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Warenströme bei Obst und Gemüse konzentrieren sich nicht mehr auf Europa

29. Juni 2015

Schwellen-und Entwicklungsländer in Asien, Lateinamerika oder Afrika ziehen einen immer größeren Teil der weltweiten Obstexporte an. Europa und Nordamerika stehen nicht mehr allein im Fokus. Während die Chilenen noch vor 5 Jahren erst 3 % ihrer Heidelbeerexporte in Gebiete außerhalb Westeuropas oder Nordamerikas schickten sind es inzwischen schon 11%, davon allein 7 % nach China.
 

Heidelbeeren

Bei Äpfeln ist es noch deutlicher: Vor 5 Jahren exportierte Neuseeland noch 55 % in die EU und 25 % nach Asien, 2014 waren es nur noch 42 % in die EU und 38 % nach Asien. Südafrikas Zwiebelexporte haben sich in den letzten 5 Jahren verdreifacht, nach Europa geht seit drei Jahren überhaupt keine Ware mehr. Hauptabnehmer sind die beiden Nachbarländer Mosambik und Angola, aber auch viele Westafrikanische Staaten gehören zu den Kunden. Die Chilenischen Kirschexporte konzentrieren sich mittlerweile fast ausschließlich auf China, der Anteil stieg in 5 Jahren von gut 5 % auf knapp 70 %. Weitere Beispiele ließen sich mühelos finden.

Welche Konsequenzen ergeben sich aus diesen veränderten Warenströmen für den deutschen Markt? Dieses Thema wird auf dem Deutschen Obst & Gemüsekongress am 18. September in Düsseldorf eingehend diskutiert werden. 

Prof. Dr. Ludwig Theuvsen von der Georg-August-Universität Göttingen stellt Ergebnisse aus dem Projekt vor, das er in Zusammenarbeit mit dem DFHV betreute. In diesem Projekt wurden unter anderem auch Importeure und Exporteure nach ihrer Einschätzung befragt. Gerade die vielfältigen, nicht harmonisierten aber sehr hohen Standards der einzelnen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels gerieten dabei in die Kritik. Die Einhaltung dieser Standards verursacht Kosten, die sich im Preis meist nicht widerspiegeln.  Gerade der deutsche Markt mit seiner starken Fokussierung auf den Preis wird damit unattraktiver. Wenn sich neue Alternativen ergeben, könnte es damit zu Lieferengpässen kommen.

Natürlich bieten die aufstrebenden Märkte auf andern Kontinenten auch Chancen für Europa. Bei Äpfeln geraten diese Märkte immer stärker ins Visier, nicht zuletzt, weil der Export nach Russland wohl noch länger gesperrt bleibt. So hat Indien seine Apfelimporte in den letzten 5 Jahren auf 200.000 t verdoppelt. Auch Europäische Lieferanten kommen hier zum Zuge. 

Nutzen Sie den Frühbucher-Rabatt, der noch bis zum 13. Juli gilt: Deutschen Obst & Gemüsekongress

 


Quelle und Copyright: AMI-informiert.de (AMI, 25.06.2015)

Veröffentlichungsdatum: 29.06.2015

Schlagwörter

Warenströme, Obst, gemüse, konzentrieren, Europa, fruchthandel