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Erste große Bananendebatte in den Niederlanden: Ergebnisse der einzigartigen Untersuchung

19. Juni 2017

Händler, Nicht-Regierungs-Organisationen und Politiker haben am Dienstag, dem 30. Mai, in Amsterdam, Niederlande, debattiert. Während der großen Bananendebatte wurden unter anderem das System, die Kette, der Lohn zur Deckung der Lebenshaltungskosten und der Preis von Früchten diskutiert. Hier sind nun weiter die Ergebnisse der Studie.

Foto © ANP/ MaxHavelaar
Foto © ANP/ MaxHavelaar 

Nach der vorausgehenden Mitteilung über die Bananendebatte gibt fruchtportal.de einen kurzen Einblick in weitere Ergebnisse aus der einzigartigen Studie über die versteckten Kosten des Bananenanbaus. Die Studie wurde von True Price und Trucost im Auftrag von Fairtrade International mit dem Ziel durchgeführt, die besten Praktiken zu finden.

Fairtrade-Bananen schneiden besser ab

Transfair eV Fairtrade-Bananen Fotograf © Santiago Engelhardt
Transfair eV Fairtrade-Bananen. Fotograf © Santiago Engelhardt

Die externen Kosten, die durch den Bananenanbau entstehen, belaufen sich auf durchschnittlich 6,70 USD pro Karton Bananen mit 18,14 kg. Davon sind 60% sozialer Natur. Der höchste Posten kommt durch unzureichende Löhne und den Mangel an sozialer Sicherheit für die Arbeiter und inadäquate Einkommen für Kleinerzeuger. Bei den externen Umweltkosten sind die größten Fehlverhaltensweisen bei der Landnutzung, dem Wasserverbrauch und der Klimaveränderung.

Von Fairtrade zertifizierte Erzeuger schneiden bedeutend besser ab als der Sektordurchschnitt. In allen vier Ländern liegt der Durchschnitt bei 3,65 USD. Von Faitrade zertifizierte Erzeuger verursachten somit 45% weniger externe Kosten als der Sektor als Ganzes.

In dem Sektor als Ganzes ist der Sozialschaden fast viermal so hoch wie bei Fairtrade-Erzeugern, genauer 4 USD gegenüber 1,05 USD. Auf der Umweltseite ist die Differenz geringer: durchschnittlich 2,60 USD bei externen Umweltkosten bei Fairtrade und 2,70 USD für den Sektor als Ganzes.

Bessere Erzeuger und Inklusivpreise

Die Untersuchung ergibt, dass der Bananensektor von dem Fairtrade-System lernen kann. Es zeigt viele Möglichkeiten auf, um die Praktiken der besten von Fairtrade zertifizierten und nicht zertifizierten Erzeuger zu übernehmen. Höhere Erträge pro Hektar sind ein wichtiger Schlüssel für die Reduzierung der externen Kosten, die eine bessere Basis für soziale Maßnahmen schaffen. In der Fairtrade-Gruppe ist die Zahl der Bio-Erzeuger bedeutend größer als in dem Sektor als Ganzes. Das Ziel ist, die richtige Balance zwischen Produktivitätssteigerung und Präzisierung der optimalen Menge an Investition für Energie, Düngung und Wasser zu finden.

Die Stiftung von Max Havelaar sieht die Bestätigung des Wertes ihres Modells bei dem Vorteil der Fairtrade-Erzeuger: Die Produzenten müssen bestimmte Nachhaltigkeitskriterien einhalten, sonst werden sie ihr Zertifikat verlieren. Auch das Handelskriterium für das Fairtrade-Zertifikat trägt zu dem Ergebnis bei. Der reguläre Bananenmarkt ignoriert Sozial- und Umweltkosten.

Übergang zu einem nachhaltigen Bananenanbau

Die Studie spricht sich für die Entwicklung eines Fahrplans aus, der den Bananensektor zu einem Vorreiter bei dem Erreichen der Ziele Nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDG) macht. Alle Führungspersonen der Regierung sind bestrebt, dies bis 2030 zu erreichen. Die Bedingung für den Erfolg des Bananensektors ist Transparenz und das Teilen bester Praktiken mit ständiger Kontrolle der Veränderungen bei den externen Kosten.

Bananen mit Fairtrade-Kennzeichnung in den Niederlanden haben einen Marktanteil von 18%. Angesichts der guten Nachhaltigkeitsleistung dieser Bananen ist dieser Anteil zu gering. Niederländische Unternehmen sagten, sie wollen große Schritte bezüglich der Kettenerhaltung machen.

Quelle: ANP/ MaxHavelaar

 

Veröffentlichungsdatum: 19.06.2017

Schlagwörter

Studie, Bananendebatte, Bananen, Niederlande, research