorschlag vorzulegen.

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Der Bericht basiert auf Befragungen von mehr als 60 Akteuren aus der Bananenindustrie in verschiedenen lateinamerikanischen Ländern und einer Umfrage, die in Costa Rica im August 2015 durchgeführt wurde. Er dokumentiert Marktdaten sowohl auf europäischer Ebene als auch von speziellen Märkten wie dem Vereinigten Königreich (UK), Portugal, Malta, Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich, Tschechische Republik, Ungarn, Polen, Lettland und Rumänien.

Die „Make Fruit Fair!“-Kampagne ist ein globales Konsortium aus 19 Partnern aus der Europäischen Union, Kamerun, Kolumbien, Ecuador und von den Inseln über dem Wind (Windward Islands), die von Oxfam Deutschland koordiniert werden. Mehr Informationen stehen unter www.makefruitfair.org zur Verfügung.

Quelle: BananaLink/FTAO

Veröffentlichungsdatum: 12.11.2015

Schlagwörter

Leid, billig, Bananen, unfair, Handelspraktiken, Europa, Supermärkte