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Donnerstag, 17.05.2012 E-mail

BLE-Marktbericht KW 07 / 2012 - Obst - Gemüse - Südfrüchte

Mit Beiträgen von den Großmärkten Frankfurt a.M., Hamburg, Köln, München und Berlin

Tafeltrauben
Enorme Anlieferungen, vornehmlich aus Südafrika, überschwemmten den Handel. Die ergänzenden Abladungen aus Argentinien trafen ebenfalls massiv ein. Namibia und Peru komplettierten das Sortiment. Das Interesse war der hohen Verfügbarkeit nicht gewachsen. Die besten Chancen, einigermaßen glatt zu räumen, hatten helle und rote Varietäten, die mit Kernlosigkeit punkten konnten. Bei Partien mit Kernen wurde fast gar nicht zugegriffen. In Frankfurt belasteten zudem Rückläufer aus dem LEH in Zip-Beuteln oder in Foodtainer und in München qualitätsschwache Chargen das Geschäft. Für gewöhnlich purzelten die Kurse nach unten. In Hamburg hielt man die Versorgung auf moderatem Niveau; so waren hier noch am leichtesten stabile Bewertungen möglich.

Tafeltrauben Magenta Red am Kölner Markt

Im Angebot standen die bisher wenig bekannten und bis dato nicht in Erscheinung getretenen Magenta Red aus Peru. Sie weisen in der Regel rundliche, dunkelrosa- bis pinkfarbene kernlose Beeren auf. Sie besitzen Ähnlichkeit mit Crimson Seedless, kommen optisch aber Flame Seedless näher. Übrigens ist die Bezeichnung Magenta der gleichnamigen Farbe entlehnt, die für den chemisch hergestellten Anilin-Farbstoff Fuchsin verwendet wird, welchen man auch im Firmenlogo der Deutschen Telekom findet. Die Aufmachung entsprach den üblichen 4,5-kg-Kartons mit einzelnen ca. 500 g schweren, nach oben offenen Folienbeuteln. Obwohl die Ware zu 12,- € je 4,5 kg im unteren Preissegment veräußert wurde, generierte sie nur eine sehr ruhige Nachfrage.

Äpfel
Italienische und deutsche Früchte herrschten vor; die aus Frankreich und den Niederlanden komplettierten die konstante Produktpalette. In Köln gesellten sich allerdings einheimische Regal Prince neu hinzu. Der Handel gestaltete sich eher träge und ohne nennenswerte Höhepunkte. Doch reichte der Bedarf gerade noch aus, um Kursabrutsche zu verhindern. Während Clubsorten in Frankfurt häufig Wünsche bezüglich Ausfärbung nicht erfüllten, überzeugten in Köln kleine französische Pink Lady, die sich nachfolgend etwas verteuerten. Trotz Symbolträchtigkeit verbuchten insbesondere die pinkfarbenen Varietäten zum Valentinstag keine verstärkte Order.

Birnen
Italienische Abate Fetel prägten nach wie vor den Markt: in weitem Abstand zu den übrigen Mengen aus Italien und Mitteleuropa. Aus Deutschland wurden Conference und in merklich verringertem Umfang Alexander Lucas zugeführt. Die Importe aus Übersee baute man aus. In Hamburg startete die chilenische Saison mit Coscia, die auch unter dem Synonym Ercolini bekannt sind. 32 Stück kosteten 15,- € je 5,5 kg. Trotz des flauen Absatzes konnten sich die Verkäufer insgesamt oft an stabilen Notierungen erfreuen; Ausnahmen blieben ihnen aber nicht erspart. Während sich in Berlin die Partien aus der südlichen Hemisphäre verbilligten, traf dies in Frankfurt lediglich auf überreif angelieferte Carmen aus Chile zu. Italienische Abate Fetel vergünstigten sich in Hamburg nur anlässlich fortgeschrittener Entwicklung und in Köln im Falle größerer Kaliber.

Kiwis
Die Versorgung mit überwiegend italienischen und ergänzenden französischen und griechischen Abladungen war auf die Unterbringungsmöglichkeiten abgestimmt. Die Kurse verharrten auf bisherigem Niveau, tendierten jedoch in Berlin bei französischen Chargen nach oben. Ab Mittwoch wurden die ersten neuseeländischen Angebote vorrätig gehalten. Die Aufmachung 36/39 erzielte bis zu maximal 1,65 € je kg.

Kleinfruchtige Zitrusfrüchte
Sowohl Clementinen als auch Mandarinen standen reichlich bereit. Kontinuierlich herrschten spanische Produkte vor. Das schwache, aber stete Interesse war den großen Mengen nicht gewachsen. Preisnachlässe prägten die Woche. Zudem baute sich wegen fortgeschrittener Reife bei vielen Partien ein Verkaufsdruck auf. Selbst Markenerzeugnisse konnten sich meistens nur knapp behaupten.

Orangen
Blondorangen kamen vorwiegend aus Spanien. Rückläufige Navelina wurden immer mehr durch Navelate, Salustiana und Lane Late verdrängt. Das außereuropäische Angebot blieb unverändert. Die Nachfrage war weit weg von reißerisch. Daher gelang es den Händlern schwer, die Bewertungen stabil zu halten. In Berlin konnten Vergünstigungen nicht abgewendet werden. Die Verbesserung der Aufnahme genügte in München nicht, um höhere Notierungen zu generieren. Blutorangen wurden im Falle von Moro und Tarocco aus Italien zugeführt; ergänzende Sanguinelli lieferte man aus Spanien und Washington Sanguine aus Marokko an. Das Umschlagspotential bewegte sich in einem engen Rahmen. Die Forderungen verharrten auf bisherigem Niveau, stiegen in Köln für Sanguinelli etwas an.

Zitronen
Spanien dominierte und die Türkei komplettierte in merklich größerem Umfang als Italien. Für gewöhnlich variierten die Kurse nur unwesentlich. Ein verminderter Zugriff ließ die Kölner Verkäufer zunächst kalt, während sich so mancher Berliner hingegen zu leichten Verbilligungen gezwungen sah. In München traten erstmalig dickschalige Früchte von der italienischen Amalfi-Küste auf. Weniger Säure und Bitterstoffe machten diese traditionellen Erzeugnisse besondere für die Gastronomie attraktiv.

Bananen
Die nicht gerade üppige Versorgung deckte den Bedarf ohne Schwierigkeit ab. Lediglich in Berlin fiel sie etwas zu begrenzt aus. Das Interesse präsentierte sich in der Regel ruhig, aber stetig. Verteuerungen waren an der Tagesordnung, meist betraf dies das gesamte Sortiment. In München blieben die Bewertungen für die Erstmarke jedoch stabil. In Köln musste man Drittmarken teilweise zu sehr niedrigen Preisen abgeben, da die Offerten weit gereift waren.

Blumenkohl
Italienische Partien dominierten eindeutig das Geschehen; dahinter reihten sich Frankreich und Griechenland ein. Auf französische Anlieferungen konnte man zum Wochenende hin mancherorts nicht mehr zurückgreifen, da der vorangegangene Frost Ernteeinbußen nach sich zog. Die Kurse stiegen häufig an, was eingeschränkter Verfügbarkeit sowie höheren Einstandsforderungen geschuldet war. Dies tat der Nachfrage aber keinen Abbruch; einzig in München verringerte sie sich ab dem 16.02. ein wenig.

Salat
Eissalat kam vorrangig aus Spanien; Kopfsalat aus Belgien. Feldsalat stammte überwiegend aus Deutschland und Bunter Salat aus Frankreich. In sämtlichen Bereichen hatte die Eiseskälte ihre Spuren hinterlassen: Die Abladungen reduzierten sich augenscheinlich und konnten den Bedarf nicht abdecken. Festere Bewertungen prägten daher das Geschäft. Lediglich bei italienischen Endivien blieben die Notierungen meist auf bisherigem Niveau; sie kletterten nur in Frankfurt aufwärts.

Gurken
Die Niederlande, Frankreich und Belgien eroberten Marktanteile und übten mancherorts Druck auf Spanien und Griechenland aus. Vor allem belgische Produkte fanden zunehmend Beachtung, weswegen man hier und da die Preise für tonangebende spanische Offerten senken musste. Einzig in Berlin verteuerten sich spanische und niederländische Partien. Minigurken wurden in den häufigsten Fällen günstiger. Türkische und ägyptische Chargen hatten Probleme hinsichtlich ihrer Güte; niederländische generierten zu wenig Interesse.

Tomaten
Spanien beherrschte vor der Türkei, Marokko und Italien die Szenerie. Die Nachfrage war meist ruhig und konstant. Generell zeigten sich die Forderungen uneinheitlich. Qualitativ nicht ansprechende und schwach ausgefärbte Früchte dehnten die Bewertungsspanne nach unten aus. Das Geschäft mit Rispenware verlief in Hamburg und Frankfurt flüssig. In Berlin und Köln verbilligte sie sich infolge einer zu üppigen Versorgung. In Frankfurt überzeugten tunesische Importe geschmacklich, während niederländische aufgrund ihrer Optik nicht zu punkten vermochten. Für Fleischtomaten aus Belgien musste man in München einstandsbedingt so viel zahlen, dass die Händler zum Wochenende hin von weiteren Anlieferungen absahen. In Berlin kletterten die Kurse für spanische Offerten nach oben; in Frankfurt bewegten sie sich dagegen angebotsinduziert abwärts.

Gemüsepaprika
Auf den ersten Plätzen befanden sich wie zuvor Spanien und die Türkei. Israel, Marokko und Griechenland ergänzten das Sortiment. Die Notierungen der spanischen Chargen blieben oft unverändert; lediglich in München erhöhten sie sich ein wenig. Türkische Produkte wurden häufig teurer. Dies lag sowohl an einem verstärkten Interesse und einem gestiegenen Einfuhrpreis als auch an einer verbesserten Güte.

Zwiebeln
Spanien bestimmte bei Gemüsezwiebeln alleinig das Geschehen. Im Bereich der Haushaltsware prägte Deutschland vor den Niederlanden und Österreich das Geschäft. Die Nachfrage war generell meist ruhig, aber konstant. Die Bewertungen tendierten in der Regel stabil. Einzig in Hamburg musste man für spanische Gemüsezwiebeln aufgrund festerer Abgangsforderungen etwas tiefer in die Tasche greifen.


Weitere Informationen

Frankfurt
Erdbeeren beachtete man fortlaufend bloß begrenzt. Zum Wochenwechsel stand eine Umstellung von 250-g- auf 500-g-Schalen an; der Anteil der 1-kg-Steigen blieb übersichtlich. 500-g-Schalen aus niederländischen Treibhäusern ergänzten am Freitag. Marokkanische Früchte mit sehr schöner Ausfärbung erzielten 0,90 bis 1,- € je 250 g. Die Abladungen mit Limetten wuchsen an; trotz des erhöhten Bedarfs wegen Fastnacht mussten die Händler Kursabschläge verkraften. Chilenische Süßkirschen der Sorte Bing im 2,5-kg- und 5-kg-Karton platzierte man zu 3,- bis 4,- € je kg. Das Interesse an Brombeeren, Heidelbeeren und Himbeeren enttäuschte; nur mit Vergünstigungen gelang die Räumung. Bei Aprikosen punkteten Neuseeland und Australien mit optimal gereiften und gefärbten Produkten. Der strenge Frost verringerte das Angebot von Rosenkohl; für einwandfreien belgischen und niederländischen musste man ab Mittwoch bis zu 3,60 € je kg zahlen, nachdem er zuvor 1,30 € bis 2,- € gekostet hatte. Die Vermarktung von meist infolge der Kälte geschädigtem einheimischem Lauch gestaltete sich problematisch. Als Alternative waren belgische, portugiesische und französische Importe verfügbar. Die Niederschläge in Italien und die damit verbundenen kleineren Erntemengen ließen die Notierungen von Dill, Kohlrabi, weißen Hybrid-Rettichen, Spinat und Brokkoli kräftig anziehen. Bei Brokkoli stiegen auch die Preise für spanische Chargen um bis zu 20 %. Bei Austernpilzen kam es zu Engpässen: Zunächst fehlten deutsche, später zudem polnische Partien. Stattdessen gab es wenig schöne italienische oder teure niederländische Anlieferungen.

Hamburg
Die tiefen Temperaturen waren für den Verkauf von Erdbeeren aus dem Mittelmeerraum und Marokko nicht gerade förderlich. Lediglich eine auf die Nachfrage abgestimmte Disponierung ermöglichte konstante Bewertungen. Rückläufer aus dem Großfilialbereich in 500-g-Schalen fanden schwerlich Abnehmer. Frische Wassermelonen aus Peru überzeugten durch ihren süßen Geschmack und generierten regen Zuspruch. Artischocken aus Frankreich mit 18 Stück waren zu 22,- € je 7,4-kg-Holzkiste erhältlich. Vorboten von Steinpilzen aus Südafrika veräußerte man zu 31,- € je kg. Limitierter Lauch aus Mitteleuropa wurde zu 1,25 € je kg offeriert.

Köln
Der Frost in Europa führte zu einer Verknappung bei Wintergemüse; die wenigen Abladungen waren zudem aufgrund mangelnder Güte kaum absetzbar. Für Rosenkohl musste man in etwa so viel wie zuvor zahlen. Von der Anlieferung belgischer Partien sah man wegen horrender Einstandspreise ab. Lauch aus dem Inland war nur in geringen Mengen vorhanden; Belgien und die Niederlande bauten ihre Marktanteile aus. Obwohl der Bedarf nach niederländischem Rhabarber nicht komplett zufriedenstellte, verfestigten sich die Notierungen. Buschbohnen und Stangenbohnen aus Marokko und Spanien kosteten am Ende der Woche deutlich mehr als am Anfang. Erbsen aus Marokko konnte man für ca. 8,50 € je 4-kg-Karton erwerben.

München
Die Bewertungsspanne bei dominierenden spanischen Erdbeeren blieb qualitätsbedingt sehr groß. Einheitlich ausgefärbte und sortierte Importe aus Italien traten sowohl in Schalen als auch in 1-kg-Holzsteigen in Erscheinung. Die Nachfrage hinkte der üppigen Versorgung hinterher. Zum Valentinstag wurden spanische Früchte in Sonderaufmachungen in herzförmigen, durchsichtigen Deckelschalen offeriert. Da einheimischer Lauch praktisch fehlte, musste man für geschäftsbestimmende belgische sowie ergänzende türkische, französische und niederländische Produkte tiefer in die Tasche greifen. Die merklich höheren Abgangsforderungen für spanischen und italienischen Brokkoli wurden an die Kunden weitergegeben. Die Kurse für italienischen Dill zogen an und überschritten die Marke von 20,- je 3 kg.

Berlin
Rosenkohl war in marktrelevanten Mengen nur noch aus den Niederlanden erhältlich. Im Wochenverlauf stieg der Preis von 1,40 € auf bis zu 2,- € je kg. Den Bedarf an Champignons deckten hauptsächlich polnische Partien. Kosteten weiße Typen bis zu 2,20 € je kg, lagen die Notierungen für die braune Variante etwa bei 2,80 €. Für polnische Austernpilze musste man 3,60 bis 4,- € je kg bezahlen.

 

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Mit freundlicher Genehmigung der BLE dürfen wir diesen Text auf der Website zur Verfügung stellen (Menüpunkt "BLE MARKT- UND PREISBERICHT").

Quelle: BLE
Veröffentlichungsdatum: 23.02.2012
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