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Lebensmittelallergie04. April 2016

Jener Wissenschaftler an der Universität für Bodenkultur in Wien, der sich mit Lebensmittelallergien im Obst- und Gemüsebereich beschäftigt, erklärte mir vor einiger Zeit: es gehört fast zum guten Ton, irgendeine Lebensmittelallergie oder Unverträglichkeit zu haben. Auf mein verwundertes Gesicht hin erklärte er mir seine Aussage genauer. Für einen Teil der Bevölkerung gehört es fast zum guten Ton, beim Thema Lebensmittelallergie mitreden zu können. Tatsächlich, so erklärte er mir, sind prozentuell weniger Personen davon betroffen als angenommen.

Am Beispiel Apfel: etwa gut ein Prozent der Mitteleuropäer haben eine echte Apfelallergie. Die Auslöser sind kleine Proteinringe, von denen es vier verschiedene Arten gibt. Der Auslöser Nr. 1, der vor allem bei der Bevölkerung auf der nördlichen Hemisphäre die Apfelallergie auslöst, ist sehr temperaturinstabil. Daher gibt es kaum allergische Reaktionen bei verarbeiteten Äpfeln, die irgendwann einen Temperaturschritt von über 50 Grad Celsius durchlaufen haben.

Geschichten darüber, dass einzelne Apfelsorten bei empfindlichen Personen keine Apfelallergie auslösen sollten, konnte der Wissenschaftler nicht nach weisen. Er geht vielmehr davon aus, dass bei sogenannten „allergiefreien“  Sorten die allergischen Reaktionen wesentlich schwächer ausfallen, aber sie sind trotzdem da. Dies war für mich neu.

In einem längerem Gespräch erklärte er uns sehr umfassend den Wirkungsmechanismus im menschlichen Körper. Er erklärte uns auch den Unterschied zwischen Allergie und Unverträglichkeit. In vielen Fällen sind diese besonderen Spielarten der Natur nicht angeboren, sondern im Laufe des Lebens erworben. Es dauert oft einige Zeit, bis man die wirkliche Ursache von einem gewissen Unwohl sein ausgemacht hat.

Ernährungswissenschaftler empfehlen sehr oft regionale und saisonale Lebensmittel. Sie bauen ihre Ernährungsempfehlungen darauf auf, dass unser Körper durch ungewohnte oder komplett neue Lebensmittel aus der gewohnten Bahn geworfen werden könnte. Bei verarbeiteten Lebensmitteln mit einem hohen Grad an denaturierenden Verarbeitungsschritten ist unser Körper angeblich stärker gefordert. Die Lebensmittelzusatzstoffe, obwohl von der Lebensmittelbehörde geprüft, können den einen oder anderen Auslöser verstärken.

Soviel zur wissenschaftlichen Seite.

Wenn ich mir den Obst- und Gemüsesektor ansehe, so sind wir mit unseren Produkten voll im richtigen Trend. Unsere Produkte sind sehr oft frisch und wenig bis kaum verarbeitet. Wen sie aus der Region kommen, dann sind saisonal und haben obendrein weniger Transportkilometer auf dem Rücken.

Fritz Prem 13/2016

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