Geschmackserlebnis: Tomatenprobe statt Weinprobe
Ein gemütlicher Abend mit Freunden oder ein Mittagessen mit Kindern. Dazu Schüsseln mit verschiedenen Tomatensorten auf dem Tisch. – So könnte es aussehen, wenn keine Weinprobe, sondern eine Tomatenprobe auf dem Programm steht. Immer mehr neue Tomatensorten sind beim Gemüsehändler nebenan oder im Supermarkt zu bekommen. Doch wer behält den Überblick? Welche Tomate schmeckt besonders süß? Welche eignet sich speziell für Salate? Und welche Tomate ist für das neue Suppenrezept ideal? Nur wer probiert, wird die Lösung finden und auch das Rätsel ergründen: Was macht den guten Geschmack von Tomaten aus?

Dr. Wouter Verkerke, Universität und Forschungszentrum Wageningen (Wageningen University and Research Centre, WUR), hat nicht nur probiert, sondern auch getestet: „Wir haben untersucht, welche Kriterien darüber entscheiden, ob eine Tomate schmeckt oder nicht. Das Ergebnis: Es ist nicht die Süße oder die Säure allein, die den leckeren Geschmack einer Tomate ausmacht. Das Zusammenspiel von Süße, Säure, Saftigkeit und Festigkeit muss stimmen.“ Am Wageningen UR wird seit Jahren mittels Geschmackstests erforscht, welche Tomaten Verbrauchern am besten schmecken. Dabei zeigt sich auch: Der Geschmack von Tomaten hat sich in den letzten Jahren stark verbessert.1
(Foto www.tomateninfo.de)
Nicht ohne Grund ist daher die Tomate das Lieblingsgemüse der Deutschen. Der durchschnittliche deutsche Haushalt kauft 10 kg frische Tomaten im Jahr. Damit ist die Tomate das meist gekaufte Gemüse Deutschlands. Dabei greifen immer mehr zu speziellen Tomatensorten. Unterschiede in Größe, Farbe und Geschmack zeichnen die neuen Spezialitäten aus und schaffen vielfältige Verzehrmöglichkeiten.
Die meisten Tomaten, die heute in Deutschland gekauft werden, sind Strauchtomaten. So ist der Anteil von Strauch- und Cocktail-/Cherry-Tomaten in den letzten 15 Jahren stark gestiegen: 1996 waren es etwa 15 Prozent. In 2010 lag der Anteil bereits bei 75 Prozent. Strauchtomaten sind heute die meist gekauften Tomaten.2
Doch weitere Tomaten-Spezialitäten erobern den Markt und schaffen vielfältige neue Einsatzmöglichkeiten: Die Mini-Roma-Tomate ist eine knallrote Nasch- oder Snacktomate, die sich zum Knabbern für unterwegs und zwischendurch eignet. Die Coeur de Boeuf ist eine klobig wirkende Frucht mit mediterranem Geschmack, die mit ihrer gekräuselten Oberfläche an einen Kürbis erinnert. Sie ist insbesondere in rustikalen Gerichten und als Dekoration beliebt. Die San Marzano ist eine Flaschentomate und als beste „Soßen-Tomate“ bekannt. Die dunkelgrüne bis grüngoldene Kumato besticht in ausgefallenen Salaten und die süße Beerentomate ist mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1 cm die kleinste Tomate der Welt. Sie wird nur 1-2 g schwer und erinnert an eine Johannisbeere. (siehe Infokasten S. 3)

Grün, gelb, orange oder rot; groß oder klein; glatt oder faltig - Die Produktinnovation geht weiter. „Die Menschen mögen Überraschungen und probieren gerne neue Geschmacksvarianten aus“, erläutert Mirjam Hendriks, Projektmanagerin der EU-Tomatenkampagne „MyTomato“ der Dutch Produce Association (DPA) den Trend, „Die Vorlieben der Menschen ändern sich. Für den Tomatensektor sind Innovationen und Angebotserneuerungen wichtig, um die Aufmerksamkeit für die Tomaten insgesamt hochzuhalten.“
Die eigenen Vorlieben erkennt man jedoch nur, wenn man selber probiert. – Am besten bei einer Tomatenprobe mit Freunden. Weitere Informationen rund um die Tomate finden sich auf
www.tomateninfo.de.
Infokasten
„Ausgefallene Tomatenspezialitäten“ pdf
Quellen:
1 Wageningen UR (University & Research Centre)
2 GFK
Foto Tomaten: www.tomateninfo.de
Veröffentlichungsdatum: 06.03.2012
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