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GfK Konsumklima Europa: Verbraucherstimmung hellt sich zum Jahresende wieder etwas auf

11. Februar 2015

Im vierten Quartal hellte sich die Stimmung bei den Verbrauchern wieder etwas auf. Die Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung sind zum Jahresende in fast allen betrachteten Ländern der Europäischen Union wieder gestiegen. Auch das Konsumklima für die EU28 gewann im letzten Quartal 1,3 Punkte und stand im Dezember bei 5,5 Zählern. Das sind Ergebnisse des GfK Konsumklima Europa in 14 europäischen Staaten.

Das vergangene Jahr war in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung in den Ländern der Europäischen Union sowie auf die Stimmung der Verbraucher zweigeteilt. Im ersten Halbjahr entwickelte sich die Wirtschaft in fast allen europäischen Ländern deutlich positiv. Die Verbraucher schöpften Hoffnung, dass die Finanz- und Wirtschaftskrise in den nächsten Monaten endgültig überwunden werden könnte. Zwischen April und Juni verzeichneten die Indikatoren Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Anschaffungsneigung fast überall Rekordwerte. Der Konsumklimaindex für die EU28 stand im Juni mit 9,1 Punkten auf dem höchsten Wert seit April 2008.

Doch im Sommer und Herbst stieg die Verunsicherung bei den Verbrauchern, aber auch in der Wirtschaft wieder an. Gründe dafür gab es viele: Der Krieg in der Ukraine war auf seinem Höhepunkt. Äußerungen Putins verunsicherten vor allem die osteuropäischen Länder. Im Nahen und Mittleren Osten hielten der Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern sowie der Vormarsch der Terrorgruppe IS die Welt in Atem. Die Ebola-Epidemie rückte Westafrika in den Fokus der Weltöffentlichkeit. Mit den ersten Patienten, die zur Behandlung nach Europa und in die USA ausgeflogen wurden, stieg die Angst in der Bevölkerung, dass sich auch dort der Virus verbreiten könnte. Auch auf der wirtschaftlichen Seite verschlechterten sich die Rahmenbedingungen. In vielen Ländern wuchs das Bruttoinlandsprodukt längst nicht so deutlich wie prognostiziert. In einigen Volkswirtschaften sank es sogar zwischenzeitlich. Hinzu kam die extrem niedrige Inflation. Vor allem einige südeuropäische Länder wie Spanien kämpften mit der Deflation. Auch für die Europäische Union insgesamt stand die Gefahr einer negativen Preisentwicklung im Raum. So beträgt die Inflationsrate für die EU28 im Dezember -0,1 Prozent, in der Eurozone sogar -0,2 Prozent, wofür in erster Linie der Einbruch der Energiepreise verantwortlich ist.

All diese Ereignisse verunsicherten die europäischen Verbraucher sichtlich. Im Spätsommer und im Herbst sanken in allen Ländern die Indikatoren zum Teil drastisch. Im vierten Quartal gewann jedoch der Optimismus in den meisten Ländern wieder die Oberhand. Zwar sind viele Indikatoren nach wie vor im negativen Bereich, der Trend zeigt aber fast durchgängig nach oben.

Allerdings bleiben nach wie vor Risiken, die eine gute wirtschaftliche Entwicklung in den nächsten Monaten verhindern können. Nach den Neuwahlen in Griechenland bleibt vorerst abzuwarten, welchen Wirtschaftskurs die künftige Regierung einschlagen und ob sie sich an die Absprachen mit den anderen europäischen Ländern sowie der EU-Kommission halten wird.

Diese Entwicklung zeigt sich auch beim GfK Konsumklimaindex für die EU28. Im Juni erreichte er im Zuge der optimistischen Stimmung in allen Ländern der Europäischen Union mit 9,1 Punkten seinen höchsten Wert seit April 2008. Im September stürzte er auf 4,2 Zähler ab. Bis zum Jahresende erholte sich der Indikator wieder leicht. Im Dezember stand er bei 5,5 Punkten.

Deutschland: Konjunkturerwartung erholt sich zum Jahresende

Die Konjunkturerwartung der Deutschen schwankte im Jahr 2014 deutlich. Im ersten Halbjahr führte sie ihren seit Mitte 2012 anhaltenden Aufwärtstrend zunächst fort. Ihren Höchststand verzeichnete sie im Juni mit 46,2 Punkten. Allerdings brach der Indikator im August um rund 35 Punkte ein. Im November erreichte er mit 1,6 Punkten seinen niedrigsten Wert seit Juni 2013. Am Ende des Jahres sahen die Deutschen aber wieder positiver in die Zukunft. Sie erwarteten, dass die Wirtschaftsleistung in den kommenden Monaten erneut ansteigt. Der Indikator lag im Dezember bei 14,5 Punkten.

Die Einkommenserwartung zeigte im vergangenen Jahr ein ständiges Auf und Ab – allerdings auf hohem Niveau. Im Dezember 2013 stand der Indikator bei 39,5 Zählern, genau ein Jahr später bei 41,0. Den zwischenzeitlichen Höchstwert erreichte er im Juli mit 54,7 Punkten. Das war der höchste Wert seit 1991, als erstmals die Stimmung in Gesamtdeutschland erhoben wurde.

Fast ungebrochen zeigte sich die Anschaffungsneigung der Deutschen im Jahr 2014. Der Indikator lag im Dezember 2013 bei 46,1 Punkten. Im Verlauf des Jahres stieg er allerdings nur leicht auf 49,1 Zähler im Dezember 2014. Im März verzeichnete er mit 55,5 Punkten den höchsten Wert seit Dezember 2006. Die gute Kauflaune der Deutschen hat wesentlich dazu beigetragen, dass die Wirtschaft im vergangenen Jahr mit 1,5 Prozent wuchs.


Quelle: GfK

Veröffentlichungsdatum: 11.02.2015

Schlagwörter

GfK, Konsumklima, Europa, Verbraucherstimmung