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Ost-Sortiment19. April 2016

Vom größten Apfelproduzenten Polen wird berichtet, dass überdurchschnittliche Lagerstände für diesen Saisonabschnitt vorhanden sind. Von einzelnen Regionen Deutschlands steht in der Fachpresse die Meinung, dass im Herbst teilweise auch mittelmäßige Ware ins CA-Lager kam und sich daher der Warenabfluss im Vergleich zu den Vorsaisonen verlangsamt hat. Die typischen Spätverkäufer haben zwar auch hohe Lagerstände, doch scheint es für sie normal, da sie ihre europäischen Kunden und Übersee-Exporte gut eingetaktet haben. Für mich immer wieder faszinierend, wie bei den typischen Spätverkäufern der Lagerabbau wie ein Uhrwerk abläuft.

Insgesamt herrscht die Stimmung, dass es doch reichliche Äpfel aus europäischer Produktion gibt. Überseeware beeinflusst ab März zusätzlich den Markt. Interessanterweise spüre ichdieses Jahr bei Überseeware im Großhandel eine gewisse Zurückhaltung. Ist es die Qualität, der Preis oder die Verfügbarkeit – wir werden es in den kommenden Wochen genauer erfahren.

Mit Generalisierungen wie: „der Markt geht schlecht!“ kann ich wenig anfangen. Die alten Füchse im Geschäft wissen sehr genau, welche Segmente im Apfelgeschäft auch dieses Jahr überaus gut laufen und welche Segmente sich immer mehr zum Ladenhüter und zur Verwendung für Sackware entwickeln.

Ob es das Russlandembargo ist oder eine andere Ursache hat – generell kann man feststellen, dass das sogenannte „Ost-Sortiment“ am absteigenden Ast ist. Unter Ost-Sortiment versteht man sowohl die vom Osten vorwiegend nachgefragten Sorten aber auch das Sortiment, das in Osteuropa vorwiegend produziert wird. Mitteleuropäische Apfelproduzenten werden gut beraten sein, sich in Schritten aus diesem Sortiment zurück zu ziehen.

Es gibt auch komplett neue Situationen im heurigen Apfelgeschäft. Das Subskriptionsgeschäft, das wir aus dem Weinhandel kennen, beginnt unter besonderen Umständen auch im Apfelhandel Fuß zu fassen.

Die Situation ist besonders. Im Bereich der Bio-Verarbeitungsware gab es in der letzten Saison teilweise Engpässe und daher dementsprechende Preise. Diese Woche blühen bei uns die Apfelbäume und ein großer Kunde wird wahrscheinlich in den nächsten ein bis zwei Wochen seinen Jahreskontrakt für die erst am Baum wachsenden Äpfel abschließen. Man wird sich auf eine moderate Preissteigerung  gegenüber dem Vorjahr einigen, damit ist der Deal fünf Monate vor der Ernte abgeschlossen.

Entscheidend war hier das richtige und am Markt gefragte Sortiment.

Fritz Prem 14/2016

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